Mapei: »Wir bleiben weiterhin unzufrieden« (im positiven Sinne)
Neue Räumlichkeiten, neue Produktlösungen und altbekannte Ziele. Mit dem Bereich Fußbodentechnik ist Mapei weiterhin auf Erfolgskurs.
Gut ein halbes Jahr ist es her, dass Mapei Deutschland ein neues Quartier in Großostheim bezog, nur 20 Kilometer vom vorherigen Sitz in Erlenbach entfernt. 30 Mitarbeiter aus den Bereichen Vertrieb, Personal, IT, Finanzen, Marketing und Geschäftsführung finden sich nun auf etwas mehr als 1000 m² in einem Gebäude im Industriepark an der Babenhäuser Straße 50 wieder. War man in Erlenbach räumlich verstreut und beengt, so freut man sich in Großostheim über mehr Platz und Ruhe sowie kürzere Wege. Zudem ist man verkehrstechnisch über die A3 besser angebunden als vorher. »Erlenbach war eher ein langjähriges Provisorium«, sagt Mapei-Deutschland-Geschäftsführer Dr. Uwe Gruber. Der neuen Zentrale nahe liegt binnen 15 Minuten das Schulungszentrum in Kleinwallstadt. »Dieses würden wir auch gern hierhin verlegen und werden das in Zukunft auch angehen«, so Gruber. Nach wie vor befindet sich die Anwendungstechnik in Bottrop und ein Werk in Weferlingen.
Einen gelungenen Start legte Mapei Anfang des Jahres mit einem Doppelspagat hin, als das Unternehmen (dessen italienischer Mutterkonzern dieses Jahr 80. Geburtstag feiert) sowohl auf »Domotex« als auch »Bau« aufschlug – natürlich mit einer ganzen Reihe Produkt-Neuheiten. Michael Heim, Verkaufsleiter Fußbodentechnik & Parkett bei Mapei, bewertet beide Auftritte als volle Erfolge, wurden doch auf beiden Messen die jeweiligen Zielgruppen aus Handel, Handwerk und Architekten angetroffen. Heim: »Wir halten weiterhin an der gleichzeitigen Teilnahme fest.« Was den vertrieblichen Jahresstart anbelangt, so freut sich Heim über ein sehr starkes Handelsgeschäft in den ersten Monaten. Und das Objektgeschäft lässt auch Gutes vorausahnen, wenn man sich den Auftragsbestand zu Gemüte führt. Nichtsdestotrotz: »Wir bleiben weiterhin unzufrieden«, so Heim augenzwinkernd. Denn diese Aussage ist nicht nur positiv zu werten, sondern sie birgt auch einen gewissen Ansporn. Heim: »Allein in den vergangenen vier Jahren hat der Bereich Fußbodentechnik ein erstaunliches Wachstum hingelegt, und wir sind weiterhin sehr gut unterwegs.« Drei große Handelsbereiche werden bespielt: Bodenbelags-, Malergroß- und Holzgroßhandel. »Die ersten beiden sind sogar sehr dynamisch gelaufen«, betont Heim. Der Bereich Fußbodentechnik ist nach Keramik umsatztechnisch der zweitgrößte Bereich des Unternehmens. Dr. Uwe Gruber: »Wir haben den Ehrgeiz, innerhalb des Unternehmens in wenigen Jahren die Führung zu übernehmen oder zumindest gleichauf zu sein. Der interne Wettkampfgeist ist da!«
Produkte: Systemgedanke wird verfeinert
Produkttechnisch konnte Mapei auch in diesem Jahr wieder Ausrufezeichen setzen – sei es mit dem »4-LVT«-System, einem Parkett-Sortiment »von unten bis oben« oder mit dem neuen geruchsarmen Textilbelagsklebstoff »Ultrabond Eco 195«. Vor allem widmet man sich aber auch Spezial-Lösungen im System. Günther Hermann, Leiter Anwendungstechnik & Produktmanagement Fußboden: »Hier haben wir ein Alleinstellungsmerkmal, vor allem was das Thema LVT anbelangt. Wir bieten Produkte vom Untergrund bis zur Fuge.« Auch wagt man sich bei Mapei aufgrund der keramischen Kompetenz mit einem gesunden Selbstbewusstsein an Nassräume. Parkett- und Designbeläge im Bad – mit Mapei kein Problem, so Hermann. Hierfür hält Mapei nicht nur die richtigen Klebstoffe für Wand und Boden bereit, sondern auch Produkte zur Abdichtung und Absperrung. »Wir haben diesbezüglich Lösungen, die sonst keiner hat«, sagt Hermann. »Wir verfeinern den Systemgedanken mit speziellen Lösungen. Das forcieren wir stärker.«
