27.07.2022 | Wand / Fassade Seite 76-79 in Ausgabe 8/2022

Jansen: Mit der Innovation »PRO« zurück auf den Markt

Wenn man wie das Unternehmen Jansen, Hersteller von Lacken, Lasuren und Lösungen für Spezialanwendungen, bereits seit 144 Jahren auf dem Markt unterwegs ist, hat man hier schon einiges an Höhen und Tiefen erlebt. Was die Lackfabrik Jansen jedoch vor einem Jahr bei der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal miterleben musste, ist kaum zu beschreiben. Nachdem das Unternehmen in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 von der Flutwelle massiv getroffen wurde, kämpfen sich die Pioniere aus dem Ahrtal nun Schritt für Schritt zurück. Auch heute erscheint das Jansen-Werk in Ahrweiler auf den ersten Blick noch immer wie eine große Industriebaustelle. Viele Büros und Hallen befinden sich noch im Rohbau-Stadium, doch es tut sich was auf dem Gelände!

Mit der am 14. Juli 2022 stattgefundenen Pressekonferenz meldete sich der Farbenhersteller Jansen, ein Jahr nach der Flutkatastrophe in Ahrweiler, mit der »ISO-HDF Holzdeckenfarbe PRO« eindrucksvoll zurück. Aber nicht nur das Produkt habe man völlig neu entwickelt, sondern auch die Prozesse und Produktionsverfahren insgesamt auf den Prüfstand gestellt.
»Heute ist der 14. Juli 2022 – genau ein Jahr nach der verheerenden Flut hier im Ahrtal, bei der unser Werk massiv zerstört worden ist. Ich darf heute sagen, wir haben die Zeit genutzt und uns wieder nach vorne gekämpft. Vor knapp einem Jahr haben wir es uns zum Ziel gesetzt, uns heute – exakt ein Jahr nach der Katastrophe — mit einer echten Innovation im Markt zurückzumelden, und ich bin unglaublich stolz auf das gesamte Team, dass wir genau dieses heute tun werden«, so Geschäftsführer Peter Jansen in seiner Begrüßung beim zweiten Pressegespräch nach der Flut, das nun erstmalig wieder auf dem Werksgelände stattfinden konnte.

Brücke zu den eigenen Wurzeln
Was vor 100 Jahren mit der Erstabfüllung von »Ahrweilit«-Spachtel in Ahrweiler begann, lässt die Herzen im Ahrtal erneut höherschlagen. »Ahrweilit« ist das erste Produkt in der Reihe, welches nach der Flut wieder im Ahrtal abgefüllt werden konnte und bekam dafür den neuen Namen »Ahrweilit No. 1«. »Die Abfüllung eines solchen Klassikers wieder vor Ort zu haben, ist ein unglaublich gutes Gefühl«, fasst Jansen die Bedeutung für das gesamte Jansen-Team in Worte. Zugleich starten die Lackspezialisten eine besondere Kampagne. So werden alte Werbemotive, die die Belegschaft aus der Flut retten konnte, mit den eigenen Mitarbeitern neu in Szene gesetzt.
»Nachdem wir Ende letzten Jahres, am 17. Dezember 2021 um 11.32 Uhr, mit dem ›Ahrweilit No. 1‹ das erste Produkt nach der Flut hier am Standort abfüllen konnten, entwickeln, produzieren und füllen wir nun auch die ersten Lacke – ein für uns besonders relevanter Geschäftsbereich – wieder auf unserem Werksgelände ab«, unterstreicht Alexandra Bardjasteh, Gesellschafterin des Unternehmens, und schildert eindrücklich, dass dieses auch für sie persönlich sehr ergreifende Momente waren: »Wir kämpfen hier gemeinsam für unsere Zukunft. Es war und es ist uns eine Herzensangelegenheit, jeden einzelnen Arbeitsplatz zu sichern – für die Region und für das Ahrtal.«
»Als Familienunternehmen haben wir zwar eine sehr solide Eigenkapital-Finanzierung, sind jedoch jetzt bei unseren Zielen zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte auf fremde Hilfe angewiesen. Und auch hier haben wir uns von der Flut nicht beirren lassen und an unserer grundsätzlichen strategischen Ausrichtung festgehalten«, ergänzt Jansen. Das Unternehmen investiere weiterhin sehr stark in den Markt und in die Produktentwicklung. So war die Neueinrichtung des eigenen Labors eine der ersten Investitionen, die getätigt wurden. Ebenso hat das Unternehmen sein Vertriebsnetz neu aufgestellt, um den Markt intensiver bearbeiten und noch näher an den Maler heranrücken zu können.

Lieferfähigkeit von bis zu 95 Prozent
Die Ergebnisse geben dem Lackspezialisten Recht. So habe der Hersteller heute bereits wieder eine Lieferfähigkeit von bis zu 95 Prozent erreicht – auch wenn die Bearbeitung der Aufträge noch nicht ganz so schnell erledigt werden kann wie vor der Flut. Hieran jedoch arbeite das gesamte Team aktuell mit Hochdruck. Auch sei der Umsatz bereits wieder auf 80 Prozent des Vor-Flut-Niveaus angestiegen.
Mit der Vorstellung der »ISO-HDF Holzdeckenfarbe PRO« dürften sich auch diese Erwartungen nochmals deutlich verbessern. So ist die Holzdeckenfarbe seit Jahren das stärkste Produkt bei Jansen, und die Rezeptur wurde radikal neu gedacht.
»›ISO-HDF PRO‹ ist ein echtes Ausrufezeichen. Sowohl die Oberflächenbeschaffenheit als auch die Verarbeitungsqualität ist auf einem völlig neuen Niveau. Vor allem kann ›ISO-HDF PRO‹ jetzt auch für Feuchträume wie Bad oder Küche und selbst für Wandvertäfelungen eingesetzt werden«, freut sich Heinrich Krebsbach, Laborleiter bei Jansen, über die Qualitäten, die die Innovation mitbringt. »Das Klappern der Dosen auf dem Band ist für uns alle wie Musik in den Ohren. Als die Gebinde zum ersten Mal wieder in der eigenen Halle abgefüllt wurden, setzte das eine sprichwörtliche Pilgerbewegung der Mitarbeiter zur Abfüllmaschine in Gang. Die ›ISO-HDF Holzdeckenfarbe PRO‹ ist ein klares Signal, dass wir überlebt haben und dass wir es schaffen werden! Und dass der Markt und alle anderen wieder mit uns rechnen können«, so Bardjasteh abschließend.
Wer »ISO-HDF PRO« ausprobieren möchte, macht dieses am besten über eine Online-Veranstaltung des Jansen-Campus, in der das Produkt gemeinsam mit der Jansen-Anwendungstechnik »auf den Pinsel genommen« wird. Termine und Anmeldemöglichkeiten sind unter www.jansen.de zu finden.

Sabine Langanke

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