MMFA: Rigid-SPC- Beläge überholen LVTs
Im vergangenen Jahr wurden weltweit insgesamt 94,5 Mio. m² mehrschichtige modulare Fußbodenbeläge verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von 5,3 Prozent.
Im Rahmen ihrer virtuellen Pressekonferenz hat der Verband der mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge e.V. (MMFA) die weltweiten Verkaufszahlen der Mitglieder des MMFA für das Jahr 2020 bekanntgegeben. Der weltweite Absatz stieg von 89,8 Mio. auf 94,5 Mio. m², das entspricht einem Zuwachs von 5,3 Prozent. Dabei hat es zwischen den einzelnen Produktgruppen relativ starke Verschiebungen gegeben:
Der Absatz der Kategorie »Polymer Rigid SPC« hat sich um 34,8 Prozent auf 37,7 Mio. m² erhöht. In der Kategorie »Polymer LVT Klick«, die flexible LVT-Beläge mit Klickverbindung umfasst, gab es dagegen einen Rückgang um 14,8 Prozent auf 36,7 Mio m². Damit haben die MMFA-Mitglieder erstmals mehr SPC-Beläge als LVT verkauft. Der Absatz von »Polymer Rigid EPC« hat sich weiter auf 5,2 Mio. m² reduziert. Mehrschichtige Designbeläge mit Holzwerkstoffträger, die vor allem in der DACH-Region eine Rolle spielen, haben um 18,8 Prozent auf 15,0 Mio. m² zugelegt. Allein in Deutschland wurden 10,3 Mio. m² verkauft (+25,2 Prozent im Vergleich zu 2019).
Einzelne Regionen
Die Region mit der größten Steigerung im Absatz von Polymer-Produkten war Osteuropa, wo 2020 4,9 Mio. m² verkauft wurden (+23,9 Prozent im Vergleich zu 2019). SPC-Produkte verzeichneten in dieser Region eine deutliche Absatzsteigerung von 153,3 Prozent (2,0 Mio. m²), während die Verkaufszahlen von EPC-Produkten (0,2 Mio. m², –19,3 Prozent im Vergleich zu 2019) und LVT-Fußbodenbelägen (2,7 Mio. m², –0,3 Prozent im Vergleich zu 2019) jeweils zurückgingen.
In Westeuropa entwickelte sich der Sektor hingegen leicht rückläufig mit einem Minus von 6,6 Prozent im Jahr 2020 (37,5 Mio. verkaufte Quadratmeter). Wie in Osteuropa waren SPC-Fußböden die einzige Produktkategorie, die 2020 Zuwächse verzeichnete (15,7 Mio. m², +28,8 Prozent im Vergleich zu 2019). Dieses positive Ergebnis wog den vergleichsweise schwachen Absatz bei den anderen Produktkategorien auf. Die Verkaufszahlen von EPC-Produkten (2,2 Mio. m²) gingen um 13,0 Prozent zurück, während beim Absatz von LVT-Produkten (19,6 Mio. verkaufte Quadratmeter) ein noch größerer Rückgang in Höhe von 22,9 Prozent verzeichnet wurde.
Wie in Europa war die SPC-Kategorie die stärkste aller Polymer-Gruppen in Nordamerika mit 19,2 Mio. verkauften Quadratmetern Fußbodenbelägen (+37,4 Prozent im Vergleich zu 2019). Die niedrigeren Zahlen bei EPC-Produkten (2,5 Mio. m², –17,3 Prozent im Vergleich zu 2019) und LVT-Produkten (13,4 Mio. m², +4,0 Prozent im Vergleich zu 2019) führten zum Jahresende zu einem stabilen Ergebnis von 35,1 Mio. verkauften Quadratmetern polymerer Bodenbeläge in Nordamerika im Jahr 2020 (+17,5 Prozent im Vergleich zu 2019).
Lateinamerika verkaufte 0,3 Mio. m² polymere Bodenbeläge, was einem Rückgang von 68,5 Prozent entspricht. Im Unterschied zu anderen Regionen verzeichnete der SPC-Sektor in Lateinamerika einen Rückgang von 22,2 Prozent im Vergleich zu 2019 (0,2 Mio. verkaufte Quadratmeter). Eine ähnliche Lage war in Afrika, wo die Verkaufszahlen von polymeren Bodenbelägen um 44,5 Prozent (0,3 Mio. verkaufte Quadratmeter) zurückgingen, und in Asien zu beobachten, wo ein Minus von 21,4 Prozent verzeichnet wurde (0,9 Mio. verkaufte Quadratmeter). Die Region Australien/Ozeanien verkaufte 0,4 Mio. m² polymere Bodenbeläge (+9,5 Prozent im Vergleich zu 2019).
