16.12.2019 | Allgemein Seite 86-87 in Ausgabe 1/2020

Hella: Trend geht zu Closed-Cavity-Fassaden

Das Sortiment von Komplettanbieter Hella umfasst auch textilen Sonnenschutz an der Fassade. Unsere Fragen dazu beantwortete Geschäftsführer Christian Schaller.

Die Hella Sonnen- und Wetterschutztechnik GmbH ist ein Unternehmen, das Sonnen- und Wetterschutzanlagen produziert. Die Zentrale befindet sich in Abfaltersbach/Österreich. Niederlassungen gibt es in allen österreichischen Bundesländern. International ist Hella mit Niederlassungen in Italien, Deutschland, der Schweiz, Tschechien, der Slowakai, Ungarn und Kroatien vertreten.

Herr Schaller, außenliegender Sonnenschutz hält besser die Hitze draußen. Das gilt auch für textile Fassadenbeschattungen. Hella bietet verschiedene Systeme an. Skizzieren Sie bitte kurz die Unterschiede zwischen Vorbaubeschattung, Fassadenmarkise und Senkrechtmarkise.
Christian Schaller:
Vorbaubeschattungen werden direkt auf den Fensterrahmen montiert, die Windsicherung der Endleisten erfolgt mittels Seilführungen oder Führungsschienen. Optional gibt es Ausfalleinheiten für eine verbesserte Sicht nach außen. Die Kassetten sind eckig oder halbrund.
Fassadenbeschattungen sind den Vorbaubeschattungen von der Bauart her sehr ähnlich, jedoch werden sie auf Abstand zur Fassade mit Distanzhaltern montiert.
Senkrechtmarkisen besitzen gegenüber den Vorbau- und Fassadenmarkisen eine größere Tuchwelle und sind somit für größere Grenzabmessungen geeignet. Sie werden mittels Montagekonsolen ohne Kassette in vorhandene Schächte oder Blenden außen oder auch innen montiert. Sie sind ebenfalls mit Führungsschienen oder seilgeführt möglich.
Eine Besonderheit sind die seitensaumgeführten Zip-Beschattungen. Diese sind als Vorbau- oder Fassadenbeschattung möglich und auch als Schachtausführung erhältlich. Die Windsicherung erfolgt hierbei über einen seitlich am Tuch aufgenähten oder aufgeschweißten Reißverschluss, welcher in Kunststoffkedern mit Aluminiumführungen gehalten wird. Aufgrund dieser speziellen Reißverschlussführung sind die Anlagen extrem windresistent. Hier erkennen wir einen deutlichen Trend in Form einer steigenden Nachfrage.

Dann sind diese Systeme für jeweils unterschiedliche Einbausituationen gedacht? Wenn ja, für welche?

Vorbaubeschattungen werden in der Laibung auf dem Fensterrahmen, die Fassadenbeschattungen hingegen mit Distanzhaltern auf Fenstern oder Fassaden montiert. Senkrechtmarkisen werden in vorhandene Schächte oder Blenden in Putz- oder Metallfassaden montiert, die seitensaumgeführte Beschattung ist in allen Einbauvarianten realisierbar.

Sind die Systeme auch nachrüstbar?
Je nach Einbausituation können solche Systeme sehr gut nachgerüstet werden. Zu berücksichtigen ist die erforderliche Stromzufuhr, da motorisch betriebene Anlagen Standard sind.

Inwieweit sind die textilen Fassadenbeschattungen bereits als smarte Lösung zu bekommen? Wie ist da der Stand der Dinge bei Hella?
Mit der eigenen, ganzheitlichen Smart-Home-Lösung »Onyx« können auch die textilen Beschattungen über eine eigene App gesteuert oder in Fremdsysteme eingebunden werden. Passend dazu gibt es einen eigenen »Onyx«-Wettersensor, wo Wetterwerte wie Wind und Helligkeit komfortabel abgefragt und in Fahrbefehle umgesetzt werden können. Und das unabhängig davon, ob jemand zu Hause ist oder ob von der Ferne aus gesteuert werden soll. Für höchsten Komfort können Steuerungskriterien vorab definiert und gespeichert werden. Für Kunden, die bevorzugt in Echtzeit steuern, gibt es jederzeit den Blick aufs Eigenheim via Smartphone.

Bei außenliegenden textilen Beschattungen liegt es auf der Hand, diese als Gestaltungselement einzusetzen. Auf welche Farbvielfalt kann bei den Stoffen zurückgegriffen werden und was sind die beliebtesten Farben und Designs?
Für die textile Beschattung steht bei Hella eine umfangreiche Auswahl an Gewebearten und -typen sowie unterschiedlichsten Farb- und Dessin-Varianten zur Auswahl. Von Glasfaser über Acryl bis zu Polyester mit und ohne PVC-Beschichtung ist alles verfügbar.
Der Trend bei den textilen Fassadenbeschattungen geht dabei sehr stark in Richtung Glasfaserscreen-Gewebe, da diese sehr gute physikalische Eigenschaften in Bezug auf den sommerlichen Wärmeschutz haben und gerade in den gängigen dunkleren Farbtönen eine sehr gute Durchsicht nach außen bieten.

Nicht nur der textile Teil, auch die Führung und Halterung der Markisen können mittels Farbe Akzente setzen. Wie groß ist da die Auswahl?
Für die sichtbaren, pulverbeschichteten Aluminiumteile stehen bei Hella mehr als 230 Farben zur Verfügung. Auch in den Bereichen der trendigen Feinstruktur- und hochwetterfesten Farben bieten wir eine ausreichende Auswahl an.

Wo geht der Trend hin? Wie sieht Ihrer Meinung nach der Sonnenschutz an der Fassade in der Zukunft aus?
Die Trends im Sonnenschutzbereich sind vielschichtig. Je nach den Bedürfnissen und Anforderungen der Kunden gibt es passende Lösungen. Im privaten Einfamilienhaus finden Raffstores und seitensaumgeführte Anlagen vermehrt Anwendung. Vor allem in den Schlafbereichen sind nach wie vor Rollläden die erste Wahl. Im hochgeschossigen Fassadenbau erkennen wir den Trend zu den Closed-Cavity-Fassaden. Hierbei wird der Sonnenschutz zwischen zwei Glasscheiben verbaut. Damit ist er windgeschützt und kann selbst bei extrem hohen Fassaden energieeffizient und wartungsfrei eingesetzt werden. In jedem Fall ist anerkannt, dass Sonnenschutz ob seiner Funktion ein unverzichtbares Element modernen Bauens ist und einen Designstandard zeitgemäßer Architektur darstellt.

Herr Schaller, herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen.

Zur Person
Christian Schaller ist seit Beginn des Jahres 2018 Geschäftsführer beim Sonnenschutzspezialisten Hella. Das ist sein zweites Engagement bei der Osttiroler Firmengruppe. Bereits von 2005 bis 2015 bekleidete er verschiedene Positionen im Unternehmen, zuletzt als Geschäftsführer der Hella Sonnenschutztechnik in Duisburg. 2016 und 2017 war er Geschäftsführer bei Alulux in Verl.

Die Fragen stellte Camillo Kluge

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