Kiesel: Kundenbindung und Umsatzverdopplung im Fokus
Im Rahmen der Online-Pressekonferenz von Kiesel Bauchemie gab Geschäftsführerin Beatrice Kiesel-Luik Einblick in die Geschäftsentwicklung des Verlegewerkstoff-Herstellers. Trotz einer schwächelnden Baukonjunktur bleibe die Strategie für 2023 klar: »Wir haben eine Verdopplung unseres Umsatzes innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre als Ziel ausgegeben«, sagt die Unternehmerin, die die Esslinger Firma in dritter Generation leitet. Gelingen soll das über eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Großhandel und ein bewusstes Ausspielen des Kernthemas »Next Generation« auf verschiedenen Ebenen.
Beatrice Kiesel-Luik analysiert die Lage der Branche wie folgt: »Wir haben über einige Jahre einen Bau-Boom erlebt. Nun trübt sich die Situation durch die gestiegene Inflation, erhöhte Bauzinsen, Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie, Probleme in der Lieferkette und die weltpolitischen Umstände deutlich ein.«
Dennoch habe Kiesel Bauchemie das Potenzial, zu wachsen und die gesteckten Ziele zu erreichen. »Wir setzen auf die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Wir hören aufmerksam zu und kennen daher die aktuellen Herausforderungen auf der Baustelle. Durch die kurzen Wege in unserem Familienunternehmen bieten wir schnell qualitativ hochwertige Lösungen. Davon profitieren unsere Partner in Handel und Handwerk«, erläutert Kiesel-Luik.
Mit Jürgen Walter, dem Geschäftsleiter Fußbodentechnik bei Kiesel Bauchemie, verfüge das Unternehmen über einen erfahrenen Experten, der in der Branche bestens vernetzt sei – dies sei ein entscheidendes Plus in einem Markt, in dem es immer auch auf persönliche Verbindungen ankomme. »Wir merken deutlich, dass sich für uns neue Türen öffnen. Das eröffnet für uns neue Spielräume.«
Ein starkes Team
Die Thematik des Generationenübergangs hat auch bei Kiesel Bauchemie eine Rolle gespielt. Anfang 2022 übernahm Beatrice Kiesel-Luik gemeinsam mit Thomas Müllerschön das Steuer im Unternehmen von ihrem Vater. Die Bilanz fällt positiv aus: »Insbesondere im organisatorischen Bereich konnten wir wichtige Veränderungen vornehmen. Die Auftrennung der Geschäftsbereiche Fliesentechnik und Fußbodentechnik hat sich bewährt. Wir können uns nun stärker auf die einzelnen Kundengruppen fokussieren«, so Kiesel-Luik. Ihre Zusammenarbeit mit Thomas Müllerschön funktioniere vorbildlich. »Es ist uns zudem gelungen, ein starkes Team um uns herum aufzubauen, in dem sich alle mit ihren Stärken und ihrer Motivation einbringen können. Dazu gehören federführend unser technischer Geschäftsführer Dr. Matthias Hirsch sowie die Geschäftsleiter Jürgen Schwarz für den Bereich Fliesentechnik und Jürgen Walter für den Fußboden«, freut sich Kiesel-Luik.
Next Generation: Kundenbindung der neuen Generation
2023 wolle Kiesel Bauchemie durch Formate Aufmerksamkeit erzielen, die die gesamte Branche ansprechen. »Wir planen eine Veranstaltung, die ganz im Zeichen des Themas ›Next Generation‹ steht. Dabei geht es um den Umbruch, vor dem die Branche und insbesondere der Großhandel sich befinden. Wir wollen uns mit den Fragen beschäftigen, wie Konzepte der Zukunft aussehen und wie die Nachfolge-Thematik in Unternehmen gelöst werden kann«, so Kiesel-Luik. Durch dieses Angebot sei es in optimaler Weise möglich, vorhandene Beziehungen zu stärken und neue Verbindungen aufzubauen. Kiesel-Luik führt aus: »Davon profitieren letztlich alle Seiten, denn wir wollen im Zeichen der ›Next Generation‹ durchstarten und uns mit Produkten, Dienstleistungen und Events als treibende Kraft der Branche positionieren. Damit bieten wir einen Mehrwert für langjährige Wegbegleiter und diejenigen, die uns noch nicht so genau kennen.«
Keine Teilnahme an der »BAU«
Parallel zur Einführung der neuen Organisationsstruktur erfolgte auch die Entscheidung, in 2023 nicht an der »BAU« in München teilzunehmen. »Nach den Corona-Jahren haben wir das Gefühl, dass die Kunden den persönlichen Kontakt wünschen. Dabei wollen wir auf die Bedürfnisse unserer Partner eingehen und ihnen das volle Kiesel-Erlebnis bieten. Deswegen setzen wir im kommenden Jahr auf selbst entwickelte und auf die aktuellen Trends der Branche abgestimmte Events«, erklärt Kiesel-Luik. Vorausblickend ergänzt sie: »Eine Rückkehr auf die ›BAU‹ zu einem späteren Zeitpunkt ist für uns aber nicht ausgeschlossen.«
Zwei Preiserhöhungen
Näher am Kunden und am Markt zu sein, kann nach einem außergewöhnlichen Jahr 2022 kein Fehler sein. Kiesel war wie alle Unternehmen von Preiserhöhungen und Rohstoff-Engpässen betroffen. Laut Beatrice Kiesel-Luik habe man viele intensive Gespräche mit Lieferanten geführt. Während es in der Fliesensparte keine Probleme mit Verfügbarkeiten gab und die Preise nur durchschnittlich erhöht wurden, musste der Parkettbereich einige Einschränkungen hinnehmen. Insgesamt gab es zwei Preiserhöhungen: Anfang 2022 in Höhe von 5 Prozent, zur Jahresmitte folgte noch einmal eine zweistellige Erhöhung.
