Kiesel: Die Weichen für die Zukunft sind gestellt
Produktseitig und personell ist der Verlegewerkstoff-Hersteller bestens aufgestellt.
Mit Beatrice Kiesel-Luik als geschäftsführende Gesellschafterin, Dr. Matthias Hirsch als Technischer Geschäftsführer und vertrieblichen Neuregelungen unter dem Branchenverantwortlichen Marcus Lippert ist der Verlegewerkstoff-Hersteller Kiesel für die Zukunft bestens aufgestellt. Doch das ist nur eine Seite der Medaille: Mit bewährten und innovativen Produkten sowie neuen Services will das Unternehmen etwas »lauter« werden.
»Ich habe bereits vor Jahren begonnen, die Nachfolge im Unternehmen zu regeln«, sagt Geschäftsführer Wolfgang Kiesel. »Meine Tochter Beatrice hat sich viele Jahre darauf vorbereitet. Und den technischen Bereich hatten wir immer schon aus der Familie ausgelagert und Dr. Matthias Hirsch zum Mitgeschäftsführer gemacht.« Und seine Tochter Beatrice Kiesel-Luik betont: »Mit meiner Berufung in die nun auf drei Personen erweiterte Geschäftsführung signalisiert mein Vater sowohl unseren Mitarbeitern als auch unseren Geschäftspartnern, dass ich die Firmenleitung übernehmen werde.« Und das gibt sowohl intern als auch extern Sicherheit aufgrund der Kontinuität.
Der Vertrieb wurde im Rahmen dieser Nachfolgeregelung ebenfalls verändert, war dieser doch über viele Jahre hinweg Wolfgang Kiesels »Hobby«, wie dieser augenzwinkernd meint. »In einigen Bereichen waren die Verantwortungen nicht richtig verteilt«, gibt er zu.
Im Wesentlichen wurde der Vertrieb im Fußbodenbereich neu geordnet, um die Schlagkraft zu erhöhen. Mithilfe von Marcus Lippert, der seit November 2015 der Branchenverantwortliche für die Fußbodentechnik ist, richtet das Esslinger Unternehmen seine Verkaufsorganisation im Hinblick auf mehr Kundennähe und straffere Prozesse neu aus. Lippert ist in der Bauchemiebranche kein Unbekannter. Sein fundiertes Know-how des Marktes fußt auf 30 Jahren Erfahrung in unterschiedlichen Firmen und Vertriebspositionen. Als Branchenverantwortlicher der Fußbodentechnik obliegt Lippert zudem die Verkaufsleitung für Süd- und Westdeutschland sowie Österreich. »Meine Aufgabe wird es sein, den Markt und seine Entwicklungen zu verfolgen«, sagt Marcus Lippert. Doch auch was seine Mitarbeiter anbelangt, sieht er sich in der Verantwortung. »Wir haben einen verhältnismäßig jungen Mitarbeiterstamm im Außendienst. Die Mitarbeiter sollen sich entwickeln und lernen, noch bessere Verkäufer zu werden. Ich werde sie dabei begleiten.« Nichtsdestoweniger steht das alltägliche Geschäft auf seiner Agenda. »Wir wollen neue Ideen entwickeln und die Marke positionieren und festigen. Wir haben für die Zukunft vieles im Köcher und werden wieder mehr auf uns aufmerksam machen.« Das alles zusammen stellt Lipperts erste Priorität dar: das Unternehmen und dessen Zukunft abzusichern.
Damit einher geht natürlich auch Traditionelles – so wie Kiesel fest am Bau klebt, so gilt auch nach wie vor der dreistufige Vertriebsweg. Maßgeblich wird der Bodenbelagsfachhandel/Großhandel mit den dazugehörigen einschlägigen Kooperationen beliefert. Hinzu kommt auch das Objekt über Organisationen wie Decor-Union und Südbund, aber auch der klassische Großobjekteur. »Auf den größten Baustellen Deutschlands findet man durchaus Kiesel-Produkte«, so Lippert. Was den Maler- bzw. Farben-Großhandel betrifft, so ist Kiesel dort bereits unterwegs. Lippert: »Der Maler ist ein wissbegieriger und universeller Handwerker, der nach allen Seiten offen ist. Maler-Betriebe sind in der Regel personell gut aufgestellt und daher auch interessant für uns. Mit dem Farben-Großhandel wollen wir sicherlich in Zukunft intensiver zusammenarbeiten.«
Was auch ansteht, ist eine veränderte Form von Service. »Wir werden einige Dinge etwas verändern. Wir wollen unserem Kunden einen Service auf der Baustelle zukommen lassen, der dem Handwerker gerecht wird«, so Lippert. In Sachen Produkt soll der Parkett-Sektor und überhaupt die Verklebung von Bodenbelägen gepusht werden. Beim Parkett-Kleber steht bei »Bakit« auch in diesem Jahr das 30-jährige Produkt-Jubiläum an, mit dem Kiesel eine Parkett-Offensive starten wird. »Das Rad werden wir hierbei nicht neu erfinden, aber wir wollen mit ein paar Kniffen das Parkett-Verarbeiten einfacher machen.«
Bester Beliebtheit erfreuen sich übrigens die Seminare des Unternehmens, die sich nicht nur mit Verarbeitung, sondern auch mit dem Thema Recht am Bau auseinandersetzen. Neu ist, dass man nun auch »Kiesel-Experte« mitsamt Zertifikat und Jacke werden kann: Wer dreimal im Seminar war, hat den Experten-Status und wird zu Treffen und Fachvorträgen eingeladen. Mit den Experten werden auch bestimmte Themen vorab diskutiert, was etwa eine neue Produkt-Idee betrifft.
Produkte mit Innovationsgrad
Was Kiesel in puncto Produkte zu bieten hat, ist nicht nur innovativ, sondern auch ganz im Zeichen der Zeit – »obwohl schon seit Ewigkeiten entwickelt«, wie der Technische Geschäftsführer Dr. Matthias Hirsch unterstreicht. So sind es etwa die SMP-Parkettklebstoffe mit speziellen Silan-Prepolymeren, die inhaltlich keine Problemstoffe aufweisen und das bei gleichzeitig maximaler kurzer Durchhärtezeit. In Sachen Wohngesundheit und Raumlufthygiene bietet Kiesel die lösemittelfreie und sehr emissionsarme »Okatmos«-Technologie. »Okatmos« steht für eine patentierte hygienisierende Eigenschaft der Verlegewerkstoffe. Alle »Okatmos«-Produkte sind wirksam gegen mikrobiologischen Abbau geschützt. Trend-Themen wie mineralische Design-Böden (und Wände) besetzt Kiesel mit »ServoArt«, wirtschaftlich sinnvoll und sauber ist das System »Okalift Superchange« und mit »Servoplan FS 101« haben die Esslinger eine Feinspachtelmasse am Start. Was das Thema des staubfreien Verarbeitens bzw. Anrührens von Spachtelmassen anbelangt, gibt es aus dem Hause Kiesel schon lange das Absaugelement »Benni«, das dem Staub direkt an der Quelle zu Leibe rückt. »Es gibt derzeit nichts auf dem Markt, das wir nicht auch hätten«, ist sich Hirsch sicher.
Hier kommt sicherlich die alte Weisheit zum Tragen: »Tue Gutes und sprich darüber!«
Thomas Ottaviano

