01.05.2016 | Verlegewerkstoffe / Estrich / Technik Seite 96-98 in Ausgabe 5/2016

Maxit: Am Anfang stand der Kalkstein

Die Franken Maxit Gruppe mit Hauptsitz in Azendorf/Kasendorf hat sich über 38 Jahre in vielerlei Hinsicht einen guten Namen gemacht.

Starkes Trio: Hans-Dieter Groppweis, Geschäftsführender Gesellschafter der Franken Maxit Gruppe, Vertriebsleiter Hartmut Lange und Marketingleiter ­Reinhard Tyrok (von links)Nicht Schwätzer sollten das Sagen haben, sondern Macher«, ist für Hans-Dieter Groppweis sonnenklar. Und obwohl der Geschäftsführende Gesellschafter der Franken Maxit Gruppe seit rund 38 Jahren in Amt und Würden ist und aus dieser langen Zeit selbst so einige Anek­doten erzählen kann, war er selbst in erster Linie stets vor allem eines: ein Macher. »Das ist eigentlich schon so, seitdem ich ein kleiner Junge war und meine Eltern noch das Unternehmen geführt haben. Bereits als Dreijähriger bin ich damals mit dem Lkw mitgefahren«, schmunzelt Groppweis, dessen Großvater Johann Bergmann im Jahr 1908 das Kalkwerk Bergmann im Kasendorfer Ortsteil Azendorf gegründet hat. Dies ist praktisch der Ausgangspunkt und auch ein Rohstofflieferant der heutigen Franken Maxit Gruppe, an der Saint-Gobain Weber seit 2008 zu 50 Prozent beteiligt ist und der unter anderem die Franken Maxit Mauermörtel GmbH & Co. sowie die Maxit Baustoffwerke GmbH  angehören. Das Unternehmen Bergmann Kalk ist nach wie vor im Familienbesitz.

Neun Standorte, etwa 700 Mitarbeiter
Mittlerweile werden unter dem Markennamen »Maxit« seit Jahrzehnten eine Vielzahl von Produkten und Serviceleistungen für die Bauindustrie und das Bauhandwerk geliefert. Im Jahr 1978 mit drei Mitarbeitern in Azendorf als Kooperation zwischen den Kalkwerken Am Maxit-Standort in Azendorf/Kasendorf wird zweimal wöchentlich mittels Sprengungen Kalkstein abgebaut – der Grundstoff des Produktportfolios.Bergmann und Mathis gestartet, hat sich Franken Maxit in den zurückliegenden 30 Jahren zu einem international agierenden mittelständischen Unternehmen mit fast 700 Mitarbeitern an neun teils spezialisierten Standorten und einem Umsatzvolumen von etwa 170 Mio. Euro entwickelt. Heute zählt allein das Trockenmörtelwerk in Azendorf zu den größten Unternehmen der Branche im gesamten Bundesgebiet. »Unsere besondere Stärke ist das hohe technische Niveau, das wir uns über die Jahre erarbeitet haben. Aber auch die Dichte unserer Standorte spielt eine entscheidende Rolle. Damit können wir jeden Kunden in unserem Verbreitungs­gebiet in kürzester Zeit erreichen und eine stete Lieferbereitschaft garantieren«, sagt Groppweis.

Der neue Kalkofen soll bald in Betrieb genommen werden – eine 10 Mio. Euro teure Investition in die Zukunft.Zusätzlich zu den Werken in Azendorf und Nürnberg (zuständig für den oberbayerischen Raum) gibt es auch Standorte in Plattling und Niederwinkling (Niederbayern und Oberpfalz) sowie in Leupahn und Dresden (sächsischer Raum). Die Niederlassungen in Thörey und Krölpa, wo unter anderem jährlich bis zu 100 000 Tonnen Anhydrit abgebaut werden, beliefern das thüringische Vertriebsgebiet. Seit 1993 expandiert Franken Maxit auch nach Tschechien und beliefert dort die Region Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, den Großraum Pilsen bis hin zur Landeshauptstadt. In Beroun, knapp 20 Kilometer westlich von Prag, wurde 2014 ein neues Werk eingeweiht.

Neben dem gut verzweigten Vertriebsnetz sei laut Groppweis allerdings auch die starke Serviceorientiertheit inklu­sive des engen Kontakts zu Handel und Verarbeiter ganz entscheidend: »Sobald wir gebraucht werden, stehen wir immer mit Rat und Tat zur Verfügung – das liegt uns sehr am Herzen«, sagt Groppweis.

Fachliche Beratung und Rundum-Service
Heutzutage werden auf modernen Anlagen Trockenmörtel und Gemische aus Bindemitteln, Zuschlagstoffen und Additiven für die Bauindustrie produziert – ein umfassendes Produktprogramm für die Bereiche Rohbau, Ausbau und Fassade. »Es gibt nichts, was der Verarbeiter woanders kaufen müsste. Zusätzlich gehört natürlich auch die entsprechende fachliche Beratung zu unserem Rundum-Service«, betont auch Hartmut Lange, Prokurist und Vertriebsleiter für den Boden-­Bereich.

Ob Innen- und Außenputze, farbige Edelputze, Farben, Boden- oder Wärmedämmverbundsysteme: Tag für Tag verlassen mehr als 3500 Tonnen Putze, Estriche und Farben in unterschied­lichen Gebinden, in Klein- und Großmengen als Sackware oder in den eigens entwickelten Silosystemen die Produktionsstätten der Franken Maxit Gruppe. Neueste Technologie inklu­sive computergesteuerter Mischanlagen sowie entsprechende Fachkräfte in allen Bereichen sind die Garanten für hochwertige Produkte in gleichbleibender Qualität sowie für eine entsprechende Produktsicherheit. »Bei der Entwicklung neuer Materialien wird auch den Erfordernissen hinsichtlich Energieeinsparung und Umweltverträglichkeit Rechnung getragen«, sagt Groppweis.

