01.05.2016 | Boden / Zubehör Seite 36-37 in Ausgabe 5/2016

Nora: Kautschukböden für heilungsfördernde Atmosphäre

Aufgrund ihrer natürlichen Materialien kamen in der Soteria Berlin Bodenbeläge von Nora Systems zum Einsatz.

Der Begriff »Soteria« (altgriechisch für Heilung, Wohl, Bewahrung, Rettung) bezeichnet eine alternative stationäre Behandlungsform von Menschen in psychotischen Krisen. Gekennzeichnet ist dieser Therapieansatz unter anderem durch einen zurückhaltenden Umgang mit Psychopharmaka, eine wohnliche Einrichtung und eine offene Stationsführung. Ziel ist es, die Patienten auf die Rückkehr ins Alltagsleben vorzu­bereiten.

Ein wichtiger Baustein der Milieutherapie in der Berliner Soteria ist eine wohnliche Umgebung mit natürlichen Materialien. Beim Fußboden für die Zimmer und Flure kamen aus diesem Grund Kautschuk-Bodenbeläge von Nora Systems zum ­Einsatz.Seit 2013 gibt es ein solches Angebot auch in Berlin. Konzipiert wurde die Soteria, die zur Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St.-Hedwig-Krankenhaus gehört, als interdisziplinäres Projekt gemeinsam von dem Psychiater Dr. med. Martin Voss und dem Architekten Jason Danziger von thinkbuild architecture BDA. Danziger und der Bauherr, die Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin GmbH, wurden dafür gemeinsam mit dem »BDA Preis Berlin 2015«, einem der bedeutendsten Architekturpreise des Landes, ausgezeichnet.

In der Soteria Berlin gibt es zwölf Behandlungsplätze für junge Menschen, die sich in einer akuten psychotischen Krise befinden. Zusammen mit den Therapeuten leben sie wie in einer Art »Ersatzfamilie auf Zeit« und gestalten gemeinsam ihren Alltag. Ein wichtiger Baustein dieser Milieutherapie ist eine wohnliche Umgebung mit natürlichen, authentischen Materialien. Beim Fußboden für die Zimmer und Flure fiel die Wahl daher auf Kautschuk-Boden­beläge von Nora Systems. Sie schaffen eine einladende Atmosphäre und bieten zugleich alle funktionalen Vorteile des Werkstoffs Kautschuk.

»Bei der Gestaltung der Station mussten wir einen Mittelweg zwischen dem nötigen Schutz vor Reizen und dennoch ausreichender Stimulation finden«, erläutert Oberarzt Voss. Das Ambiente soll einerseits anregen, den jungen Menschen aber auch einen Rückzugsraum bieten, in dem sie sich entspannen können. Ganz wichtig: Die Umgebung sollte nicht steril sein, eine Krankenhaus-Atmosphäre sollte unbedingt vermieden werden. So dominiert in den Räumen ein dezentes Hellgrau, das durch einzelne Wandflächen, die in kräftigem Blau, Grün, Gelb oder Violett gestrichen sind, aufgelockert wird.

Ein wichtiger Baustein der Milieutherapie in der Berliner Soteria ist eine wohnliche Umgebung mit natürlichen Materialien. Beim Fußboden für die Zimmer und Flure kamen aus diesem Grund Kautschuk-Bodenbeläge von Nora Systems zum ­Einsatz.Großen Wert legten Architekt und Nutzer auf authentische Materialien. Der Hintergrund: Menschen in einer psychotischen Krise leiden häufig ­unter Wahrnehmungsstörungen. »Sie müssen sich darauf verlassen können, dass das, was sie sehen, real ist«, erläutert der Oberarzt. Die Aufenthaltsbereiche erhielten Echtholzparkett, während in den Patientenzimmern und Fluren Kautschukböden verlegt wurden. Mit ihrem zurückhaltenden Hellgrau harmonieren die Nora-Beläge mit dem Parkett und mit den leuchtenden Farben der Zimmerwände.

Doch nicht nur ihre optischen Vorzüge, sondern auch ihre funktionellen Eigenschaften sprachen für die Boden­beläge aus Kautschuk. Zum einen vermindern sie aufgrund ihrer Dauerelastizität den Gehschall und sorgen so für eine an­genehme Geräuschkulisse auf der Sta­tion. »Durch die Reduktion von Lärm wird der Stress für die Patienten deutlich vermindert«, bekräftigt Voss. Dies ist gerade in psychiatrischen Einrichtungen von großer Bedeutung, weil die Erkrankten auch auf akustische Reize besonders sensibel reagieren. Außerdem sind die Kautschukböden fußwarm und weich, was ebenfalls ein großer Vorteil ist. »Ganz intuitiv laufen viele Patienten in einer psychotischen Krise barfuß oder auf Strümpfen herum – das hilft ihnen, sich zu erden.« So sei es natürlich besonders wichtig, dass die Böden komfortabel und angenehm zu begehen seien. Die Soteria Berlin ist auf vielfache Weise ein Beispiel für die heilsame Wirkung von ­Architektur: Im entspannten Umfeld haben die jungen Pa­tienten beste Chancen, ihre Krankheit zu überwinden und wieder völlig zu genesen.

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