01.05.2016 | Wand / Fassade Seite 108-109 in Ausgabe 5/2016

Marburger: Die Kraft der (geschwungenen) Linien

Mit »Evolution« präsentiert die Marburger Tapetenfabrik die vierte Luigi-Colani-Kollektion.

Organisch geschwungene Linien ziehen sich als Leitmotiv durch das Designwerk Luigi Colanis. Auch »Colani – Evolution«, seine ak­tuelle Kollektion für die Marburger ­Tapetenfabrik, trägt die typische Handschrift des Altmeisters: gewölbte, teilweise ausladend gezeichnete Li­nien, die sich an der Formensprache der Natur orientieren. Darüber hinaus aber ist es ihm gelungen, scheinbar dreidimensionale Tapeten zu gestalten und mit Licht-und-Schatten-Effekten eine perfekte optische Illusion zu erzeugen.

»Colani – Evolution« ist die aktuelle und bereits vierte Kollektion, die der Designer für die Marburger Tapetenfabrik ent­worfen hat.Alles, was der stets weiß gekleidete Colani in seinem Leben bislang kon­zipiert hat, ist der Bionik – der Ver­bindung von Natur und Technik – unterworfen. Vergebens sucht der Betrachter an Autos, Computern oder Hochgeschwindigkeitszügen rechte Winkel, Ecken und Spitzen. Und auch den Wandbelägen verleiht er seit Jahren in Zusammenarbeit mit der Marburger Tapetenfabrik seinen unverkennbaren Look. »Tapeten sind Kunst«, so Colani in einem Interview.

Ein Anspruch, den der 87-jährige Altmeister mit seiner vierten Kollektion für das Traditionsunternehmen in die Tat umgesetzt hat. »Colani – Evolu­tion« vereint 47 Tapeten auf Vliesträger in einer Breite von 0,70 m, dem Maß, das sich für hochwertige Kollek­tionen etabliert hat. Hinzu kommen Deko-Elemente in je zwei Farben.
Ihr übergreifendes Gestaltungsprinzip der optischen Dreidimensionalität wird besonders deutlich bei der modern inter­pretierten Variante des klassischen Damastmotivs, das wie mit einem Spirographen gezeichnet wirkt.

»Colani – Evolution« ist die aktuelle und bereits vierte Kollektion, die der Designer für die Marburger Tapetenfabrik ent­worfen hat.In streng parallel verlaufenden geschwungenen Linien hat Colani virtuos mit Hell und Dunkel gespielt, sodass die Konturen vor der Wand zu schweben scheinen. Das Design kann auf Wunsch mit einem Panel kombiniert werden, einer Tapetenbahn, die für sich allein verarbeitet wird, um einen optischen Akzent im Raum zu setzen. Auch das Panel stellt sich in den Dienst der dritten Dimension. Es greift die Silhouette des Damastmotivs auf und zeichnet sie mit silberglänzenden Perlen nach – ein sowohl optisches als auch haptisches Erlebnis, das in Silber, Hellgrau, Creme, Gold und Kupfer lieferbar ist. Auch die Farbpalette orientiert sich am Anspruch, dreidimensionale Tapeten zu gestalten. Die Designs sind durchweg metallisch koloriert, weil nur diese Farben glänzen und schimmern und sich in ihnen Licht und Schatten am eindrucksvollsten mit­ei­nan­der messen können. Die Basis der Kollektion bilden wohnliche Töne wie sanftes Beige, Wollweiß oder zartes Grau. Highlights setzen ein warmes Kupfer und ein kühl-erfrischendes Blau, das mit Silber kombiniert wird.

»Colani – Evolution« ist die aktuelle und bereits vierte Kollektion, die der Designer für die Marburger Tapetenfabrik ent­worfen hat.Ein anderes Motiv mit stark plastischer Wirkung sind die scheinbar willkürlich gezeichneten Linien, deren Harmonie sich dem Betrachter erst an einer großflächig tapezierten Wand offenbart. Hier arbeitet Colani gekonnt mit Schattierungen im Hintergrund und Lichtreflexen auf den Konturen, um die dritte Dimension in einem Tapetenbuch einzufangen. Ermöglicht wird dies nicht zuletzt durch die perfekte Drucktechnik der Marburger Tapetenfabrik, die nicht ohne Grund den Ruf als Qualitätsführer der Branche genießt.

Im wörtlichen Sinne formvollendet ­abgerundet wird die Kollektion durch Deko-Elemente, die in einem Durchmesser von sechseinhalb Zentimetern all das vereinen, was das Tapetenbuch ausmacht: Natürlichkeit und Plastizität. Eines hält genau jenen Moment fest, in dem ein Tropfen konzentrische Kreise auf einer Wasseroberfläche entstehen lässt, das andere zeigt eine feine Spirale. »Mich reizt es immer, eine schöne Sache zu designen«, sagt Luigi Colani. Mit »Evolu­tion« ist ihm das wohl auch gelungen.

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