GHF: Kurs auf Digitalisierung
Endlich traf man sich wieder persönlich! Auf der GHF-Jahreshauptversammlung im Europapark Rust kamen nach langer Pause rund 230 Teilnehmer zusammen, um sich über die Zukunftsthemen des Bundesverbandes auszutauschen.
Mit Spannung wurde in diesem Jahr die Hauptversammlung des Bundesverbandes Großhandel Heim & Farbe (GHF) in Rust erwartet. Das lag zum einen daran, wie sich der Verband personell aufgestellt hat, und zum anderen, mit welchen Themen sich der Verband zukünftig beschäftigen wird.
Der gar nicht mehr so neue GHF-Geschäftsführer Bert Bergfeld wurde bereits letztes Jahr im September, als die Jahreshauptversammlung coronabedingt ausfallen musste, ernannt – mit dem selbsterklärten Ziel, etwas für den Verband bewegen zu wollen. Auch der neu gewählte Vorstandsvorsitzende Frank-A. Kühnel steht dafür in den Startlöchern: »Vieles hatte sich in den letzten 20 Jahren bewährt und wurde daher nicht geändert. Im ›neuen‹ GHF trauen wir uns jetzt aber mehr zu!«
Lag der Fokus bis dato auf Schulungen, Rundschreiben und der alljährlichen Hauptversammlung, möchte der Verband nun zum ersten Ansprechpartner im Bereich Schulungen, Informationen, Sicherheit, Entsorgung und Digitalisierung werden und somit seinen Mitgliedern einen echten Mehrwert bieten.
Im Bereich Schulungen ist bereits einiges passiert. So wurde das Schulungsangebot um digitale Konzepte erweitert, die, so heißt es, schon jetzt gut angenommen werden. Des Weiteren ist eine Schulungsplattform angedacht, mit der der Verband die erste Adresse im Bereich Aus- und Weiterbildung werden möchte.
»Wir möchten Ihre Informationsplattform rund um die Branche sein«, erklärt Kühnel. Dementsprechend erfährt der Verband aktuell auch in puncto Rundschreiben ein Makeover: Der Newsletter soll neu und umfangreicher gestaltet, die Website bis Ende des Jahres übersichtlich und intuitiv strukturiert und soziale Medien wie Facebook, Instagram und LinkedIn erschlossen werden.
Zudem möchte der Verband verstärkt als Interessenvertretung in Berlin auftreten, dort gemeinsam mit Institutionen wie dem BGA (Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.) relevante Themen organisieren und ihre Mitglieder über die Vorgänge in der Hauptstadt informieren. »Das ist unser Anspruch. Der Verband möchte ›das Gesicht‹ in Berlin sein, denn wir brauchen ein gutes Netzwerk, mit dem wir arbeiten können«, betont Bergfeld.
Die Themen Sicherheit und Entsorgung hat der GHF ebenfalls im Blick. Als Dienstleistung sollen hier den Mitgliedern beispielsweise eigene Broschüren zu betrieblichen Themen wie Arbeits-, Brand- und Umweltschutz zur Verfügung gestellt werden.
Digitale Schnittstelle
Last, but not least wird der digitale Transformationsprozess für die Branche zukünftig ein Schwerpunkt der Verbandsarbeit sein. Hier möchte der GHF für seine Mitglieder mitgestalten und Schnittstelle sein. Kühnel: »Statt dass jeder Betrieb diese riesige Administration für sich allein organisiert, möchten wir als Verband im gemeinschaftlichen Interesse Lösungen einfacher, effektiver und für unsere Mitglieder kostengünstiger gestalten.« Dies sei vor allem angesichts des onlineaffinen Generationswechsels in den nächsten Jahren zunehmend wichtig. Entsprechend ist eine Stammdatenbank in Arbeit, mit der sich künftig Großhandelsunternehmen schnell und einfach über nur eine Schnittstelle mit Daten versorgen und gleichzeitig Industriebetriebe einspeisen können.
»Ich glaube, dass der GHF der absolut richtige Partner an dieser Stelle ist, um eine Branchenlösung anzubieten, die dabei hilft, die doch sehr umfangreichen Arbeiten zu erleichtern und schneller zu werden, was das Thema Stammdaten und das Thema Nutzen des digitalen Services angeht«, so Bergfeld.
Ferner wurde bereits ein Umsatzmeldeverfahren initiiert (mit derzeit 1,7 Milliarden Euro gemeldetem Groß-handelsumsatz). Jeweils zum 20. eines Monats liegen damit aussagekräftige Daten vor, wie sich der Gesamtmarkt prozentual entwickelt. Außerdem gibt ein dreimonatlicher Produktsegmentvergleich Auskunft darüber, wie sich die einzelnen Sparten darstellen. Eine Benchmark für Kosten wie Personalausgaben etc. befindet sich derzeit im Aufbau.
»Wenn es uns gelungen ist, aufzuzeigen, dass der GHF vital ist und sich intensiv mit den Themen der Branche beschäftigt, dann haben wir mit unserer Veranstaltung alles erreicht, was wir wollten«, fasst Bergfeld die Ziele der diesjährigen Jahreshauptversammlung zusammen. Und das scheint geklappt zu haben: »Mein Eindruck aus vielen Gesprächen ist, dass die Aufbruchstimmung erkannt wurde.«
Umsatzentwicklung 1. Halbjahr 2021
Der Start ins Jahr 2021 ist gut gelungen. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 legte der Umsatz um 9,27 Prozent zu.
Der größte Teil des Umsatz-Kuchens fiel dabei mit 22,69 Prozent auf den Bereich Farben. 7,63 Prozent fielen auf Lacke und Lasuren, 4,71 Prozent auf textile Bodenbeläge, 16,53 Prozent auf elastische Bodenbeläge, 5,94 Prozent auf Parkett und Laminat, 4,20 Prozent auf Wandbeläge sowie 8,63 Prozent auf Werkzeuge und Maschinen.
Die nächste GHF-Tagung findet am 21. und 22. September 2022 in Köln statt.
Sabine Langanke


