Keim - Mit Farben Orientierung schaffen
Keim entwickelte ein Farbkonzept für die Caritas- Alten- und Pflegeeinrichtung »Marienheim« in Glonn.
Steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenzahlen: Ältere, alte und sehr alte Menschen werden in Zukunft unsere Gesellschaft erheblich stärker prägen als heute.
Die Lebens- und Wohnbedürfnisse der Seniorengenerationen verlangen nach Gestaltungskonzepten, die spezielle Befindlichkeiten und Defizite des Alters mit einbeziehen.
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Wahrnehmungsfähigkeit, verschiedene Einschränkungen des Sehvermögens treten ein. Diese Seh- und zusätzliche Bewegungseinschränkungen erhöhen das Unfallrisiko alter Menschen. Eine abwechslungsreiche Wandgestaltung in hellen, kräftigen Farben, die farbliche Betonung von Stolperfallen sowie von Handläufen und Türklinken kann Flure und Verkehrszonen sinnvoll strukturieren und das Unfallrisiko mindern. Passende Farbleitsysteme und gut wahrnehmbare Helligkeits- und Farbkontraste erleichtern die Orientierung und geben Sicherheit.
Türen zu Bewohnerzimmern sollten farbig gestaltet und unverwechselbar zu erkennen sein, während Türen zu Versorgungsräumen oder Ausgängen in der Farbe der Wand gestrichen und damit kaschiert werden können. Da die Farbwahrnehmung bei sehbehinderten Menschen beeinträchtigt sein kann, reicht ein reiner Farbkontrast oft nicht aus. Entscheidend ist der Helligkeitskontrast, weil der auch für farbfehlsichtige Menschen erkennbar ist.
Demenziell erkrankte Menschen reagieren besonders sensibel auf ihre Umgebung. Sie leiden stärker an Sehbehinderungen als Menschen mit normalen Alterseinschränkungen, hinzu kommt ein schrittweiser Abbau kognitiver Fähigkeiten. Die Wahrnehmung erfolgt verstärkt auf emotionaler Ebene und führt damit schnell zu Überforderung und Stress. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto geringer ist die Erinnerungsfähigkeit.
Eine sorgfältige Raum- und Farbgestaltung kann demenziell Erkrankten helfen, bereits verlorene Fähigkeiten durch visuelle Stimulation auszugleichen, und dazu beitragen, dass sie sich sicher und geborgen fühlen. Farbkonzepte mit unterschiedlichen, klar voneinander getrennten Farbthemen, einheitliche Bodenbeläge von gleichem Material und gleicher Farbe sowie deutlich hervorgehobene Elemente unterstützen die Wahrnehmung, sorgen für eine bessere Orientierung und fördern die Alltagskompetenz.
Keim-Farben im Marienheim
Orientierung und Identifikation standen auch bei der Farbgestaltung der Flurbereiche der Caritas-Alten- und Pflegeeinrichtung »Marienheim« in Glonn im Vordergrund. Farbgestalterin Christine Seibold vom Keim-»Farbstudio« entschied sich für jeweils unterschiedliche Farbstimmungen in den vier Stockwerken: »Jede Station stand durch Wandbilder und Namensgebung bereits unter einem eigenen Motto wie zum Beispiel ›Am Entenweiher‹ oder ›Sommerwiese‹. Wir wo
llten an die vorgegebenen Themen anknüpfen, um die Bewohner nicht zu überfordern, denn allzu große Veränderungen können schnell zu Verunsicherung führen und Stress erzeugen.«
Unter Einbeziehung der wohlbekannten Bilder und Elemente erhielten die einzelnen Geschosse eine individuelle und eindeutige Farbkomposition, die Anregung bietet und zugleich Sicherheit gibt und Identifikation ermöglicht. Die monochrom gehaltenen Flurwände sind durch Flächen in Farb- und Helligkeitskontrasten akzentuiert, kräftige Farben an den Stirnseiten dienen als Blickfang und verkürzen die langen Flure optisch.
»Flure sind Bewegungs- und Begegnungsräume«, erklärt Christine Seibold. »Hier gehen die Bewohner miteinander spazieren oder sie treffen sich und plaudern. Unsere Gestaltung sollte also motorisch anregend und kommunikationsfördernd sein.«
Die warmen, hellen Farbtöne erzeugen eine wohnliche Stimmung, fördern die gute Laune und beleben nicht nur die Senioren, sondern auch das Pflegepersonal.
Die Umsetzung unterstützte die Firma Keim mit technischem Know-how und den passenden mineralischen Innenraumfarben. Die Mineralfarben von Keim enthalten ausschließlich lichtechte, anorganische Pigmente in Erd- und Steintönen. Der matte Charakter der Mineralfarbe lässt die Farbqualität unmittelbar wirken, weil die Pigmente nicht in eine Kunststoffschicht eingebettet sind. Dadurch haben die Anstriche eine ganz besondere Farbtiefe und Lebendigkeit und wirken darüber hinaus untereinander immer harmonisch.
Die »Marienheim«-Bewohner freuen sich über die freundliche und behagliche Atmosphäre der neu gestalteten Flure und auch bei Mitarbeitern und Besuchern hat das Farbkonzept großen Anklang gefunden: »Die warmen, hellen Farben erzeugen eine Wohlfühlstimmung und tun einfach gut.«

