09.06.2016 | Fachhandel / Kooperationen Seite 6-7 in Ausgabe 6-7/2016

IFH Köln: Handwerk gewinnt Anteile am DIY-Markt

Das Handwerk konnte im deutschen Do-it-yourself-Markt (DIY) in den vergangenen Jahren Marktanteile gewinnen. Auch der Distanzhandel – dazu zählen Versandhändler, Internet-Pure-Player und Herstellerdirektvertrieb – baute seine Marktanteile aus, während die Bau- und Heimwerkermärkte Anteile verloren. Das zeigt die neue Studie »Der DIY-Markt in Deutschland« von IFH Köln und ­Klaus Peter Teipel Research & Consulting. So sank der Marktanteil der Bau- und Heimwerkermärkte zwischen 2005 und 2015 von 11 auf 9,3 Prozent. Gleichzeitig konnte der Distanzhandel seinen Anteil am DIY-Markt von 2,6 auf 3,5 Prozent ausbauen. Der Marktanteil der Handwerker stieg im gleichen Zeitraum von 47,4 auf 51,5 Prozent. »Wir können zwei wesent­liche Trends im DIY-Markt beobachten: die zuneh­mende Digitalisierung und die steigende Bedeutung von Dienstleistungen. Das Handwerk gewinnt Marktanteile, da aufwen­dige Heimwerkerprojekte nicht mehr vollständig von Konsumenten selbst, sondern von profes­sionellen Handwerkern ausgeführt werden – ›do it for me‹ statt ›do it yourself‹«, interpretiert Klaus Peter Teipel die Studienergebnisse.

Unterschiedliche Bedeutung der Vertriebswege in einzelnen Warengruppen
Aufgrund der enormen Sortimentsvielfalt im DIY-Markt fällt die Bedeutung der Vertriebsformen in einzelnen Warengruppen unterschiedlich aus. So erreicht das größtenteils kleinbetrieblich strukturierte Handwerk in einigen Warengruppen aus dem Bereich Baustoffe einen Marktanteil von bis zu 90 Prozent. Die DIY-Branchenfachmärkte sind in ­ihren jeweiligen Sortimentsbereichen traditionell stark vertreten. Beispielsweise halten die Raumausstattungsfachmärkte bei Bodenbelägen einen Markt­anteil von 25,9 Prozent.

»Die DIY-Branchenfachmärkte konnten zuletzt überdurchschnittlich wachsen und halten stabile Markt­anteile. Der kleinbetrieb­liche, übergreifende Fachhandel befindet sich da­gegen erkennbar auf dem Rückzug«, so Christian Lerch, Consultant am IFH Köln.

DIY-Gesamtmarkt weiterhin auf Wachstumskurs
Der Umsatz im DIY-Gesamtmarkt konnte 2015 erneut gesteigert werden. Das Plus von 1 Prozent reicht zwar nicht an frühere Wachstumsraten oder den Durchschnitt der letzten zehn ­Jahre heran, mit einem Volumen von rund 229 Mil­liarden Euro auf Endverbraucherebene (inklusive Mehrwertsteuer) erreichte der Do-it-yourself-Markt jedoch einen neuen Höchststand.

2818 Euro für Farbe & Co.
Jeder Deutsche gab im vergan­genen Jahr im Durchschnitt 2818 Euro für Farben, Schrauben, Fenster, Pflanzen und Co. aus.

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