Zum Glück habe man aber insgesamt wenig Diskussionen mit den Kunden dazu führen müssen. »Sicherlich lag das auch daran, dass wir unseren Partnern Argumentationshilfen gegeben haben, wie sie ihrerseits die Preiserhöhungen möglichst gut umsetzen können. Diese Hilfestellungen waren einzigartig in der Branche«, so Jürgen Schwarz.
Verkleben ohne Verrutschen
Wenn es um Attribute wie Trittschall, Robustheit und Dauerhaftigkeit des Bodens geht, spielt die Art der Verlegung eine entscheidende Rolle. Kiesel Bauchemie setzt hier voll auf die Verklebung im Nassbettverfahren und hat mit »Okatmos star 120« einen Klebstoff im Programm, der mit seinen rutschhemmenden Eigenschaften viele Vorteile bietet.
Manfred Dreher, Raumausstattermeister und seit 25 Jahren in der Anwendungstechnik von Kiesel tätig, meint dazu: »Die Sorge, der Belag könne beim Einbau verrutschen, ist unbegründet, wenn ›Okatmos star 120‹ angewendet wird. Seine speziellen Additive sorgen dafür, dass die einzelnen LVT-Elemente an Ort und Stelle bleiben, sodass das Einbaumuster zuverlässig umgesetzt werden kann. Der Verleger kann hierbei kniend auf der Fläche arbeiten.«
»Okatmos star 120« weist eine Einlegezeit von 30 Minuten sowie eine Ablüftezeit von 5 bis 15 Minuten in Abhängigkeit vom gewählten Oberbelag aus. Der Klebstoff ist nach 24 Stunden belastbar und erreicht seine Endfestigkeit nach 72 Stunden. Er ist für die Verlegung im System mit Fußbodenheizung geeignet. Im Hinblick auf die Wohngesundheit spielt der Designbelags-Nassbettklebstoff seine Stärken voll aus: Er verfügt über eine schnelle Anfangsklebkraft, ist leicht verstreichbar, hygienisierend und sehr emissionsarm. Zudem ist er im Navigator der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gelistet.
Praktische Lösungen für den Objektbau
Mit dem Kiesel-Multi-Programm bietet das Esslinger Familienunternehmen ein Produktsortiment an, das speziell auf die Bedürfnisse im Objektbau zugeschnitten ist. »Entscheidend für die Umsetzung von Großprojekten ist die Zuverlässigkeit des eingesetzten Materials«, so Jürgen Walter. »Mit dem Multi-Programm schaffen wir es, praktische Antworten auf alle Herausforderungen im Objektgeschäft zu geben. Unsere Produkte funktionieren schnell und wirtschaftlich.«
Insgesamt sind im Kiesel-Multi-Programm acht Produkte vertreten, die das Verlegen von textilen und elastischen Bodenbelägen auf Flächen jeder Art und Größe ermöglichen. Hierin vereint Kiesel Produkte, die auf eine universelle Anwendung ausgelegt sind mit spezialisierten Verlegewerkstoffen, die ihre Stärken in einzelnen Aufgabenfeldern ausspielen.
»Hierfür stehen unsere Alleskönner wie beispielsweise der Multifunktions-Dispersionsklebstoff ›OkaMulti K 30‹ zur Verfügung. Kurz gesagt: Mit unserem Multi-Programm werden wir allen Ansprüchen gerecht«, betont Walter. Besonders hebt er die Spachtelmassen innerhalb des Multi-Programms hervor, welche teilweise auch bei der Verlegung von Parkett zum Einsatz kommen können: »Wirtschaftliches Arbeiten und qualitativ hochwertige Rezepturen gehen hier Hand in Hand.«
»Bakit HPK« – schubfester Parkettklebstoff
Sicher, fest und ökologisch ist der Parkettkleber »Bakit HPK« von Kiesel, der seit Januar 2023 auf dem Markt ist. Er entspricht höchsten nationalen und internationalen Standards nach DIN EN 14293 und DIN ISO 17178.
