Interface: Neue Weichen für 2017
Am neuen Firmensitz in Krefeld sprachen Interface-Geschäftsführer Nils Rödenbeck und Marketing Manager Deutschland Anne Salditt über die Realisierung einer Zusammenarbeit mit dem Großhandel sowie ihre Erwartungen an das neue Jahr und den neuen Arbeitsplatz.
Krefeld, Girmesgath 5, Mies-van-der-Rohe-Business-Park, Speditionshaus – so lauten die Koordinaten des neuen Standorts von Interface Deutschland. Der Hersteller modularer Teppichfliesen für den Objektbereich eröffnete am 17. November 2016 die Pforten im neuen »Living Office« im weltweit einzigen Industriebau des Bauhaus-Architekten Mies van der Rohe. Hier ist nach Meinung des Geschäftsführers Nils Rödenbeck der perfekte Ort, um auf rund 650 Qua
dratmetern den eigenen Prinzipien von Arbeitsplatzgestaltung Raum zu geben. »Wir glauben, dass sich Interface und Bauhaus gut zusammenbringen lassen und dass es viele Aspekte gibt, die verknüpft werden können. Das heißt, dass es hier eine Koexistenz gibt, von der wir glauben, dass sie funktionieren kann. Nach den letzten sechs, sieben Jahren glaubte man bei Interface daran, dass dieser Ort es wert ist, zu investieren.« Das umgesetzte Interieur-Konzept folgt den Prinzipien des »Biophilic Designs«, bei dem es darum geht, das Wohlbefinden der Mitarbeiter bei der Arbeit zu fördern. Realisiert wird das anhand natürlicher Elemente, die in Arbeitsumgebungen integriert werden.
Wachstum auch 2017
Mit einem neuen Büro ist es aber noch lange nicht getan. Bei Interface stellen sich die Verantwortlichen derzeit einer weiteren Herausforderung: Ab 2017 soll das Geschäft mit dem Großhandel anlaufen, wofür bereits in diesem Jahr die Weichen gestellt werden mussten, unter anderem mit einem neuen Mitarbeiter, der für diesen Key Account zuständig ist. 2016 hat Nils Rödenbeck zusammen mit seinem Team intensiv an einer Großhandelsstrategie gefeilt. »Wir wollten nicht nur die 90-Prozent-Lösung, wenn wir an den Markt gehen. Deshalb haben wir mit den Großhandelspartnern geklärt, was nötig ist, um den Markteintritt in dieses Geschäft zu finden. So hat sich das Ganze verzögert, aber Anfang des neuen Jahres können wir zusammen mit unserem neuen Key Accounter Großhandel starten.« Und weiter: »Es ist ein Prozess des Umdenkens und des Annäherns. Wir werden ab 2017 zwei Partner haben, mit denen wir in das Großhandelsgeschäft eintreten. Und die Antwort darauf, wie wir es beim Großhandel schaffen wollen, ist Kontinuität.«
Dafür, dass sein Vertrauen in den Erfolg mit dem Großhandel gerechtfertigt ist, sieht Nils Rödenbeck neben dem Aufbau eines Vertriebszweiges für den Großhandel mit entsprechenden Personalkapazitäten noch einen weiteren Grund: »Im letzten Jahr hatten wir mehrere Anfragen von unterschiedlichen Großhändlern, weil Teppichfliesen inzwischen am Markt nachgefragt werden. Dadurch, dass wir im Officebereich gewachsen sind, wir die Fliese im Objektgeschäft platziert haben oder diese generell stärker dort angekommen ist, entstehen solche Effekte. Der Handwerker konnte inzwischen Erfahrung mit Teppichfliesen machen und hat nicht nur die logistischen Vorteile erkannt, sodass er nun Teppichfliesen statt Bahnenware nachfragt. Das spürt der Großhändler immer mehr und so reißt das Spezifikationsgeschäft das Tagesgeschäft ein Stück weit mit. Deshalb glauben wir, dass es funktionieren wird.«
Im Rückblick auf das aktuelle Geschäftsjahr fasst der Geschäftsführer zusammen: »Mit 2016 sind wir bisher zufrieden. Wir werden auch dieses Jahr wieder zweistellig wachsen, wissen aber auch, dass wir bei gewissen Dingen Verzögerungen hatten, zum Beispiel wegen des Umzugs.« Für das nächste Jahr steht auch einiges an: »Als neue strategische Zielgruppe fügen wir den Großhandel mit einem eigenen Vertrieb hinzu. Der neue Key Accounter wird direkt an mich berichten, sodass ich mich auch persönlich sehr stark um dieses Thema kümmern werde. Außerdem werden wir in unserem Kerngeschäft, dem Spezifikationsgeschäft, weiter wachsen und drei weitere Außendienstmitarbeiter einstellen. Auch den Key Account Großhandel werden wir mit weiterem Personal untermauern.«
Teppichfliesen auf dem Vormarsch
Spätestens seit der diesjährigen »Orgatec« war klar, dass sich Teppichfliesen so langsam aber sicher durchsetzen, was auch am Interface-Stand spürbar war, wie Anne Salditt verdeutlicht: »Man merkt, dass der Bodenbelag nicht mehr die letzte Instanz bei der Büroausstattung ist, und inzwischen muss man das Produkt Teppichfliese und seine Vorteile nicht mehr erklären, sondern geht eher auf weichere Fakten wie Nachhaltigkeit ein. So konnten wir unsere Designs stärker in den Vordergrund stellen. Teppichfliesen haben heute eine Relevanz im Markt; und das ist ein schöner Anknüpfungspunkt für uns als Marke, uns weiter zu etablieren und Vorreiter in der Kommunikation zu sein – mit Themen wie Modularität und ›Biophilic Design‹.« Nils Rödenbeck fügt hinzu: »Viele der Aussteller haben sich hinsichtlich der Standausstattung bewusst für Teppichfliesen und bewusst für Interface entschieden, weil heute eher integrative Konzepte mit Möbeln, Beleuchtung und Bodenbelägen statt nur Tische oder Stühle gezeigt werden. Das ist für mich der Wechsel und ein Unterschied zu dem, was vor einigen Jahren noch auf der ›Orgatec‹ stattgefunden hat.«
Dort stand neben der Modularität auch die Akustik im Vordergrund, die auch ein wichtiger Bestandteil des Wohlfühlgedankens im neuen Interface-Büro ist. Nils Rödenbeck dazu: »Der Teppichboden ist nicht das Allheilmittel, wenn es um die Akustik geht, und jeder, der das behauptet, liegt falsch. Es ist vielmehr eine Kombination unterschiedlicher Teile einer Ausstattung, die nur in der Summe funktionieren kann. Wir haben vor, uns mit den hiesigen Netzwerkpartnern zusammenzusetzen und gemeinsam über integrierte Lösungen zu sprechen, die wir hier auch vorfinden. So werden wir auch zu Akustik gut beraten können.« Ingesamt strebt Interface für 2017 also nicht nur weiteres Wachstum an, sondern auch die Verfolgung neuer, übergreifender Ideen und Geschäftsansätze.
Daniela Emmerich

