Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen war eines der Leitthemen der »BAU online 2021«. Denn Begriffe wie Nachhaltigkeit, Recycling und Kreislaufwirtschaft sind heute bereits in aller Munde. Produkte müssen ressourceneffizienter und langlebiger werden. Je öfter Müll als Rohstoff wieder in den Kreislauf geführt wird, desto besser. Die Kreislaufwirtschaft – neudeutsch auch »Circular Economy« genannt, ist längst im Bauwesen und somit auch in unserer Branche angekommen.
»Cradle to Cradle« gilt beispielsweise als Ansatz für eine konsequente Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel, den Idealfall des Recyclings zu erreichen: Alle eingesetzten Rohstoffe bzw. Bauteile sollen am Ende des Lebenszyklus eines Produkts wieder vollständig und gleichwertig in den Produktionsprozess oder Biokreislauf zurückgeführt werden können.
Ganz aktuell sehen wir anhand der Verknappung und Kostenexplosionen, dass die steigende Nachfrage nach Rohstoffen und Energieträgern weltweit die effizientere Verwendung von Ressourcen dringend erforderlich macht – gerade in einem rohstoffarmen Industrieland wie Deutschland. Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz helfen produzierenden Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig die Umwelt zu entlasten.
Doch was bedeutet Ressourceneffizienz? Man versteht darunter das Verhältnis eines bestimmten Nutzens oder Ergebnisses zum dafür nötigen Ressourceneinsatz. Kurz gesagt: Es geht darum, mit weniger Ressourceneinsatz zu gleichen oder besseren Ergebnissen zu kommen.
Wenn betriebsinterne Stoffkreisläufe geschlossen und so Material-, Abwasser- und Energiekosten gesenkt werden, wenn die Effizienz des Maschinenparks erhöht sowie Ausschuss verringert wird, hat dies nicht nur positive Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg, auch die Umwelt profitiert von der Ressourcenschonung.
Ziel muss es deshalb sein, die Produktion insgesamt schlanker und effizienter zu gestalten. Den meisten Unternehmen ist die Notwendigkeit, Ressourceneinsparungen im Produktionsprozess zu erzielen, bewusst. Oft sind Prozessstabilität, Anlagenverfügbarkeit und Liefertreue aber oberstes Gebot, sodass gerade bei einer dünnen Personaldecke oft die Zeit dafür fehlt, diese konkreten und wichtigen Maßnahmen zu ergreifen.
In unserem 1. Teil dieses umfangreichen Themas haben wir Verbände, Institutionen und Firmen der Bodenbelagsindustrie gebeten, unseren Lesern einmal aufzuzeigen, inwieweit sich Unternehmen bereits jetzt mit diesen dringend notwendigen Themen auseinandersetzen. Aber lesen Sie selbst...
Ihre Sabine Langanke