Thomas Schaffer, der bei Kiesel als Anwendungstechniker für den Bereich Parkett zuständig ist, sagt: »Die Entwicklung von ›Bakit HPK‹ ist ganz klar an den Anforderungen der Zeit ausgerichtet: Parkett steht als Belagsmaterial nach wie vor hoch im Kurs, denn das natürliche Material Holz verleiht jedem Raum ein besonderes Ambiente und wirkt edel. ›Bakit HPK‹ ist einkomponentig und daher einfach anzuwenden. Unser Ziel ist es, den Parkettlegern die Arbeit auf der Baustelle zu erleichtern.« Dabei bietet »Bakit HPK« laut Schaffer höchste technische Qualität. Der Klebstoff zeichne sich durch die Ausbildung hoher Kohäsionskräfte und einen optimalen Riefenstand aus. Er ist als »Allrounder« für alle Parkettarten und diverse Hölzer geeignet. Hier im Besonderen für großformatige Massivdielen.
Das Material habe eine Verarbeitungszeit von 30 Minuten und sei nach 24 Stunden belastbar, unter Fertigparkett bereits nach zwölf Stunden. Der Parkett-Experte verweist darauf, dass »Bakit HPK« den Kriterien des Emicode »EC1 Plus« entspreche, das Material sei lösemittel- sowie silikonfrei und überzeuge durch seine Qualitäten in puncto Wohngesundheit. Der Klebstoff ist daher auch im DGNB-Navigator gelistet und trägt das »Ki One World«-Label, das Kiesel an eigene Produkte vergibt, die allen Dimensionen der Nachhaltigkeit in besonderem Maße Genüge tun. Zudem strebt Kiesel hier eine Auszeichnung des Umweltsiegels »Blauer Engel« an.
»Bakit HPK« lasse sich aber auch ideal in das Wiederaufnahmesystem »Okalift SuperChange« integrieren. Dieses basiert auf einem doppellagigen Gewebe, das bei der Verklebung in den Bodenaufbau eingebracht wird. Bei Renovierung oder Umgestaltungen von Räumlichkeiten kann das Gewebe aufgetrennt werden. Schmutz, Zeit und Arbeit werden durch diese Vorgehensweise eingespart. »Es ist die ideale Lösung in Bereichen, die regelmäßig umgestaltet werden müssen – etwa Hotels, Ladengeschäfte, Boutiquen oder Restaurants. Aber auch im Privatbau ist großes Potenzial gegeben«, so Schaffer abschließend.
Fugenloser Trendboden
Unter dem Titel »Einfach etwas Besonderes« präsentierte das Kiesel-Team die neue, dekorative Bodenspachtelmasse »ServoArt CeFlo Go!«. Sie ist für den Innenbereich konzipiert und verleiht den Böden im Objekt oder auf Ausstellungsflächen einen frischen Look. Das hoch kunststoffvergütete Material ist gebrauchsfertig und wird bereits werkseitig in den Farben »Beton« und »Zement« eingefärbt.
Walter erklärt: »Die Farbpigmente befinden sich bereits in der Spachtelmasse, es muss nur noch mit Wasser angemischt werden. In einem Arbeitsgang kann eine Schichtdicke von bis zu 10 mm aufgetragen werden. Dafür stehen dem Verarbeiter 45 Minuten Verarbeitungszeit zur Verfügung.«
Das einkomponentige Material verfügt über sehr gute Verlaufseigenschaften, die dafür sorgen, dass jede Bodenfläche zum Unikat wird. »Um das ideale Ergebnis hinsichtlich Struktur und Ästhetik zu erreichen, muss der Handwerker auf einen ebenen Untergrund und eine gleichmäßige Schichtdicke achten. Außerdem wird die Richtung der Struktur vor Beginn der Arbeiten festgelegt«, führt Walter weiter aus. »ServoArt CeFlo Go!« ist sehr spannungsarm und erreicht eine sehr hohe Oberflächen- und Verschleißfestigkeit.
Kooperation mit Bona
Schutz und Glanz verleiht der zweikomponentige, wasserbasierte PU-Lack »Bona Cement Style HD« der Bodenfläche, denn beim Oberflächenschutz arbeiten Kiesel und Bona zusammen. Die Versiegelung ist für harte zementäre Untergründe konzipiert und im Zusammenspiel mit »ServoArt CeFlo Go!« geprüft. »Unsere Expertise für mineralisch-zementäre Spachtelmassen ergänzt sich mit der Erfahrung von Bona in puncto Schutz von Bodenflächen. Dabei erreichen die Produkte höchste Standards bei der Wohngesundheit. Sowohl unsere Spachtelmasse als auch ›Bona Cement Style HD‹ sind mit Emicode ›EC1 Plus‹ ausgezeichnet«, so Walter. Die optimale Verzahnung von »ServoArt CeFlo Go!« und der Lackbehandlung ermögliche eine schnelle Trocknung des Systems. Flächen können damit schnell und sicher in kurzer Zeit fertiggestellt werden.
Sabine Langanke

