19.02.2023 | Verlegewerkstoffe / Estrich / Technik Seite 76-78 in Ausgabe 2/2023

Mapei: Vintage-Stil trifft auf New Work

Im Berliner Kiez Prenzlauer Berg – ­einem Ortsteil von Berlin im Bezirk Pankow – ist mit DSTRCT.Berlin ein hochmodernes Gewerbeprojekt entstanden. In den historischen Backsteinhallen des ehemaligen Schlachthofs sowie mit einem lichtdurchfluteten Neubau realisierte der international agierende Immobilien­entwickler HB Reavis ein visionäres und voll digi­talisiertes Büro-Ensem­ble. Auf insgesamt 50000 m² Miet­fläche sind die Räumlichkeiten so orga­nisiert, dass sie den hohen »WELL Building Standards« entsprechen und optimale Voraus­setzungen für zukunftsfähige New-Work-Konzepte bieten. Das Quartier ist bereits mit drei Zertifizierungen ausgezeichnet. Entsprechend mussten alle eingesetzten Mate­ria­lien die Zertifizierungsvorgaben er­füllen, wie auch die Systemprodukte von Mapei zum Aufbau und zur Ver­legung der Bodenflächen.

Direkt an der Landsberger Allee gelegen, nur wenige Minuten vom Alexanderplatz entfernt, bringt DSTRCT.Berlin 150 Jahre Stadtgeschichte und die Zukunft des Arbeitens zusammen. Das neue Quartier kombiniert in den aufwendig sanierten Hallen des ehemaligen Schlachthofs sowie in einem gläsernen Neubau nachhaltige, gesunde und krea­tive Büro­flächen mit Gastronomie- und Fitnessangeboten, Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen sowie modernen Außenanlagen. Das Konzept setzt auf Gesundheit, Wohlbefinden und eine gelungene Integration in das Umfeld. 
Umgesetzt wird dies mit den Elementen »Work. Eat. Meet.«. Der Campus folgt dabei dem »WELL Building Standard«, bei dem sieben Kategorien berücksichtigt werden: Wasser, Licht, Ernährung, Luft, Fitness, Komfort und Geist. Die Gebäude von DSTRCT.Berlin haben bereits eine »WiredScore«-Zertifizierung in Platin sowie eine »WELL Building«- und DGNB-Vorzertifizierung auf Gold-Niveau erhalten.
Zentrum des Quartiers ist der sechsstöckige gläserne Neubau mit seinen rund 40000 m² Geschossfläche. Der Fokus liegt hier auf zukunftsfähigen New-Work-Konzepten: flexible, effi­zien­te Flächenplanung über alle Etagen hinweg, ein repräsentatives At­-
rium, eine Panorama-Dachterrasse, eine Fahrradtiefgarage mit separater Einfahrt sowie Duschen und Umkleiden für die Mitarbeiter.

Zertifizierte Produkte
Hohe Decken, beeindruckende Weite, großzügige Flächen und zukunftsweisendes Design – das flexible Konzept des Neubaus verschafft vielfältige Raumerlebnisse. Holz- und Textilelemente, Begrünung und viel natürliches Licht sollen sich dabei positiv auf Körper und Geist auswirken. Zusätzlich ermöglichen digitale Technologien, das Wohlbefinden der Gebäudenutzer individuell zu steuern. Sie sind die Basis für innovative Features wie aktive Lärmdämmung, gesunde Belüftung oder biodynamische Lichtkonzepte. 
Aber auch die Raumnutzung und Buchung von Konferenzflächen lassen sich damit effizient und nachhaltig steuern. Im DSTRCT.Berlin wird jedoch nicht nur auf digitale Lösungen fürs Wohlbefinden gesetzt, sondern auch auf die Wirkung der verbauten Ma­te­rialien und der Architektur wurde sehr genau geschaut. 
Bei der Ausstattung der neu konzipierten Büroflächen im Neubau setzte der Projektentwickler HB Reavis auf nachhaltige Wohlfühlmaterialien, die langlebig, verschleißfest und flexibel sind. Mit einem Mehrschichtparkett aus dem natürlichen, nachwachsenden Rohstoff Holz sowie nachhaltigen Teppichfliesen aus recycelten Garnen wurde das architektonische Gesamtkonzept umgesetzt, ohne etwas von den ästhetischen und funktionalen Werten einzubüßen. Um die angestrebten Zertifizierungen zu erreichen, mussten auch bei der Verlegung gesundheits- und umweltgerechte sowie dauerhafte Produkte zum Einsatz kommen – wie beispielsweise die Verlegewerkstoffe von Mapei, die nicht nur als sehr emissionsarme Produkte mit dem Emicode »EC1 Plus« sowie mit dem »Blauen Engel« ausgezeichnet sind, sondern auch hinsichtlich ihrer Ökobilanz (LCA) und den EPD-Kriterien den Anforderungen der Nachhaltigkeits- und »WELL Building Standards« entsprechen.
Neben den Zertifizierungsvorgaben stellten auch die Objektgröße und der enge Zeitrahmen eine ganz besondere Herausforderung bei der Projekt­abwicklung dar. Genau die richtige Aufgabe für die Firma Bernhard Lübbers. Der erfahrene Objekteur ent­wickelte zusammen mit HB Reavis und aufgrund der anwendungstechnischen Beratung und Projektbegleitung durch die Mapei-Anwendungstechnik sowie den Außendienst vor Ort ein Konzept, welche Produkte für die Untergrundvorbereitung und die Verlegung der Bodenbeläge geeignet sind.

