Mapei: Ableitfähige Fußbodenverlegung – präzise bis ins Detail
Mapei bietet für die Herstellung ableitfähiger Bodenkonstruktionen abgestimmte leitfähige System-Produkte. Damit lassen sich elastische und textile Bodenbeläge den objektspezifischen Anforderungen an den Erdableitungswiderstand entsprechend fachgerecht verlegen.
Operationssäle, Räume mit Hochfrequenz-Chirurgie, EDV-Räume, chemische oder pharmazeutische Labors, aber auch Lagerräume für brennbare Flüssigkeiten sowie andere Bereiche mit besonders hohen Anforderungen an die Sicherheit benötigen eine ableitfähige Bodenkonstruktion bzw. einen ableitfähigen Bodenbelag. Sie dienen dazu, elektrostatische Entladungen auszuschließen, um damit in Folge zu verhindern, dass hochwertige elektronische Geräte geschädigt werden bzw. dass Gemische sich entzünden können.
Elektrostatische Aufladungen lassen sich kaum vermeiden. Sie entstehen überall dort, wo Materialien aneinander reiben oder voneinander getrennt werden. Durch mechanische Trennung, zum Beispiel beim Abheben oder Reiben, kommt es im Bereich gemeinsamer Grenzflächen der Ladungsträger zu einem Ladungsübertritt. Es entsteht ein Potentialunterschied. Die Ladungsträger sind elektrostatisch aufgeladen. Unter bestimmten Bedingungen kann es als Folge von spontanen Entladungsvorgängen mit einer Intensität von mehreren tausend Volt zu einer Funkenbildung kommen. Daher müssen elektrostatische Aufladungen in gefährdeten Bereichen vermieden bzw. ausgeschlossen werden. Einen wesentlichen Teil der Sicherheitsanforderungen für Mensch und Betriebseinrichtungen bilden neben ableitfähigen Geräten und Mobiliar elektrisch ableitfähig hergestellte Bodenbeläge. Zu beachten ist, dass eine Ableitung elektrostatischer Aufladungen nur bei durchgehender Leitfähigkeit aller Schichten und Werkstoffe gewährleistet ist. Eines der entscheidenden Elemente bei der Verlegung von ableitfähigen Böden ist ein wirklich gut vorbereiteter Untergrund: Die Fläche muss einheitlich trocken, rissfrei, eben, glatt und sauber sein und den normativen Vorschriften bzw. dem jeweiligen Stand der Technik entsprechen.
Textile und elastische Bodenbeläge ableitfähig verlegen
Das Mapei-Programm bietet für die ableitfähige Verlegung textiler und elastischer Bodenbeläge geeignete Produkte zur Einhaltung der DIN EN 13415 (Widerstand < 3 x 10⁵ Ohm):
Primer G Conductive ist eine ableitfähige Spezial-Dispersionsgrundierung für saugende Untergründe, auf die anschließend ein leitfähiger Textil- oder Linoleumbelag mit einem der leitfähigen Mapei-Klebstoffe verlegt werden soll. Die graphitgefüllte und somit schwarze Grundierung dient zur Herstellung der Querleitfähigkeit. Sie ist gebrauchsfertig und kann direkt aus dem Gebinde heraus verarbeitet werden.
Ebenfalls zur Herstellung der Querleitfähigkeit wird Adesilex VZ Conductive eingesetzt. Der schwarze, leitfähige Neopren-Kontaktklebstoff eignet sich für PVC-, Gummi-, Linoleum- und Textilbeläge sowie für Sockelleisten und Formtreppen, wo eine sofortige schiebefeste Verbindung notwendig ist.
Ultrabond Eco V4 SP Conductive ist ein heller, leitfähiger Mikrofaser-Dispersionsklebstoff auf Kunstharzbasis (mit leitenden Additiven/Fasern). Der lösemittelfreie (gemäß TRGS 610), sehr emissionsarme (»Emicode EC 1 Plus« und »Blauer Engel«) Universalkleber mit cremiger Konsistenz und langer Einlegezeit lässt sich leicht verarbeiten, verfügt über eine gute Anfangshaftung und einen perfekten Haftverbund mit der Belagsrückseite. Er eignet sich zur Klebung leitfähiger textiler und elastischer Beläge, einschließlich Nadelvlies, Kautschuk und Linoleum. Seine Mikrofasertechnologie sorgt für höchste Langzeitdimensionsstabilität.
Aquacol T Conductive ist ein leitfähiger, lösemittelfreier (gemäß TRGS 610), heller Dispersionsklebstoff auf Kunstharzbasis (mit leitenden Additiven/Fasern) und cremiger Konsistenz. Der helle, gebrauchsfertige Dispersionsklebstoff wird eingesetzt zum Verlegen leitfähiger Linoleumbeläge sowie Textil- und Nadelvliesbeläge auf normgerechten saugenden Untergründen im Innenbereich, einschließlich Heizestrichen. Er kommt überall dort zum Einsatz, wo eventuelle elektrostatische Entladungen zu einer Verpuffungsgefahr führen oder eine Störung elektrischer und elektronischer Geräte bewirken können, zum Beispiel in Laboratorien und Chemiewerken, Umgebungen mit elektronischen Instrumenten, Rechenzentren oder Großraumbüros.
Mit Adesilex G19 Conductive gehört ein zweikomponentiger, lösemittelarmer, leitfähiger Epoxi-Polyurethan-Klebstoff zum Mapei-Programm. Er eignet sich speziell zur Verlegung ableitfähiger PVC-, Kautschuk- und Linoleumbeläge in hoch beanspruchten Objekt- und Industriebereichen wie OP-Räumen, chemischen und technischen Laboratorien sowie Produktionsstätten.