Einen wichtigen Anteil des umfassenden Maxit-Produktangebots nehmen seit Anfang der 1990er Jahre auch Estriche und Beschichtungen ein. »In diesem Bereich ist unser umsatzstärkstes Produkt ein Calciumsulfat-Fließestrich, der mit selbst abgebautem Naturanhydrit hergestellt wird. Das war damals auch unser erstes Produkt überhaupt in diesem Bereich«, erklärt Lange. Ein besonderer Clou dabei sei das Maxit-Silo mit einem installierten Mischpumpensystem. Das Handling vor Ort übernehme ein geschulter Mitarbeiter. Mittlerweile sind mehr als 4500 Silos im Vertriebsgebiet rund um Bayern, Sachsen, Thüringen und Tschechien in Betrieb. »Das ist für den Verarbeiter ein Rundum-sorglos-Paket. Er braucht auf der Baustelle praktisch nur Wasser«, sagt Lange.

Ergänzt werde die Nummer eins der Estrich-Produktpalette unter anderem durch einen schnelltrocknenden Zementfließestrich, der »zuverlässig nach 14 Tagen belegreif ist«, durch Spachtelmassen, Dünnestriche für leichte Konstruktionen, Industrieböden sowie Beschichtungen und Grundierungen. Entsprechend breit aufgestellt ist auch die Vertriebsmannschaft: Von den insgesamt etwa 100 Außendienstlern im Vertriebsgebiet ist rund die Hälfte für Bodenprodukte zuständig. »Bei den Standardprodukten sind wir praktisch reklamationsfrei. Auch wegen unserer Betreuung kann man eigentlich so gut wie nichts falsch machen«, sagt Lange.

Immer wieder gute Ideen
Grundsätzlich gehen die Maxit-Profis – kaum überraschend – davon aus, dass der Markt im Bereich Estrich/Beschichtungen weiter Produktoptimierungen fordern wird. »Die Produkte müssen künftig noch schneller und personalsparender funktionieren. Zudem müssen sie in weniger Arbeitsgängen noch einfacher und sauberer zu verarbeiten sein«, glaubt Lange. Indiz dafür sei unter anderem der Umstand, dass die schnelltrocknenden Systeme in den vergangenen Jahren »gewaltig an Fahrt aufgenommen haben«. Das Unternehmen selbst hat mit dem Industriefließestrich »Maxit Floor 4246 Torpedo« ein neues Produkt in der Pipeline, das noch in diesem Jahr an den Start gehen soll.

Innovationen wie diese sind es auch, mit denen Franken Maxit neben dem umfangreichen Serviceangebot immer wieder punkten kann. »Wir sind eher exportschwach und müssen uns durch die Unternehmenskonstellation mit Saint Gobain vorwiegend auf unser bestehendes Vertriebsgebiet konzentrieren«, erklärt Groppweis: »Und da eine Markterweiterung praktisch nicht möglich ist, müssen wir eben immer wieder gute Ideen wie zum Beispiel zuletzt unsere Mörtel-Pads oder unseren Wintermörtel haben.«

Doch nicht nur in Sachen Produktportfolio, sondern auch hinsichtlich Aus- und Umbau tut sich an mehr als einem Standort einiges. So entstehen derzeit am 270 Mitarbeiter starken Stammwerk in Azendorf im Kulmbacher Land unter anderem ein neuer Kalkofen, eine neue Mörtelanlage, ein neues Verwaltungsgebäude sowie ein neuer Komplex für Forschung und Entwicklung. Kostenpunkt: rund 20 Mio. Euro. Dass sich derlei Investitionen in Standorte und Produkte lohnen, schlägt sich nicht zuletzt in der Geschäftsentwicklung nieder. »Die Maxit-Gruppe wächst kontinuierlich und 2014 war ein absolutes Rekordjahr für uns«, verrät Marketingleiter Reinhard Tyrok.

Mittels Ausbildungsinitiativen, sozialem Engagement im Umfeld und gezieltem Sponsoring – beispielsweise von bekannten Sportvereinen aus der Region wie den Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg und SpVgg Greuther Fürth oder dem Basketball-Bundes­ligisten Brose Baskets Bamberg – hat Franken Maxit daneben eine enge Verbindung zum Vertriebsgebiet geschaffen. »Daneben legen wir traditionell großen Wert auf ein gutes und enges internes Betriebsklima und sind stolz auf unsere Firmengeschichte«, sagt Hans-Dieter Groppweis. Und wenn es denn für diese Aussage noch eines Beweises bedarf, kann man diesen bald im Eingangsbereich des Azendorfer Firmengeländes finden: Dort wird nämlich in naher Zukunft eine Statue der heiligen Barbara (Schutzpatronin der Bergleute) stehen, zu der vier Stufen hinaufführen. »Schließlich ist der Kalkstein-Abbau der Ursprung all unserer Produkte. Und die vier Stufen symbolisieren, dass das Unternehmen bald in der vierten Familiengeneration geführt wird«, sagt Groppweis, der selbst die dritte Generation verkörpert. Und Generation Nummer vier steht praktisch in den Startlöchern: Sohn Sebastian ist nämlich ebenfalls schon längst im Unternehmen tätig.

Niklas Frielingsdorf

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