27.07.2022 | Verlegewerkstoffe / Estrich / Technik Seite 70-71 in Ausgabe 8/2022

Mapei: Pumpen von Spachtelmassen – die Planung ist entscheidend

Großobjekte müssen schnell, effizient und wirtschaftlich ausgeführt werden. Durch die maschinelle Verarbeitung von Bodenspachtelmassen spart der Handwerker Zeit und schont zudem seine Mitarbeiter.
Auf der anderen Seite erfordert das Pumpen im Vorfeld eine sorgfältige Planung, damit am Tag der Ausführung auch nichts mehr schiefgeht. Nachstehend einige Tipps für die Baustellenplanung, damit die Pumptechnologie effektiv eingesetzt werden kann.

Als Faustformel gilt: Der Zeitaufwand zum Spachteln durch den Einsatz von Maschinentechnik lässt sich um rund zwei Drittel reduzieren. Um diese Zeitersparnis voll ausschöpfen zu können, ist im Vorfeld eine genaue Planung der Ausführungsdetails erforderlich. Kommt es nämlich am Tag der Ausführung zu Verzögerungen aufgrund von fehlender Vorplanung, ist der Zeitvorteil schnell wieder verspielt. Neben der Untergrundvorbereitung auf der eigentlichen Fläche sind auch die Wahl der einzusetzenden Maschinentechnik, die Anforderungen an den Mischplatz sowie die Anschlüsse zu berücksichtigen.

Untergrundvorbereitung penibel durchführen
Wie so oft ist die Vorbereitung des Untergrundes der entscheidende Faktor für den Erfolg der Spachtel- und auch der Bodenbelagsarbeiten. Bei maschineller Verarbeitung ist zu bedenken: Läuft die Maschine einmal, gibt es kein Zurück mehr! Entsprechend sind die Flächen am Tag vorher sorgfältig vorzubereiten. Das heißt konkret: Randdämmstreifen müssen gestellt und der Untergrund ausreichend grundiert sein. Höhenmarkierungen beim Dickschichtausgleich müssen gestellt werden; gegebenenfalls zusätzlich Felder abstellen. Am Tag der Ausführung dürfen keine weiteren Gewerke mehr auf der Fläche tätig sein, damit in einem Zug durchgespachtelt werden kann; hier sollte im Vorfeld mit dem Auftraggeber gesprochen werden. Tipp: Bei kritischen Untergründen, die zur Rissbildung neigen, können faserarmierte Spachtelmassen verwendet (sofern sie für die maschinelle Verarbeitung geeignet sind) oder alternativ ein auflösendes Glasfaserarmierungsvlies auf der Fläche ausgelegt werden. Eine händische Zugabe von Fasern zur Spachtelmasse ist beim Pumpen nicht möglich.

Maschinentechnik passend auswählen
Die Auswahl der passenden Maschinentechnik richtet sich nach den Anforderungen auf der Baustelle, vor allem nach der erforderlichen Schichtdicke und Flächengröße der Spachtelung. Je höher die Schichtdicke und je größer die Fläche, desto mehr Förderleistung pro Stunde wird benötigt, um ansatzfreie Flächen erstellen zu können. Daher ist zu empfehlen, im Vorfeld die benötigte Förderleistung zu bestimmen – hierzu gibt es nützliche Tools, wie Auswahl- und Kalkulationshilfen. Zudem ist zu entscheiden, ob auf eine Mischpumpe oder ein offenes System aus Durchlaufmischer und Förderpumpe gesetzt wird. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die man im Vorfeld abwägen sollte. Ist die Wahl getroffen, lassen sich die Maschinen entweder kaufen oder mieten. Sollte der Verarbeiter nicht selbst pumpen wollen, können auch Pump-Dienstleister beauftragt werden, die sich um Aufbau, Betrieb, Bedienung und Abbau der Pumptechnik kümmern, sodass der Bodenleger die geförderte Spachtelmasse vorne am Schlauch nur noch verarbeiten muss.

