01.05.2016 | Messeartikel Seite 10-11 in Ausgabe 5/2016

Oh, diese Leere...

Das Angebot der »EFWEX« in Gent konnte sich zwar sehen lassen – doch was nützt es, wenn sich die Besucher nicht sehen lassen?

Die Flanders Expo im belgischen Gent öffnete für die »EFWEX« ihre Tore.Betretene Gesichter auf Ausstellerseite, leere Gänge und teil­weise verließ das Personal die eigenen Stände. Leider verbleibt dieser Eindruck nach einem Besuch der »European Floor & Wall Exhibition« (EFWEX). Die Messe, die bereits zum zweiten Mal im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfand, zog laut Veranstalter 2400 Fachbesucher in Halle 8 der Flanders Expo im belgischen Gent. In 2014 waren es noch 3600.

Die Messe-Verantwortlichen traten mit dem noblen Ziel an, eine Ver­anstaltungslücke im belgischen Boden­belagsbereich zu schließen, welche die »Europarket« einst hinterließ. Auch jene wurde sozusagen »eingestampft«, da sie einfach zu wenig Besucher anzog. Und wenn man sich nun den Verlauf der »EFWEX« ansieht, tun sich da auch dunkle Wolken und die Frage auf, ob Belgien denn wirklich eine Boden-Messe braucht? Für deutsche und niederländische Besucher macht diese Messe trotz der räumlichen Nähe zu den jeweiligen Ländern nicht unbedingt Sinn. Es erstaunt schon, wenn man seitens Leere Gänge: Über drei Tage hinweg beklagten die Aussteller ausbleibende Besucher. Leere Stände: Hier und da vertrat sich das Stand-Personal die Beine...der Veranstalter hört, dass der Besucheranteil aus dem Ausland in 2014 bei etwa 35 Prozent lag. Auch soll es nicht arrogant klingen – aber es gibt eine internationale Leitmesse für Bodenbeläge, nämlich die »Domotex« in Hannover, wohin es auch die Benelux-Besucher zieht.

Am Angebot der »EFWEX« jedenfalls kann es nicht liegen, dass die Besucher ausblieben. Schwerpunkt sind elastische sowie hölzerne Bodenbeläge zum Verkleben und zum Klicken, also LVTs, Laminat und Parkett. Der dazu pas­sende Zubehör- und Verlegebereich ist ebenfalls präsent. Komprimiert gab es auf einer Sonderfläche auch ein »Innovations@EFWEX«-Areal, wo einige aus­gewählte Neuheiten präsentiert wurden. Die Standfläche und Stand-Architektur war relativ demokratisch und nicht ausufernd, sondern eher klein und fein. Und das Catering machte es sowohl Besuchern als auch Ausstellern leicht: In der Mitte der Halle konnte man sich stets und ständig mit Essen und Getränken versorgen. Leider reicht dies aber nicht für eine gute Veranstaltung aus. Und so waren diese drei Tage Messe für den ein oder anderen Aussteller drei wirklich lange Tage. In jedem Gespräch wurde das Aus­bleiben von Besuchern beklagt – aber: wenn welche kamen, waren dies Top-Kunden und die Gespräche »qualitativ hochwertig«. Viele der Aussteller schlossen jedoch – sofern sie es entscheiden könnten – eine weitere Teilnahme für sich aus.

Thomas Ottaviano

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