01.02.2020 | Personalmeldungen Seite 18 in Ausgabe 2/2020

Katja Krater: Guter Start in 2020

Diese gute Nachricht ging vor wenigen Tagen durch die Presse und verwundert, betrachtet man die Vielzahl anderslautender Überschriften in den Medien. Verliehen wurde der Titel durch den »Bloomberg Innovation Index 2020«. Dort hat es Deutschland auf Platz eins geschafft und Südkorea, das sechs Jahre an der Spitze stand, verdrängt. Beim »Innovation Index«, den es seit acht Jahren gibt, werden Dutzende von Kriterien analysiert. Dazu gehören Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Fertigungsmöglichkeiten und Konzentration von börsennotierten Hightech-Unternehmen. Ohne weiter in die Tiefe zu gehen, ist der Index sehr breit gefächert, und natürlich sehen die Auditoren auch Schwächen der deutschen Wirtschaft, wie beispielsweise fehlende Innovationen im Bereich Dienstleistungen und im Hochschulwesen.
Der Begriff Innovation meint wörtlich »Neuerung« oder »Erneuerung«. In der Umgangssprache wird der Begriff im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen und für deren wirtschaftliche Umsetzung verwendet. Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden, die tatsächlich erfolgreiche Anwendung finden und den Markt durchdringen.
Das Thema Innovation ist also im Großen wie im Kleinen von entscheidender Bedeutung und wird doch so oft im Alltag sträflich vernachlässigt. Dabei kann eine Idee unsere Realität komplett ändern, denken wir einfach an die Erfindung des Computers oder des Mobiltelefons. Auch wenn die Veränderungen in unserer Umgebung gerade durch die oben genannten Erfindungen stark geprägt wurden, ist dennoch »Luft nach oben«.
Der Auftakt zum neuen Jahrzehnt könnte auch Veränderungswünsche hin zu neuen Lösungsansätzen beinhalten. Wenn wir uns mit neuem Denken eine neue Realität erschaffen können, sollten wir diese Möglichkeit auch ergreifen. »Um die Ecke zu denken« kann übrigens erlernt werden und hat persönliche Vorteile für den Übenden, denn es belohnt das Gehirn. Aus den Erkenntnissen der Neurobiologie ist unser Gehirn das Organ, das sich stets weiterentwickelt und sich demnach unter neuen Umständen umstrukturiert. Dies führt zu einer neuen Realität und beinhaltet die Bestätigung der Selbstwirksamkeit. Wir werden mit einem tiefen Glücksgefühl belohnt. Insofern muss zwar nicht jede Idee in die Tat umgesetzt werden, dennoch entsteht eine geistig flexible mentale Haltung, die dem Menschen mehr Flexibilität verleiht.
Auf der Mitarbeiterebene betrachtet, führen neue Ideen zu einem selbst entwickelten frischen Wind und zu einer höheren emotionalen Beteiligung. Auf der Entscheiderebene in den Unternehmen werden neue Ansätze und Gedanken zugelassen. Diese Haltung befreit und lässt neue Optionen entstehen.
Um mit einem Beispiel konkret zu werden, wird in der Schweiz von einem Unternehmen essbarer Möbelstoff produziert und die Zuschnitte als Torfersatz in Gärtnereien verwendet.
Michael Braungart, ehemaliger Greenpeace-Aktivist und heute bekanntester deutscher Umweltchemiker, konstatiert, moderne Produkte sind Dienstleistungen. Wir brauchen keine Waschmaschine, sondern saubere Wäsche. Würde der Hersteller seine Geräte nur verleihen, wäre er interessiert an langer Haltbarkeit und bestem Material.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Jahresauftakt, frische neue Ideen und produktive Gedanken.

Katja Krater

Quellen: Süddeutsche Zeitung,
Wikipedia, Interview Michael Braungart vom 21. Januar 2020

Zurück