Ladenbau: Boden und Wand spielen eine prägende Rolle
Auch das Jahr 2016 startete für den Ladenbau (Verarbeiter und Zulieferer) positiv. Die Investitionslaune in Neugestaltungen hält an, so der Deutsche Ladenbau Verband (dlv).
Der dlv – Netzwerk Ladenbau e.V. (Deutscher Ladenbau Verband) vereint mehr als 150 Mitgliedsfirmen, die sich aktiv mit dem Bereich Ladenbau beschäftigen – seien es Hersteller, Handel oder Verarbeiter. Anlässlich des Sonderthemas »Ladenbau« sprach OBJEKT mit Angela Krause vom dlv über die aktuelle Konjunktur, die Wichtigkeit des Segments Boden/Wand und über relevante Branchen-Messen für den Ladenbau.
Redaktion: Frau Krause, was leistet der dlv für seine Mitglieder?
Angela Krause: Das dlv – Netzwerk Ladenbau e.V. (Deutscher Ladenbau Verband) als die führende Organisation für Ladenbauunternehmen und ihre Partner in Deutschland ist ein Netzwerk aus allen relevanten Bereichen des Ladenbaus. Er bringt Produzenten, Dienstleister, den Handel und Joint-Venture-Partner an einen Tisch und stellt so die Weichen für die moderne und qualifizierte Ladengestaltung. Derzeit sind mehr als 150 Mitgliedsfirmen im dlv aktiv.
Für Ladenbauunternehmen ist die dlv-Mitgliedschaft ein Muss, denn der dlv ist die einzige Branchenorganisation in Deutschland. 80 Prozent der Top 50 des Ladenbaus sind im Netzwerk organisiert.
Wir bieten unseren Mitgliedern zahlreiche Vergünstigungen bei Veranstaltungen, Workshops und Seminaren – speziell zu Ladenbauthemen – für alle Mitarbeiter des Mitgliedsunternehmens. Außerdem eine Vergünstigung beim Besuch der Ladenbautagung als ideale Plattform zum Networking mit neuen Partnern und zur Kontaktpflege mit Kollegen. Die Mitgliedsfirmen nehmen an den Marketingaktivitäten des dlv teil, die punktgenau auf die Zielgruppen des Ladenbaus ausgerichtet sind. Und sie erhalten Zugang zu speziellen Angeboten unserer Kooperationspartner, zum Beispiel Kongressveranstaltern. Natürlich erhalten sie auch Informationen über aktuelle markt- und branchenrelevante Daten sowie kostenlos die Fach- und Verbandszeitschrift dlv-
Insider sowie den dlv-Newsletter.
Redaktion: Wie ist die aktuelle Situation ihrer (Förder-)Mitglieder (Ladenbauer/Zulieferer) in Sachen Auftragseingang u. ä.?
Krause: Nach den positiven Zahlen zum Jahresabschluss 2015 startete auch das Jahr 2016 für die Mehrzahl der Unternehmen positiv. Die Investitionslaune des Handels in Um- und Neubauten hält
weiterhin an. Im ersten Quartal 2016 zogen die Aufträge im Vergleich zu 2015 entsprechend an. Insgesamt 50 Prozent der Unternehmen meldeten in der Quartalsumfrage des dlv einen Zuwachs im Auftragseingang. 25 Prozent verbuchten eine gleichbleibende Order, 25 Prozent einen Rückgang der Aufträge. Erneut waren es die Zulieferunternehmen, die positivere Zahlen meldeten. Für das kommende Jahr sind weiterhin die meisten Unternehmen positiv gestimmt: Von einer weiteren Zunahme der Aufträge für das aktuelle Gesamtjahr gehen 61 Prozent der Unternehmen aus, während 18 Prozent einen Rückgang erwarten.
Redaktion: Wie wichtig sind die Produkt-Segmente Boden und Wand im Ladenbau? Welche Bodenbeläge finden im Ladenbau vermehrt Einsatz?
Krause: Beide Segmente, Boden und Wand, spielen eine prägende Rolle beim Gesamteindruck des Ladens. Daher sind sie natürlich auch wichtige Bereiche im Ladenbau, die sich in der Vergangenheit enorm entwickelt haben. Bodenbeläge im Ladenbau müssen deutlich höhere Ansprüche erfüllen als ein regulärer Belag im Haushalt. Während früher entweder Linoleum- oder Teppichboden im Laden lag, ist die Bandbreite heute enorm. Die Hersteller der Beläge haben hier in den letzten Jahren eine Vielzahl an Möglichkeiten kreiert. Es gibt die unterschiedlichsten Materialien in den verschiedensten Optiken.
Bei der Gestaltung und dem Material ist den Ideen für Boden und Wand keine Grenze gesetzt: Ob Beton, Stein, Stoff, Holz oder Designbeläge bzw. -tapeten – erlaubt ist, was gefällt und zum Konzept passt, unabhängig von Material und Farbe. Auch der Materialmix ist erlaubt. Dasselbe gilt für die Wandgestaltung. Durch den Digitaldruck auf mittlerweile nahezu jedem Material hat diese einen weiteren Schub erhalten.
Redaktion: Werden Sie im nächsten Jahr auf der »EuroShop« vertreten sein?
Krause: Der dlv wird an der »EuroShop 2017« in Düsseldorf erneut mit einem Gemeinschaftsstand vertreten sein. Mit 18 Ausstellern ist die Ausstellungsfläche nochmals größer geworden als in 2014. Wir werden eine gute Mischung aus Ladenbauunternehmen und Gewerken wie Boden, Licht, Zu- und Vorlieferanten, aber auch Dienstleistern bieten, sodass der dlv-Stand einen anschaulichen Überblick über die Leistungsfähigkeit des Ladenbaus gibt.
Redaktion: Welche Bedeutung hat diese Messe für Sie?
Krause: Die »EuroShop« ist unbestritten die wichtigste Messe der Ladenbaubranche, da sie direkt auf diesen Bereich ausgerichtet ist. Wer nicht als Aussteller dabei ist, ist es mindestens als Besucher.
Redaktion: Welche anderen nennenswerten Messen gibt es, die für den Ladenbau interessant sind?
Krause: Natürlich gibt es weitere wichtige Messen, deren Besuch definitiv lohnt, bei diesen liegt der Fokus allerdings jeweils etwas anders. Dazu zählen die »EuroCIS« als Retail-Technologie-Messe, bei der der dlv ebenfalls immer mit einem Informationsstand vertreten ist. Die »Light + Building« in Frankfurt ist maßgeblich für Beleuchtungsfragen, die »Interzum« und die »imm« sind für Trendbeobachtungen im Bereich der Möbel- bzw. Einrichtungsindustrie ebenfalls sehr wichtig. Dekorationsinspirationen liefert auch die »Christmasworld«. Spannend ist außerdem ein Besuch der Messe für die Zulieferindustrie »ZOW« in Bad Salzuflen und der Fachmesse für visuelle Kommunikation »viscom«, die in diesem Jahr in Frankfurt stattfindet.
Redaktion: Danke für das Gespräch!
Die Fragen stellte Thomas Ottaviano

