Mocopinus steht vor dem Aus: Traditionsunternehmen findet keinen Investor
Seit dem 5. März ist klar: Der Geschäftsbetrieb der Mocopinus GmbH & Co. KG aus Ulm wird endgültig eingestellt. Das Industriehobelwerk, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1865 zurückreichen, schließt alle Standorte, nachdem ein monatelanger Investorenprozess ergebnislos geblieben ist.
Insolvenzverfahren ohne Rettungsperspektive
Das Unternehmen hatte bereits Anfang Dezember des vergangenen Jahres Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Geschäftsführung, Sanierungsexperten und gerichtlich bestellte Berater suchten intensiv nach einer Lösung – jedoch ohne Erfolg. Wie am 5. März mitgeteilt wurde, mündet das Verfahren nun in eine geordnete Ausproduktion und die anschließende Stilllegung der Standorte Ulm, Karlsruhe und Ammelshain.
Nach übereinstimmenden Berichten lagen Angebote für die Immobilien vor, jedoch kein tragfähiges Angebot für den operativen Geschäftsbetrieb. CEO Ulrich Braig sprach von einem »extrem bitteren Tag« für Belegschaft sowie Unternehmen und betonte, dass man bis zur letzten Minute um eine Fortführung gekämpft habe.
Fortführung nur zur Abwicklung laufender Aufträge
Die Produktion wird nicht sofort eingestellt. Um bestehende Kundenaufträge abzuarbeiten und Lagerbestände sinnvoll zu nutzen, ist eine geordnete Ausproduktion an den Werken Karlsruhe und Ammelshain geplant. Die rund 270 Mitarbeiter wurden bereits informiert; auch die Verhandlungen zu Interessenausgleich und Sozialplan sollen umgehend beginnen.
In Karlsruhe arbeiten etwa 180 Menschen, in Ammelshain rund 60, weitere 30 Beschäftigte sind am Verwaltungssitz in Ulm tätig. Nicht betroffen von der Stilllegung ist die Tochtergesellschaft Lignum-Finish GmbH in Aitrach, für die die Gespräche über eine mögliche Zukunftslösung weiterlaufen.
Traditionsreicher Holzverarbeiter
Was 1865 als Sägewerk begann, entwickelte sich über mehr als 160 Jahre zu einem europaweit führenden Hersteller von Profilholzprodukten für Fassaden, Terrassen, Innenausbau und Architekturprojekte. Trotz operativer Stabilisierung in den vergangenen Wochen fanden sich lediglich Investoren, die an Immobilien interessiert waren – nicht aber an der Fortführung des Unternehmens.
Damit endet eine lange Unternehmensgeschichte, die für viele Beschäftigte und die Branche gleichermaßen prägend war. Die Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt und die Holzindustrie im Allgemeinen werden sich erst in den kommenden Monaten genauer zeigen.

