Interface: Ausweg aus dem Klimawandel
Interface entwickelt CO₂-negative Materialien und Produkte, um die Planung von Gebäuden mit niedrigem CO₂-Fußabdruck zu unterstützen.
In allen Diskussionen um Emissionen und Klimawandel wird eines deutlich: Die Menschheit setzt zu viel CO₂ frei und der Natur gelingt es nicht mehr, diese enormen Mengen in Pflanzen, Gestein oder Meeren zu speichern. Die steigende Konzentration an Treibhausgasen, zu denen CO₂ gehört, führt zu einer verstärkten Reflexion der Wärmestrahlung und der Planet erwärmt sich so immer weiter.
Interface will mit seiner Mission »Climate Take Back« aktiv dazu beitragen, die globale Erwärmung umzukehren. Dabei orientiert sich Interface an der Natur und macht sich ihre Funktionsweise zunutze. Das Unternehmen betrachtet CO₂ nicht nur als schädliches Treibhausgas, sondern verwendet den darin enthaltenen Kohlenstoff als Ressource und Baustein für seine Produkte. So können diese CO₂ in Form von Kohlenstoff binden und verhindern, dass es wieder in die Atmosphäre gelangt.
Den Weg für eine nachhaltigere Baubranche ebnen
Für fast 40 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und somit ein bedeutender Treiber des Klimawandels ist die Baubranche. Daher haben es Bauprodukthersteller wie Interface, aber auch Architekten und Bauherren in der Hand, einen deutlichen Beitrag zur Verminderung des globalen CO₂-Fußabdrucks zu leisten. Tatsächlich werden Gebäude immer energieeffizienter und nachhaltiger. Allerdings entfällt rund die Hälfte der Emissionen über den gesamten Lebenszyklus bereits auf den Zeitraum vor Bezug des Gebäudes. Herstellung und Transport von Materialien, Konstruktion und Abriss werden häufig noch nicht bilanziert und tragen dennoch dazu bei, die sogenannten grauen Emissionen eines Gebäudes im Vergleich zum Betrieb zu verdoppeln.
Die Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPDs) sind für Bauherren und Planer ein wichtiges Instrument, um die Umwelteinflüsse eines Baumaterials zu beurteilen. »Auch Interface veröffentlicht seine EPDs«, sagt Nils Rödenbeck, Vice President & General Manager DACH bei Interface, »denn so können wir Entscheider bei der Auswahl von Produkten unterstützen. Wir nutzen unseren Einfluss auf die ersten Lebensphasen unserer Produkte von Rohstoffgewinnung über Transport in die Produktionsstätten bis zur Verarbeitung, um den CO₂-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Damit erfüllen Interface-Bodenbeläge auch hohe Nachhaltigkeitsansprüche und können positiv zu Gebäude-Zertifizierungen wie LEED oder dem DGNB-System beitragen.«
CO₂-neutrale Produkte als Brückenschlag
Bereits 2002 startete Interface sein erstes Programm zur CO₂-Kompensation von ausgewählten Produkten. Seit 2018 sind alle von Interface verkauften Bodenbeläge – Teppichfliesen, LVT und Nora-Kautschukböden – über ihren gesamten Produktlebenszyklus durch das von Drittanbietern verifizierte Programm »Carbon Neutral Floors« CO₂-neutral. Seit 1996 konnte der Hersteller durch eigene Entwicklungen und umweltbewusste Entscheidungen den CO₂-Fußabdruck seiner Teppichfliesenprodukte um über 74 Prozent reduzieren. Die verbleibenden, bisher unvermeidbaren Emissionen werden durch den Erwerb von Zertifikaten aus geprüften Emissionsminderungsprojekten ausgeglichen. Seit 2002 hat Interface mehr als 379 Mio. m² CO2-neutrale Bodenbeläge verkauft und weltweit rund 5,3 Mio. Tonnen CO₂ ausgeglichen.
»Um unsere selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, haben wir uns intensiv auf unsere Strategie fokussiert. Seit 1994 war die Mission ›Zero‹ der Leitfaden für das Unternehmen, um alle negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden. Erreicht haben wir dies unter anderem durch die Energieeffizienzsteigerung in Produktionsstätten und die Optimierung der eingesetzten Materialien«, sagt Mara Linn Becher, Regional Sustainability Manager DACH bei Interface. Hinzu kommen die Nutzung erneuerbarer Energien, die Reduktion des Wasserverbrauchs pro Produktionseinheit sowie der Abfälle und innovative Ansätze wie beispielsweise der Einsatz nachwachsender Rohstoffe und recycelter Materialien in Garn und Rücken. Interface hat konsequent daran gearbeitet, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um mit seinen Produkten einen wertvollen Beitrag zu nachhaltigeren Gebäuden zu leisten.
Der Weg zur Umkehr des Klimawandels
Mit Erreichen der CO₂-Neutralität aller Produkte ist die Mission »Zero« zum Bestandteil der aktuellen Mission »Climate Take Back« geworden. Bis 2040 will Interface als Unternehmen CO₂-negativ werden und damit aktiv zur Umkehrung des Klimawandels beitragen. Dafür sollen unter anderem Rohstoffe verarbeitet werden, die CO₂ in Form von Kohlenstoff binden, sodass er zu einem Baustein des Endprodukts wird. Im Oktober 2020 hat Interface die bitumen- und PVC-freie »CQuest Bio«-Rückenkonstruktion auf den Markt gebracht. Diese besteht durchschnittlich zu 60 Prozent aus recycelten und biobasierten Materialien, von denen einige für sich betrachtet CO₂-negativ sind. Dies bedeutet, dass Produkte mit einer »CQuest Bio«-Rückenkonstruktion einen so niedrigen CO₂-Fußabdruck wie nie zuvor haben, nämlich um über 40 Prozent geringer als Interface-Bodenbeläge mit der bislang üblichen »Graphlex«-Rückenkonstruktion.