Holz weiterhin beliebt
Trotz der Auswirkungen der Pandemie entwickelte sich die Kategorie »Wood«, mit Ausnahme von Lateinamerika, im Jahr 2020 gut. Der Absatz von »Wood«-Produkten erreichte 2020 insgesamt 15,0 Mio. m², was einem Anstieg von 18,82 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Die Region, die das mit Abstand größte Absatzplus verzeichnete, ist Nordamerika. Mit 0,1 Mio. m² wurde der Absatz im Jahr 2020 mehr als verdoppelt (+171,1 Prozent im Vergleich zu 2019). Mit einer Wachstumsrate von 21,8 Prozent überholte Osteuropa (0,8 Mio. verkaufte Quadratmeter) das Wachstum von Westeuropa (14,0 Mio. m², +18,3 Prozent im Vergleich zu 2019). Deutschland und Österreich behielten ihre Positionen als Länder mit den höchsten Verkaufszahlen in Westeuropa bei. In Deutschland wurden 10,3 Mio. m² verkauft (+25,2 Prozent im Vergleich zu 2019), während Österreich Absätze von 1,4 Mio. m² verzeichnete (+9,2 Prozent im Vergleich zu 2019). Dasselbe gilt für die Tschechische Republik. Wie im Vorjahr war es das Land mit dem höchsten Absatz in Osteuropa (0,4 Mio. m², +10 Prozent im Vergleich zu 2019).
Asien verzeichnete nur eine geringfügige Absatzsteigerung von 1,2 Prozent im Vergleich zu 2019 (0,06 Mio. m²). Die einzigen Regionen, in denen die Auswirkungen von COVID-19 zu einem Absatzrückgang in der Kategorie »Wood« führten, waren Lateinamerika, wo die Verkaufszahlen um 35,8 Prozent zurückgingen (0,01 Mio. verkaufte Quadratmeter), sowie Afrika (–5317 m², –630,9 Prozent im Vergleich zu 2019) und Australien/Ozeanien (3123 m², –69,8 Prozent im Vergleich zu 2019).
»CISUFLO«-Projekt erhält EU-Förderung
»CISUFLO« ist ein gemeinsames Projekt der European Floor Coverings Association (EuFCA) und weiteren Beteiligten der Fußbodenbranche wie Forschungsinstituten, Recyclingunternehmen und öffentlichen Behörden. Sie wurde ausgewählt, um Fördergelder aus dem »Horizont 2020«-Programm der Europäischen Union, dem größten EU-Förderprogramm für Innovationen und Forschung, zu erhalten.
»CISUFLO« steht für Circular Sustainable Flooring. Ziel des Projekts ist es, ein systematisches Rahmenwerk für zirkuläre Fußbodenbeläge, darunter elastische Bodenbeläge, Laminat und Teppichböden, zu erstellen, um die Umweltauswirkungen der Branche zu minimieren. Über die erwartete Laufzeit des Projekts von 48 Monaten wird ein Budget von 7,7 Mio. Euro zur Verfügung stehen.
Der MMFA wird über den EuFCA, deren Gründungsmitglied er ist, an diesem Projekt beteiligt sein. Matthias Windmöller, Präsident des MMFA, erklärt: »Mit ›CISUFLO‹ unterstützt die Fußbodenbranche den Übergang der Europäischen Union zur Kreislaufwirtschaft. Indem das Projekt Innovationen für die Entwicklung zirkulärer Lösungen vorantreibt, wird es dazu beitragen, die Ziele zu erreichen, die im Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft und der Europäischen Industriestrategie dargelegt sind. Der MMFA und seine Mitglieder sind stolz darauf, Teil dieses wichtigen Projekts für unsere Branche zu sein.«
Das Projekt wird sechs Pilotphasen umfassen, bei denen die Herstellung, die Sortierung, die Trennung und das Recyceln von Laminatböden, elastischen Fußböden und Teppichböden im Fokus steht.
Sollte das Projekt einen Einfluss von 30 Prozent auf dem Markt erreichen, wird »CISUFLO« dabei helfen, einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro bzw. 12000 Arbeitsplätze in den Sektor der Kreislaufwirtschaft zu verlagern – mit dem Potenzial, diese Zahlen langfristig zu verdreifachen. Während der Projektdurchführung dürfte der Anteil der zirkulären Bodenbeläge auf dem Markt schnell anwachsen und könnte bis 2024 einen Anteil von 15 Prozent, bis 2029 einen Anteil von 30 Prozent und bis 2035 einen Anteil von 80 Prozent erreichen.