Zertifizierte Produkte im Einsatz
Zur Vorbereitung des Untergrundes für die nachfolgende Spachtelung grundierte das Team von Lübbers die Bodenflächen zunächst mit der sehr emissionsarmen, verdünnbaren Dispersionsgrundierung »Eco Prim T Plus«. Die schnell trocknende Grundierung und Haftdispersion diente vor ­allem der Staubbindung und als bewährte Haftbrücke und Porenverschluss für nachfolgende Spachtel­massen.
Im nächsten Schritt erfolgte das Ausgleichen von Unebenheiten in den Boden­flächen mit den beiden Hybrid-Spachtelmassen »Planitex Pro« und »Planitex Fast«, bei denen die Vorteile spannungsarmer Gipsspachtelmassen mit der schnellen Trocknung ze­men­tärer Systeme zusammengeführt sind. Durch die Hybrid-Technologie versprechen beide Produkte auf Baustellen ein Maximum an Sicherheit in Bezug auf die Trocknung und ein Optimum an Ebenheit, selbst bei raumklimatisch kritischen Bedingungen und auf schwierigen Untergründen. Dabei sind sie als umweltfreundliche und nachhaltige Lösungen geprüft und mit dem Emicode »EC1 Plus« sowie dem »­Blauen Engel« gekennzeichnet. Trotz Zeitdruck konnten die Bodenprofis so entspannt die großen Geschossflächen schnell zur Verlegung vorbereiten.
Bei der fixierten Verlegung der Teppichfliesen brachte der Objektspezialist Lübbers mit der sehr emissions- und geruchsarmen Acrylat-Dis­per­sions-Rutschbremse »Ultrabond Eco Tack TX+« quasi sämtliche Grund­prinzipien des Objekts unter einen Hut: nachhaltig, flexibel, sicher und dauerhaft. »Ultrabond Eco Tack TX+« ist eine sehr funktionale, wirt­schaft­liche und langlebige Verlegelösung, da die Teppichfliesen durch die dauerhaft sichere Arretierung wiederholt verleg- und aufnehmbar sind. 
Für die Verklebung des Mehrschichtparketts in Form von Landhausdielen wählten die Bodenprofis mit »Ultrabond Eco S948 1K« einen einkomponentigen, lösemittelfreien, sililierten Polymerklebstoff. In Teilbereichen wurde zudem ein Designbelag mit »Ultra­bond Eco V4SP«, einem Dis­per­sions­kleb­stoff in Wasserdispersion mit sehr hohem Anfangstack, geklebt. Er zeichnet sich durch eine lange Ein­legezeit aus und ermöglicht so eine schnelle Belagsverlegung auf großen Flächen. Zudem sorgt die harte Klebstoffriefe für verminderte Fugen­bil­dung. 
Fazit: Mit Blick auf das architekto­nische Gesamtkonzept und seine Grundprinzipien Nachhaltigkeit, Flexibilität und Gesundheitsunbedenklichkeit wurden die Materialien und ­Produkte zur Ausstattung der Bodenflächen im DSTRCT.Berlin bewusst ausgewählt. Zur Anwendung kamen ausschließlich Systemprodukte von Mapei, die mit dem Emicode »EC1 Plus« und dem »Blauen Engel« ausgezeichnet sind.

Mapei und der Emicode
Mapei setzte schon in den frühen 80er Jahren auf nachhaltige und emissionskontrollierte Produkte und hatte bereits zu Beginn der 90er Jahre eigene Emissionskammern. Im Rahmen der Aktivitäten in Deutschland entschloss sich Mapei S.p.A. 2005, der GEV (Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte) beizutreten. Seitdem tragen Mapei-Produkte den Emicode – inzwischen sogar der überwiegende Teil des Pro­dukt­sorti­ments.
Ziel ist es, dass nahezu alle Pro­dukte für den Innenbereich den Emicode tragen sollen – was bei den Produkt-Neuentwicklungen von Mapei bereits vorgegebener Standard ist. Denn für eine Reihe von Objekten ist der Emicode bereits Grundvoraussetzung, insbesondere wenn es sich um zertifizierte Gebäude nach DGNB- oder LEED-Standard handelt.
Der Fokus der Zertifizierungen liegt bei Mapei auf den Produktkate­gorien Fußbodentechnik, Parkett, Keramik & Naturstein sowie Bau­stoffe. Nahezu alle Produkte weisen den Emicode »EC1 Plus« auf, wenige Ausnahmen auch »EC1«. Die Klasse »EC2« ist für Mapei nicht mehr relevant.
Welche Bedeutung der Emicode und die Arbeit des GEV für das Unter­nehmen Mapei hat, erkennt man auch daran, dass Dr. Uwe ­Gruber, Geschäftsführer Mapei Deutschland, bereits seit 2012 im Vorstand der GEV tätig ist.

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