02.04.2023 | Allgemein Seite 10 in Ausgabe 3/2023

KREAG: Wer rastet, der rostet!

»Ruhestand gibt es bei mir nicht! Das ist die Vorstufe zum Einäschern«, erklärt FHR-Gründer Kurt Reichelt bestimmt. Statt wie andere Rentner etwa Golf zu spielen oder den Angelschein zu machen, hat der heute 76-Jährige in 2021 seine eigene Fachunternehmensberatung KREAG auf die Beine gestellt. Was er in seinem Ein-Mann-Unternehmen anbietet, ist die geballte Erfahrung und Kom­petenz aus über 60 Jahren in der Branche, ­getreu dem Motto »Aus der Praxis für die Praxis«.

Die Frage nach seinem Lebenswerk bügelt Reichelt bloß unwirsch ab: »Was soll die Beweihräucherung? Die Leute, die mich kennen, die wissen das. Und die, die mich nicht kennen, können damit nichts ­anfangen!« Trotzdem – mit Verlaub – eine kleine Einführung mit den wichtigsten Stationen aus einem bewegten Leben:
Geboren 1947 in Ludwigshafen, startete Reichelt seine berufliche Laufbahn 1961 mit einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Es folgten Stationen als Abteilungs- und Verkaufsleiter bei einer Weberei und später als Verkaufsleiter bei der DLW. Er absolvierte nebenbei in einer Abendschule in Mannheim sein Studium zum Dipl.- Volkswirt und arbeitete bis in die 80er Jahre als vereidigter Sachverständiger. 1976 gründete er den Fachhandelsring (FHR), dem er über 40 Jahre als Geschäftsführer vorstand. 2017 übertrug er die Geschäftsführung schließlich an seine langjährige Mitarbeiterin Sabine Wiegand, blieb der Kooperation aber bis Ende letzten Jahres weiterhin als beratender Gesellschafter verbunden.  
»Das ist doch wirklich nicht interessant«, seufzt der Pfälzer in breitem Dia­lekt. Doch! Um aufzeigen zu können, dass Reichelt seit 1961 durch­gehend in der Branche beschäftigt war und diese wie seine Westentasche kennt. Denn schließlich kommt seine Fach­kom­petenz, die er nun als eigenständiger Fach­­unternehmens­berater weitergeben möchte, nicht von ungefähr.

Reichelt bereichert
Sein Wissen um die Abläufe und Strukturen in der Branche sind nun mal das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung. Das muss schließlich sogar der Un­ruhe­ständler unbescheiden einräumen: »In der Branche gibt es außer mir keinen, der eine Fachunternehmensberatung anbieten kann. Und Beraterfirmen von außerhalb verstehen die Zusammenhänge gar nicht und müssten sich erst reindenken. Das Schöne ist, dass ich also praktisch keine Mitbewerber habe.«
Die Hauptberatungsfelder von Reichelts Unternehmensberatung KREAG beziehen sich auf die Heimtex-Branche mit Schwerpunkt Bodenbeläge. Themen wie Buchhaltung und Digita­lisierung sollen andere lösen; seine Themen sind vielmehr Außendienstmotivation, Sortiments- und Absatzstrategien sowie individuelle Persönlichkeitsförderung. Die Beratungen finden im 1-Tages-Rahmen und in ungezwungener Gesprächsform statt mit dem Ziel, Aufgaben zu optimieren und Probleme in machbare Transformationen zu bringen. »Das muss man können oder es sein lassen«, erklärt Reichelt selbstbewusst. »Ich kann den Unternehmen etwas von meiner Erfahrung mitgeben und sie damit an­reichern. Am Ende müssen die Unternehmen dann aber selbst entscheiden, ob ihnen ›der Anzug passt‹ und ob sie für sich etwas rausholen können, das sie weiterbringt.«

Offizieller Abschied
Am 24. und 25. Mai findet die FHR-Messe in Bad Dürkheim statt. In diesem Rahmen wird sich Reichelt offiziell von seinen Mitstreitern der letzten Jahrzehnte verabschieden. Die 46 ­Jahre in der Kooperation hätten ihm meist Freude bereitet und sein Leben wertvoll bereichert, blickt das Urgestein zufrieden zurück. Mit Blick nach vorne möchte er der Branche noch lange mit seiner Unternehmens­be­ratung zur Verfügung stehen. Denn wie heißt es so schön: Wer rastet, der rostet! 

Henrike Sühling

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