Meffert: Geschäftshaus ganz ohne Ecken und Kanten
Dank Meffert sind die runden Fassaden des Bad Kreuznacher Geschäftsgebäudes von »aktivoptik« mit WDVS ausgestattet.
Der Stammsitz der Optiker- und Akustikerkette »aktivoptik« in Bad Kreuznach ist ein Neubau, der heraussticht. Die Besonderheit liegt in der Architektur. Wie ein Flaggschiff öffnet sich das Gebäude zum Salinenplatz hin. Das Besondere sind jedoch die runden Fassadenflächen und »runden Ecken«.
Das Geschäftshaus ersetzt einen dreigeschossigen Altbau. Dieser war aus Sicht der Planer und Architekten der Förster & Förster Architekten GmbH mit der Konzeption eines großstädtischen Gesichts nicht vereinbar. In Abstimmung mit den benachbarten Bauprojekten konzipierten sie daher ein identitätsstiftendes Gebäude mit besonderer Formensprache.
Runde Ecken und trotzdem WDVS
Im architektonischen Städtebau handelt es sich bei der Adresse um einen Blockrand. Dieser sitzt allerdings nicht direkt an der Straße, sondern an einem offenen Platz. Harte Ecken wären ungefällig und störend, so der Architekt Gerhard Förster. Über 40 verschiedene Varianten der Fassade wurden in einem internen Entwurfswettbewerb ausgearbeitet. Bei der Besprechung der Entwürfe entstand die Idee, das Gebäude rund zu gestalten.
Daraufhin stellte sich die Frage nach der Vereinbarkeit von runden Fassadenflächen mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Bernhard Theis, Verkaufsleiter WDVS bei der Meffert AG Farbwerke, bestätigte die Machbarkeit dieses Ansatzes. Auch außergewöhnliche Sonderformate sind mit einer PUR-Dämmung zu realisieren. Die Dämmplatten werden im Werk passgenau produziert und zur direkten Verarbeitung vor Ort angeliefert. Da die Platten an den Kanten gefast sind, ist ein bündiger Abschluss gegeben. Somit entstehen keine Wärmebrücken und die Anforderungen an die Oberfläche sind auch bei Rundungen zu verwirklichen.
Beim Freilegen der Fassade machte das Streiflicht keine Unebenheiten in der mit WDVS ausgestatteten Fassade sichtbar. Damit keine horizontalen optischen Trennungen entstehen, wurde der Putz auf den Rundungen mit zwölf Mann des ausführenden Handwerksbetriebes Back Baudekoration aufgezogen. Die Fassade ist eben und entspricht den Anforderungen an die Oberfläche laut DIN 18202.
Nachhaltig planen und bauen
Die verwendeten »PUR B1 Premium«-Dämmplatten sind frei von Formaldehyd und Phenol. Sie enthalten keine chlorierten Kohlenwasserstoffe und kein HBCD-Flammschutzmittel. Die PUR-Abfälle können recyclet oder problemlos entsorgt werden.
Außerdem wird trotz dünnerem Aufbau die gleiche Wärmeleitfähigkeit eines dickeren Dämmmaterials erzielt. Diese Verschlankung ermöglicht bei einer Grenzbebauung Raumgewinn.
Um kurzen Renovierungsintervallen vorzubeugen, wurde die gedämmte Fassade mit dem »P 436 Silicon«-Fassadenputz beschichtet. Die Oberfläche ist daher widerstandsfähiger gegen Witterungen. Durch die Kapillarhydrophobie ist die Außenhaut wasserabweisend und dabei diffusionsoffen. Somit sind die Fassade und das äußere Mauerwerk nachhaltig geschützt.
Schwungvolle Kurven
Damit die Dynamik der schwungvollen Rundungen nicht gestört wird, haben sich die Architekten bewusst für ein ruhiges Farbkonzept entschieden. Die Fassade ist in einem gebrochenen Weiß gehalten. Lediglich ein Wandvorsprung wurde in einem dunklen, warmen Grün beschichtet. Durch diesen Trick bekommt die runde Ecke des Gebäudes mehr Dynamik und springt optisch leicht hervor.
Damit die Farbwirkung für viele Jahre erhalten bleibt, wurde die Endbeschichtung mit einer Siliconharz-Reinacrylat-Fassadenfarbe realisiert und im »Fassade Solid Plus«-System von ProfiTec getönt. Die somit optimierte Farbtonstabilität mit Hellbezugswert < 20 schützt vor Verformungen des Dämmmaterials bei starker Sonneneinstrahlung. Die reduzierte Kreidungsneigung lässt die dunkle Farbe der vorspringenden Außenwand satt und kräftig erscheinen. Außerdem ist die Endbeschichtung algizid und fungizid ausgerüstet. Somit bleiben auch die hellen Flächen der Fassade strahlend schön.

