Schlau-Hausmesse mit Star-Gast Dieter Bohlen
Ein Branchentreff der Superlative bot sich Handwerkern wieder einmal in Bad Salzuflen.
Anfang März fand in der Halle 20 im Messezentrum Bad Salzuflen die Schlau-Hausmesse statt. 4000 Kunden, über 100 Aussteller und 8500 m² Ausstellungsfläche machten die Veranstaltung erneut zu einem Branchentreff der besonderen Art.
Durch die im Vergleich zum letzten Jahr erweiterte Fläche konnten sich die Schlau-Lieferanten entsprechend größer und nochmals besser präsentieren. Dadurch hatten wiederum die Besucher mehr Raum für ihren Stand-Aufenthalt und konnten so noch besser angesprochen werden.
»Unsere Hausmesse ist ein hervorragendes Instrument zur Kundenbindung«, betont Firmeninhaber und Beiratsvorsitzender Eberhard Beeth. »Unsere Kunden nehmen das auch wohlwollend auf, sehen sie doch, dass Schlau sich um sie bemüht. Und wir machen dies mit Überzeugung!«
Und das war der Messe auch anzusehen. Das Event ermöglicht nicht nur den Know-how-Transfer vom Lieferanten zum Handwerker. Garniert wird das Ganze auch mit Speis und Trank: Das Catering-Team umsorgte die Besucher mit einem kulinarischen Angebot. Und für die Kleinsten ging es ans Spielen, Basteln und Schminken
im Kids-Club. Die schon fast familiäre Atmosphäre prägte das zweitägige Messegeschehen.
Gezeigt wurden natürlich auch die Neuheiten aus dem Bodenbelags-, Tapeten-, Farben/Lacke-, Verlegewerkstoffe- und Zubehörsbereich. Wertvolle Boden-Experten-Tipps aus der Praxis für die Praxis erhielten die Besucher vom Berufssachverständigen Siegfried Heuer (ish-Institut).
Schlau selbst zeigte auf einem großzügigen Areal die eigenen Präsentationsmodule, neue Warenträger und Eigenkollektionen.
Der Dieter war da!
Einen ganz besonderen Coup landete die Unternehmensgruppe mit Star-Gast Dieter Bohlen.
Schon ein paar Wochen vor der Messe munkelte man, dass der sogenannte Pop-Titan auf der Hausmesse in Bad Salzuflen aufschlagen und seine in Zusammenarbeit mit P+S entstandene Tapetenkollektion vorstellen würde. Und so war’s dann auch: Nach dem großen Erfolg seiner Kollektionen »it’s different« und »Studio Line« zeigte Dieter Bohlen exklusiv seine dritte Tapetenkollektion »Spotlight« und präsentierte zudem seine brandneue Kollektion für Kinderzimmer »Dieter 4 Kid’z«. Besuchermagnet Bohlen war im Anschluss für Fotos zu haben und schrieb auch Autogramme. Ein tolles Spektakel für die Besucher und Schlau-Kunden! Dazu Eberhard Beeth: »Egal, wie man darüber denken mag, und egal, ob es sich um Harald Glööckler, Barbara Becker oder Dieter Bohlen handelt, fest steht, dass diese Testimonials das Preisniveau der Tapete insgesamt nach oben bringen. Und das tut der ganzen Branche gut.«
Prominent und erfolgreich in Sachen Tapetenvermarktung ist aber auch Schlau: Konstant hält sich eines von Beeths Lieblingssortimenten bei 9 Prozent Umsatzanteil.
Umsatzentwicklung
Im Rahmen der Hausmesse berichtete Dr. Ralf Bartsch, Geschäftsführer der Brüder Schlau GmbH & Co. KG und Sprecher der Geschäftsführung, über die Entwicklung des Unternehmens. »Wir blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 zurück«, so Bartsch. »Die Unternehmensgruppe konnte einen Umsatz von 641 Mio. Euro erzielen, was einem Zuwachs von 18,5 Prozent zum Vorjahr entspricht.« Der Großhandelsbereich generierte dabei einen Umsatz von 165,9 Mio. Euro, was einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr gleichkommt und natürlich auf die Akzo-Märkte zurückzuführen ist. Ende des Jahres 2013 expandierte der Schlau-Großhandel mit einem Zukauf von 37 AkzoNobel-Malermärkten in Nord- und Ostdeutschland. Im letzten Jahr wurde mit Hochdruck an der Integration gearbeitet.
»Der Umsatz im Profi-Bereich mit Handwerkern hatte im Geschäftsjahr 2014 mit 142,4 Mio. Euro einen Anteil am Großhandelsumsatz von 85,8 Prozent«, erläutert Bartsch.