Kompatibilität von Spachtelmasse und Pumpe beachten
Gut pumpbare Spachtelmassen werden in der Regel vom Hersteller gesondert dafür ausgewiesen, denn nicht jede Spachtelmasse eignet sich automatisch für einwandfreie Pump-Ergebnisse. Um für das Pumpen geeignet zu sein, muss diese unter anderem relativ schnell klumpenfrei anmischbar sein sowie ein gutes Verlaufsverhalten und eine ausreichende Verarbeitungszeit aufweisen. Es empfiehlt sich daher, die Kompatibilität der Maschinentechnik und der -ausstattung mit der zu verarbeitenden Spachtelmasse vorab zu testen bzw. entsprechende Herstellerempfehlungen einzuholen, um die Qualität der Spachtelung sowie die Langlebigkeit der Maschine sicherzustellen. Tipp: Beim Bestellen der Spachtelmasse immer großzügig kalkulieren. Das ist günstiger im Vergleich zu den Aufwendungen für einen zweiten Pumpeinsatz.

Anlieferung und Anschlüsse sicherstellen
Beim Abladen der Spachtelmasse vom Lastwagen mit dem Gabelstapler ist ausreichend Platz sicherzustellen. Der Untergrund bis zur Entladestelle muss plan, fest und befahrbar sein. Ist eine Genehmigung des Stellplatzes erforderlich (zum Beispiel in Fußgänger- oder Umweltzonen), ist diese frühzeitig beim Ordnungsamt einzuholen. Für den Mischplatz wird ca. 1,5 m Platzbedarf um die Pumpe herum benötigt. Die Paletten mit den Spachtelmassen sollten am besten in der Nähe gelagert und mit dem Hubwagen an die Pumpe herangefahren und gegebenenfalls hochgehoben werden. Spachtelmasse und Maschinentechnik sind vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Bei Regen ist eine Unterstellmöglichkeit erforderlich. Tipp: Folie unter dem Mischplatz auslegen! Für das Reinigungswasser muss eine Entsorgungsmöglichkeit vor Ort gegeben sein, beispielsweise ein Schuttcontainer. Hier sollten im Vorfeld die Möglichkeiten mit der Bauleitung abgestimmt werden.
Unabhängig von der Maschinentechnik ist ein Wasseranschluss (3/4 Zoll) mit mindestens 2,5 bar Druck mit Geka-Kupplung erforderlich. Ist kein Wasseranschluss vorhanden, sind gegebenenfalls ein Wasserhydrant zu organisieren und ein Adapter auf Geka-Kupplung zu besorgen. Reicht der Wasserdruck nicht aus, wird ein Wasserdruckverstärker sowie ein Wasserschlauch (3/4 Zoll) vom Wasseranschluss bis zum Mischplatz benötigt. Die richtige Wasserzugabe wird dann nach Inbetriebnahme des Mischers mittels Ausbreitmaß ermittelt und richtet sich vor allem nach der jeweiligen Spachtelmasse und der Mischleistung der Maschine.
Für den Stromanschluss ist eine Schutzkontaktsteckdose je nach gewählter Maschinentechnik sicherzustellen (230 V oder 400 V). Der Stromanschluss bis zur Maschinentechnik ist im Vorfeld zu prüfen, eventuell ist ein Baustromanschluss zu organisieren.

Fazit
Eine Maschinentechnik ist in Summe eine sinnvolle Investition, die sich flexibel einsetzen lässt. Ausführungszeiten der Spachtelung werden verkürzt und große Flächen können schneller realisiert werden.
Die Planung der Baustelle ist dabei entscheidend für den Erfolg der Ausführung. Der Bodenhandwerker sollte immer darauf achten, dass die verwendete Maschinentechnik zu seiner Baustelle passt und sich die gewählte Spachtelmasse fürs Pumpen eignet. Weitere Infos rund ums Thema Pumpen sowie Checkliste, Maschinenguide und Kalkulationstool sind auf pfp.mapei.de zu finden.

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