Netzwerk Boden: Auszeichnung für eine außergewöhnliche Leistung
Die Jury des Netzwerks Boden würdigte das Unternehmen Wessendorf Systembeschichtungen und den Industriepartner Thermoplan mit dem Netzwerk-Boden-Sonderpreis »Technische Herausforderung« für die Umsetzung der Bodenarbeiten im Rahmen des Bunkerumbaus im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Auf dem Dach sind weitere fünf Geschosse entstanden, die unter anderem vom »REVERB by Hard Rock Hotel« genutzt werden. Der Sonderpreis wurde am 20. Januar 2026 im Rahmen der Messe »Domotex« in Hannover überreicht – eine Anerkennung für ein Projekt, das handwerkliche Expertise, industrielle Unterstützung und präzise Planung auf eindrucksvolle Weise vereint.
Technische Präzision im Bunker St. Pauli
Wo einst Beton Schutz bot, gibt es heute einen urbanen Ort der Begegnung: Der ehemalige Flakbunker in Hamburg‑St. Pauli wurde zu einem der spektakulärsten Umbauprojekte der Stadt (»Grüner Bunker«). Herzstück des Konzepts ist ein öffentlich zugänglicher Dachgarten mit Bergpfad, ergänzt durch Ausstellungsflächen, ein Hotel und neue öffentliche Räume. Eine Schlüsselrolle im Umbau spielte dabei der Boden – technisch wie gestalterisch anspruchsvoll umgesetzt auf mehreren Ebenen und in schwindelerregender Höhe.
Arbeiten bis in 60 Meter Höhe
Der Bunker stellte die Projektbeteiligten vor außergewöhnliche Herausforderungen. Auf rund 8500 m2 Fläche und fünf Etagen mussten Unterböden und Bodenbeläge eingebaut werden – teils in bis zu 60 Metern Höhe. Enge Platzverhältnisse, lange Transportwege und enorme Materialmengen verlangten nach einem exakt abgestimmten logistischen Konzept. Von der ersten Beratung über die Materialauswahl bis zur finalen Ausführung lag die Verantwortung bei Wessendorf. Insbesondere der Einbau der Sichtestriche erforderte höchste Präzision, sowohl technisch als auch zeitlich.
Mix-Mobil-Produktion direkt vor Ort
Eine zentrale Lösung fand das Team in der engen Zusammenarbeit mit dem Industriepartner Thermoplan: Die Estriche wurden direkt vor Ort in sogenannten »Mix‑Mobilen« produziert. So konnte eine gleichbleibend hohe und exakt abgestimmte Qualität gewährleistet werden.
Das frisch gemischte Material wurde anschließend über eine temporär an der Außenfassade verlegte Stahlleitung bis zur Einbaustelle gepumpt. Diese Konstruktion ermöglichte Förderhöhen von bis zu 60 Metern, ohne das enorme Gewicht über flexible Schläuche zu führen. Pro Tag wurden auf diese Weise bis zu 45 Kubikmeter Estrichmörtel angemischt, hochgepumpt und im Gebäude verarbeitet.
Urbane Böden für ein neues Nutzungskonzept
Nach Abschluss der Estricharbeiten übernahm Wessendorf auch sämtliche Oberbodenarbeiten. Entstanden ist ein bewusst urbanes Bodenbild: sichtbare Estriche, hochwertige Beschichtungen, Teppichböden und Parkettflächen prägen heute die neuen Nutzungsbereiche des Bunkers.
Das Zusammenspiel aus roher Bestandsarchitektur und präzise ausgeführten Böden unterstützt das neue Nutzungskonzept – öffentlich, vielseitig und offen für unterschiedliche Funktionen. Der Boden wurde damit nicht nur zur technischen Grundlage, sondern auch zu einem gestalterischen Element des gesamten Projekts.