Durch die Akzo-Akquise gab es zwar keine wesentlichen Veränderungen
in der Lieferanten-Zusammensetzung, die Umsatzanteile des Sortiments haben sich aber etwas gedreht. Die Verschiebung erfolgt schlichtweg daraus, dass bei den zugekauften Akzo-Märkten der Schwerpunkt eindeutig auf dem Bereich Farbe liegt.
Von Hause aus war Schlau ohnehin Farbengroßhändler (die Firma ist ursprünglich aus einem Maler-Betrieb entstanden). Der Bereich Bodenbelag ist durch den Zukauf bestimmter Unternehmen im Laufe der Jahre sukzessive erstarkt und stellte den größten Umsatzanteil dar. Akzo hingegen ist zum größten Teil Farbengroßhandel – Bodenbeläge spielten eine eher untergeordnete Rolle.
Mit den neuen Standorten und den Maler-Kunden nahmen bei Schlau-Großhandel im Jahr 2014 Bodenbeläge nun 33 Prozent des Umsatzes ein (2013: 50 Prozent) und Farben/Werkzeuge lagen bei 57 Prozent (2013: 40 Prozent).
»Wir werden unsere Bodenbelagskompetenz natürlich auch in die übernommenen Akzo-Märkte hineinbringen«, verspricht Bartsch. Mit einem ordentlichen Produkt-Mix und dem Gesamt-Sortiment möchte man selbstverständlich auch in den neuen Märkten vor Ort sein.
Durch die Zusammenlegung einiger zugekaufter Akzo-Niederlassungen kommt Schlau nun auf 46 Profi-Märkte.
Das war in kürzester Zeit ein großer Sprung hin zu mehr Präsenz auf der Deutschland-Karte. Auf die Frage hin, ob es denn noch weiteren Platz für Schlau gebe, meint Beeth: »Deutschland ist groß und ja – es gibt noch Platz für uns!«
Zur Unternehmensgruppe gehört auch der Einzelhandelsbereich Hammer Heimtex-Fachmärkte, der mit derzeit 185 Märkten bundesweit vertreten ist. Derzeit seien drei weitere Märkte in der Pipeline.
Investitionen
»Wir haben im laufenden Jahr ein Investitionsvolumen von knapp 40 Mio. Euro«, verrät Bartsch. Die Schwerpunkte dabei liegen aber nicht im Aufmachen neuer Hammer-Märkte, sondern im übernommenen Bereich von Akzo. Ein weiteres wichtiges Thema stellt die Logistik dar. Hier will man die Intralogistik zwischen den Zentrallagern und den Handwerkermärkten optimieren – mit dem Zukauf hat das Unternehmen ja nicht nur größere Warenbestände hinzubekommen, sondern eben auch einen größeren Versorgungsraum. Entsprechend wolle man auch in die Lagertechnik investieren. »Im Hinblick auf die Expansionspolitik unseres Hauses rechnen wir damit, dass wir demnächst auch einen neuen Lagerstandort schaffen müssen, um für Entlastung zu sorgen«, kündigt Bartsch an.
Viel Geld fließt auch in die Optimierung der Märkte, »denn man muss immer erkennen können, dass hier der Marktführer zu Werke ist«, sagt Beeth. Um den Kunden eine ansprechende und zeitgemäße Verkaufsfläche zu bieten, wurde auch im vergangenen Jahr die Expansion bzw. Modernisierung der Schlau-Handwerkermärkte und Hammer-Fachmärkte gezielt vorangetrieben.
Ausbau Onlinepräsenz
Absolut gelungen ist der neue Internetauftritt der Unternehmensgruppe. »Damit stärken wir die Kundenbindung und können uns auch in Zukunft in der digitalen Welt behaupten und weiterentwickeln«, sagt Ralf Bartsch. Die Internetseite wurde nach modernsten Kriterien gestaltet und ist dank Responsive Design auch für die mobile Nutzung mit Smartphones und Tablet-Computern geeignet.
Für die Kunden des Schlau-Großhandels erstellt das Marketing-Team aktuell das Konzept eines Kundenportals, über das Bestellungen eingegeben, Verfügbarkeiten überprüft und Produktinformationen über das breite Sortiment eingesehen werden können.
Was das Thema E-Commerce anbelangt, so erteilt Bartsch eine klare Absage, wenn es dabei um Versandhandel geht. Eberhard Beeth hat dazu auch eine Meinung: »Es gibt ein neudeutsches Wort, inzwischen mein Lieblingswort, und lautet ›Haptik‹. Solange dies wichtig ist und Kunden spürbar Tapete und Böden erleben wollen, sind sie und auch wir im stationären Handel bestens aufgehoben.«
Thomas Ottaviano

