Infloor-Girloon: Digitaldruck – wenn es einer kann, dann ...
... der ostwestfälische Teppichbodenhersteller Infloor-Girloon, der mit seiner hochmodernen Colaris-Digitaldruckanlage textile Bodendesigns auf Teppichböden und -modulen fertigt. Das Unternehmen ist seit über 70 Jahren auf dem Markt und arbeitet vollstufig. Das Leistungsspektrum besteht aus Tuften, Weben, Färben, Drucken und Beschichten.
Infloor-Girloon ist Bodenspezialist für hochwertige Web- und Tuftingteppichböden, speziell für den stark frequentierten Objektbereich. Das Bedrucken von Teppichböden, die zunächst rohweiß getuftet werden, gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten und höchst erfolgreichen Dessinierungstechniken dieser Bodenbelagsgattung.
Infloor-Girloon investierte im Jahr 2018 in eine rund 3 Mio. Euro teure Colaris-Digitaldruckanlage – und was diese kann, darf durchaus als Revolution in der Drucktechnologie zur Bedruckung von Teppichböden bezeichnet werden. Dies gilt vor allem in Bezug auf die nahezu fotorealistische Auflösung und Konturenschärfe, 3-D-Effekte und Farbverläufe als auch im Hinblick auf den Umweltschutz.
Nimmt man beispielsweise die Chromojet-Drucktechnologie zum Vergleich, die maximal 12 bis 16 Farben drucken konnte, kann man beim Digitaldruck eine nahezu unbegrenzte Anzahl an Farben mit einer Auflösung von rund einer Milliarde Druckpunkte realisieren. Diese Auflösung erlaubt bisher ungeahnte Möglichkeiten in der Dessinierung von Teppichböden.
Nachhaltigkeit im Fokus
Neben der Drucktechnik setzt der Colaris-Digitaldruck auch Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit. Während beim Chromojet-Verfahren pro Quadratmeter noch bis zu 4,5 Liter Farbstoff aufgetragen werden musste, kommt der Colaris-Digitaldruck mit durchschnittlich 150 bis 250 g/m² an Farbstoff aus.
Zu der damit jährlich verbundenen Ressourceneinsparung ein paar Zahlen zum Vergleich:
■ Farbstoffeinsparung: ca. 1,5 t
■ Rohwarenabfall: ca. 3500 m²
■ Wasser/Abwasser: ca. 7000 m³
■ Energie: ca. 6000 kWh
■ CO₂: ca. 570 t
Ein weiterer Vorteil dieser Drucktechnologie ist die Flexibilität, zwei oder auch mehrere völlig unterschiedliche Dessins in einem Druckvorgang nebeneinander zu platzieren und zu drucken. Dadurch kann über das Jahr gesehen eine nicht zu unterschätzende Menge an Material (Rohware) eingespart sowie auch die einzelnen Druckbahnen für Kunden verschnittgünstig produziert werden.
Diese Flexibilität wird durch das sogenannte CMYK-Druckverfahren erreicht. Die Drucktinten in den Farben Blau, Rot, Gelb und Schwarz werden am Druckpunkt gemischt und können somit nahezu alle erdenklichen Farben und deren Abstufungen erzeugen. Beim Chromojet-Druck hingegen wurden die einzelnen Farben in insgesamt 52 Ansatzbehältern angemischt. Nach dem Druckvorgang war es notwendig, die jeweiligen Farbtanks und auch die Anlage auszuwaschen und neu zu befüllen. Dies bedeutet im Vergleich zum Digitaldruck einen Mehrverbrauch von ca. 95 Prozent an Frischwasser, ein um ca. 85 Prozent höherer Energieverbrauch sowie deutlich höhere Personalkosten durch die dafür erforderlichen Standzeiten.
Die Digitaldrucktechnologie kann also als Quantensprung in der Oberflächengestaltung von Teppichböden gesehen werden, einhergehend mit unabdingbaren Schritten in den Bereichen Nachhaltigkeit und Umweltschutz.


