Sakret: Putzmörtel: Holzspäne als Armierung
Die Sakret Trockenbaustoffe Sachsen GmbH & Co. KG aus Claußnitz hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Holztechnologie Dresden und unterstützt durch die AiF Projekt GmbH, Berlin, mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ein Putzsystem entwickelt, das technische Leistungsfähigkeit und ökologisch-nachhaltige Denkweise konsequent und ohne Qualitätsverluste im Praxiseinsatz kombiniert.
Nachhaltig und leistungsfähig
Die technische Entwicklung beim Wandaufbau aus Wandbildner und Putz erfordert zunehmend wieder eine Faserarmierung, um mit den sehr leichten Putzen auf relativ weichen Untergründen die notwendige dauerhafte Stabilität zu erzielen.
Dr. Klaus Hoffmann, Leiter Anwendungstechnik bei Sakret Sachsen: »Uns ging es in der Entwicklung deshalb darum, unter der Maßgabe bestmöglicher Nachhaltigkeit eine Faserarmierung zu finden, die:
■ nachwachsend ausreichend lokal zur Verfügung steht und keine zusätzliche Anbaufläche erfordert
■ den aktuellen wohn-raumökologischen Anforderungen genügt
■ einen geringen CO₂-Fußabdruck aufweist
■ die technischen Eigenschaften der Putze mindestens erhält
■ die Verarbeitung der Materialien durch Maschinentauglichkeit erleichtert.
Eine Faserarmierung verbessert die Zugfestigkeit der Putze sowie ihre Fähigkeit zur schadensfreien Verformung. Die heutige Generation von Leichtputzen und Faserleichtputzen ist auf Steindruckfestigkeiten deutlich < 6 N/mm² abgestimmt, sodass auf hochwärmedämmendem Mauerwerk ein schadensfreies Verputzen gewährleistet werden kann. Das war auch der technische Maßstab für den geplanten Putz mit Holz als Armierung.«
Labor- und Praxistest
Vorversuche ergaben, dass Holzspäne aus heimischer Fichte mit Zement und Kalk hinreichend verträglich sind. Umfangreiche Tests sowohl zur Herstellung einer geeigneten Spangröße und Spangeometrie als auch zur Dosierung zeigten, dass sich die Kunststofffasern in Putzen vollständig durch nachwachsende, regional verfügbare Rohstoffe ersetzen lassen und damit ein mikroplastikfreier Putz entsteht.
Dieses Ergebnis bestätigte sich bei Vergleichsuntersuchungen zwischen einem Innenputz auf Kalkbasis mit einer Armierung aus Holzspänen und einem konventionell armierten Putz. Im Labor zeigte sich, dass die Mörteleigenschaften bei Holzspanzugabe verglichen mit Polypropylen als Armierung nicht beeinflusst werden. Festigkeit, Wasseraufnahme und Verformungsfähigkeit bleiben identisch.
Auch beim Thema Maschinengängigkeit konnten keine Unterschiede oder Abweichungen festgestellt werden: »Die neuartigen Materialien sind problemlos mit konventionellen Putzmaschinen verarbeitbar und weisen keinen erhöhten Pumpendruck auf«, so Hoffmann abschließend.