Aber auch die Verlegung textiler Beläge steht neben den anderen Schwerpunktthemen nicht zurück. So wurde auch der neue Premium-Textilbelagsklebstoff »Ultrabond Eco 195« aufgelegt, der sogar »feinste Nasen« überzeugt. Dieser basiert mit seiner Low-Odour-Technologie auf einer neuartigen Formulierung mit modernsten, geruchsarmen Rohstoffen. Diese stellen die guten technischen Eigenschaften wie eine hohe Anfangshaftung, eine gute Benetzung sowie eine schnelle Festigkeitsentwicklung sicher. Eigenschaften, die das Produkt auch zur Verlegung kritischer Beläge prädestinieren, beispielsweise Nadelvlies oder Webware. Die verlegten Bereiche können schnell wieder genutzt werden. Auch die hervorragenden Endeigenschaften überzeugen: Die Klebstoffriefe ist äußerst verbundfest und weist enorme Scherfestigkeiten auf, was eine sichere und dauerhafte Verlegung sowie geschlossene Nahtkanten während der Nutzung gewährleistet – auch bei starker Beanspruchung. Michael Heim: »Mit diesem Klebstoff wollten wir nicht den nächst billigeren, sondern den nächst besseren.«
Bei dieser Vielfalt an Produktlösungen wird auch eines klar: Bei Mapei gibt es nicht nur ein Produkt, welches im Jahres-Fokus steht. Dazu Gruber: »Wir wollen in allen Bereichen weiterkommen und wollen so den Handwerker bei all seinen Problemstellungen unterstützen. Zudem halte ich auch nichts davon, den Vertrieb ein ganzes Jahr auf ein einzelnes Thema zu hetzen und andere Themen zu vernachlässigen.«
Ein junges »Pflänzchen« bei Mapei in puncto Produkt ist der Bereich der Spachtelböden und Bodenbeschichtungen, der unter dem Titel »Industrial Flooring« läuft. Gerade mit den Spachtelböden wurden bislang schon viele exklusive Objekte realisiert – von Modelabel-Stores bis hin zu Einkaufsketten. Und in Sachen Bodenbeschichtung kann man bald richtig durchstarten, wurde doch viel in Anlagentechnik investiert.
Der »Best Project Award«
Für Verarbeiter hat Mapei in diesem Jahr den »Best Project Award« gestartet. Bei diesem Wettbewerb können Handwerker noch bis zum 31. Mai 2017 ihre Referenzen aus den Bereichen Fliesen und Naturstein, Fußboden und Parkett, Baustoffe, Industriefußböden, Beton und Roofing einreichen. Teilnehmen können realisierte Projekte aus 2015 und 2016 sowie Projekte, die bis zum Stichtag fertiggestellt sind. Für die Einreichung hat Mapei eine Website eingerichtet: Unter www.best-project-award.com kann man sich dort registrieren und Referenzen mit Fotos einstellen. Wird das Projekt positiv bewertet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es von einem Objektfotografen professionell in Szene gesetzt wird. Dann gibt es gute Chancen auf noch mehr Publicity – denn die besten Objekte werden in einem 12-Monats-Kalender von Mapei veröffentlicht. Parallel dazu läuft eine Aktion, bei der die schönsten Referenzen auf der »Best Project Award«-Facebook-Seite präsentiert werden. Hier gilt es, möglichst viele Sympathiepunkte zu sammeln und »Likes« zu generieren.
Thomas Ottaviano