»Der nächste Schritt ist der Übergang von Produkten, die wie bisher üblich während der Herstellung CO₂ emittieren, auf Produkte, die stattdessen CO₂ in Form von Kohlenstoff speichern. Wir drehen die Art und Weise, wie wir Produkte designen und herstellen, auf den Kopf und hoffen, andere so zu inspirieren und einen wirklichen Wandel mitzugestalten. Diesen Weg werden wir auch mit unserer neuen Teppichfliesenkollektion ›Embodied Beauty‹ einschlagen, die drei CO₂-negative Produktvarianten enthält«, berichtet Mara Linn Becher. Die CO₂-negativen Materialien in der neuen »CQuest BioX«-Rückenkonstruktion führen in Kombination mit speziellen Garnen und Tufting-Verfahren erstmals zu CO₂-negativen Teppichfliesen. Diese gewährleisten Langlebigkeit, attraktives Design und einen negativen CO₂-Fußabdruck. Damit ist Interface erneut Pionier für die Branche und unterstützt seine Kunden dabei, ihre eigenen Klimaziele zu erreichen.
»Das Unternehmen befindet sich seit über 25 Jahren auf der Reise zu dem einen Ziel: den nachfolgenden Generationen ein lebenswertes Klima zu hinterlassen. Mit der Entwicklung der entsprechenden Produkte ist uns ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieses Ziels gelungen«, so Anne Salditt, Marketing Director Central Europe bei Interface, »doch Interface ist noch längst nicht am Ende der Reise angelangt, sondern wir suchen intensiv weiter nach neuen und innovativen Lösungen.«
Die neue Interface-Teppichfliesenkollektion »Embodied Beauty«
Mit der neuesten Teppichfliesenkollektion »Embodied Beauty« wird von Interface erstmals ein CO₂-negativer Bodenbelag (Cradle to Gate) angeboten.
Japanische Ästhetik in schlichter Schönheit eingefangen
Die Kollektion wurde mit dem Ziel kreiert und produziert, die Natur zu ehren und zu respektieren. Dazu trägt in erster Linie ihr faszinierendes, von der Natur inspiriertes Design bei, aber auch das verwendete Material und die Herstellungsweise. Entworfen wurde »Embodied Beauty« von Kari Pei, Interface Vice President of Global Product Design. Sie fängt in der Kollektion geschickt die japanische Ästhetik von Minimalismus und Restauration sowie die organische Schönheit der natürlichen Welt ein. Mit ihrem Design erzeugt sie ein Gefühl der Verbundenheit mit anderen und mit der Natur. Dafür macht sie sich die Prinzipien von Ikigai zunutze, einem japanischen Konzept, das sich mit dem übergeordneten Sinn des Lebens beschäftigt. Diese Einflüsse verbinden sich in einer Vielzahl einzigartiger Stile, die von schmalen monochromatischen Mustern bis hin zu großformatigen grafischen, getufteten Texturen reichen.
»Als unsere erste Kollektion, die CO₂-negative Produkte enthält, bringt ›Embodied Beauty‹ die Idee auf den Punkt, mit der Natur im Einklang zu arbeiten – ein Konzept, das in der japanischen Kultur oft betont wird«, sagt Pei. »Dies hat die Ästhetik im Design inspiriert und eine Fülle an Texturen, Farben und Kontrasten hervorgebracht, die wir in die Gestaltung einbeziehen konnten. Bei genauer Betrachtung der unterschiedlichen Stile erkennt man auch Elemente von Kintsugi, der Kunst, aus zerbrochenen Objekten etwas Neues und Schönes zu erschaffen, und Sashiko, einer Form des dekorativen Nähens. Mit den Teppichfliesen entsteht ein edler Boden, der Ausgeglichenheit und Anmut widerspiegelt und praktisch in jeden Raum passt.«
Inspiriert von der Natur
Mit ihren sieben Designs und sechs Farbgebungen erinnert »Embodied Beauty« an die zarte Schönheit antiker Textilien, unregelmäßig gerasterter Texturen, gewebter Strukturen und weicher, subtiler Konturen der Natur. Zur Kollektion gehören drei CO₂-negative Cradle-to-Gate-Produktvarianten: »Shishu Stitch«, »Tokyo Texture« und »Zen Stitch«. Sie kombinieren die neue »CQuest BioX«-Rückenkonstruktion mit speziellen Garnen und Tufting-Verfahren und binden mehr Kohlenstoff als alle bisherigen textilen modularen Produkte. So verhindern sie, dass er als CO₂ in die Atmosphäre gelangt, wo er zur globalen Erwärmung beitragen würde. Die Teppichfliesen unterstützen Interface-Kunden dabei, die CO₂-Bilanz in den von ihnen gestalteten Räumen zu senken.
»Embodied Beauty« umfasst vier weitere Produkte, die wie alle von Interface angebotenen Bodenbeläge über den gesamten Produktlebenszyklus CO₂-neutral sind: »Geisha Gather«, »Sashiko Stitch«, »Simple Sash« und »Vintage Kimono«. Sie sind in ruhigen, gedeckten Grautönen sowie warmen und kühlen Schattierungen gehalten, ergänzt von weiteren, natürlich anmutenden Farben für zusätzliche Nuancen und eine Differenzierung der Farbpalette. Alle Designs lassen sich bei der Verlegung stilvoll miteinander kombinieren und ermöglichen so eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten.
Mehr Informationen über die CO₂-negativen Produkte von Interface und über das Engagement des Unternehmens, den eigenen CO₂-Fußabdruck und den der gebauten Umwelt zu reduzieren, gibt es unter interface.com/carbonnegative.