Er ist einsetzbar auf saugenden und nichtsaugenden Untergründen.
Ableitfähige Verlegungen textiler und elastischer Beläge können auf drei Arten durchgeführt werden:
1. Auf Kupferbändern
Unter jede Belagbahn bzw. unter jede Plattenreihe wird ein Kupferband leitfähig auf den gespachtelten Untergrund selbstklebend geklebt und kopfseitig miteinander verbunden (bei Plattenware zwei Querbänder in jedem Raum). Auf dem so ableitfähig vorbereiteten Untergrund wird der Bodenbelag mit einem geeigneten leitfähigen Mapei-Klebstoff unter Verwendung der geforderten Zahnung verlegt. Dabei ist darauf zu achten, dass in Räumen bis zu 30 m² mindestens zwei Anschlussstellen zur Erdung am Potentialausgleich vorhanden sind. Bei großen Flächen darf der Abstand von einem beliebigen Punkt bis zum nächsten Potentialausgleich maximal 10 Meter betragen. Der Anschluss des Potentialausgleichs erfolgt durch einen Elektriker.
2. Auf Querleitschicht
Die Querleitschicht besteht aus einem ableitfähigen Vorstrich mit der Spezial-Grundierung Primer G Conductive. Darauf wird dann alle 30 m² rechtwinklig zur Wand ein mindestens 1,50 Meter langes Kupferband verklebt. Bei kleinen Räumen müssen mindestens zwei möglichst diagonal gegenüberliegende Anschlussstellen vorhanden sein. Bei großen Flächen darf der Abstand von einem beliebigen Punkt bis zum nächsten Potentialausgleich maximal 10 Meter betragen. Der an der Wand überstehende Teil des Kupferbandes von mindestens 0,50 Meter wird ebenfalls von einem Elektriker an den Potentialausgleich angeschlossen. Der Oberbelag wird darauf mit einem dem Einsatz und Belag entsprechend geeigneten leitfähigen Mapei-Klebstoff für textile und elastische Bodenbeläge verlegt.
3. Bodenbelag mit vorhandener Querleitfähigkeit
Neben den beiden genannten Arten der ableitfähigen Verlegung gibt es eine dritte Variante: Bodenbeläge, die durch einen leitfähigen Rückenanstrich oder eine leitfähige Rückenbeschichtung bereits eine Querleitfähigkeit aufweisen. Bei diesen Belägen ist es nicht mehr erforderlich, auf der Fläche ein Kupferbandnetz oder eine Querleitschicht aufzubringen. Diese Funktion übernimmt der Belag selbst.
Lediglich in den Randbereichen ist eine Kupferbandleitung leitfähig zu verkleben, auf die der Bodenbelag dann mit einem leitfähigen Mapei-Klebstoff verlegt wird. Die Kupferbandleitung ist dabei so anzuordnen, dass alle 30 m² durch den Elektriker ein Potentialausgleich angeschlossen werden kann.
Der übrige Bahnenbelag kann mit einem »normalen« Mapei-Klebstoff verlegt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass Ablüfte- und Einlegezeiten von leitfähig eingestelltem und »normalem« Klebstoff übereinstimmen. Mapei bietet entsprechend systemkonforme Produkte an.
Einige Produzenten von leitfähigen Bodenbelägen geben ausdrücklich vor, keine leitfähigen Vorstriche zu verwenden, da diese unter Umständen einen nicht saugfähigen Untergrund herstellen können und dadurch die Gefahr einer Blasenbildung bei der Verklebung mit leitfähigen Dispersionsklebstoffen bestehen kann, insbesondere bei Kautschukbelägen.
Abnahme und Prüfung
Die Messung des elektrischen Widerstandes von Belägen und/oder ableitfähigen Konstruktionen erfolgt in Abhängigkeit des Belagsmaterials. Bei elastischen Bodenbelägen erfolgt die Messung nach der DIN EN ISO EN 1081 und bei textilen Belägen nach der DIN EN ISO 10965. In der Praxis hat sich bei Nadelvliesbelägen die Messung nach der DIN EN 1081 bewährt. Der gesamte Bodenaufbau im Objekt hingegen wird nach der DIN EN 61340-4-1 gemessen. Eine Messung kann ebenso auch durch einen Begehtest erfolgen, etwa gemäß EN 1815. Neben den zuvor genannten Messungen wird des Weiteren noch der Standortübergangswiderstand gemessen.
Fazit
Die Anforderungen an den Erdableitwiderstand der Böden sind in jedem Fall von der Nutzung der Räume abhängig und müssen objektspezifisch vom Planer in Abstimmung mit dem Bauherrn festgelegt werden. Die geforderten Erdableitwiderstände liegen in der Regel zwischen 1 x 10⁴ und 1 x 10⁹ Ohm.
Genaue Informationen und detaillierte Beschreibungen zum Thema »Ableitfähige Bodenverlegung« liefern die Mapei-Schriftenreihe »Vom Profi für den Profi« sowie das Mapei-»Planungshandbuch« mit dem Kapitel »Verlegen von ableitfähigen Bodensystemen«.
Was ist bei einer ableitfähigen Verlegung unbedingt zu beachten?
1. Objektspezifische Festlegung der Anforderungen an den Erdableitwiderstand durch den Planer
2. Verwendung von geeigneten leitfähigen System-Produkten
3. Fachgerechte Verlegung unter Beachtung gültiger Normen und Merkblätter sowie der Herstellerangaben
4. Einbau und Anschluss des Potentialausgleichs durch einen Elektriker
5. Verifizierung der Ableitfähigkeit durch Widerstandmessungen an der fertigen Konstruktion

