Schlau-Hometrend: Hausmesse der Superlative
An drei Tagen informierten sich 5000 Fachbesucher auf dem Messegelände in Bad Salzuflen über Produkte, Trends und Techniken.
Hausmesse« ist schon fast etwas zu niedlich, schaut man auf die Dimensionen, welche die Veranstaltung (nach der Integration von Akzo und Steffel) mittlerweile eingenommen hat. Folgerichtig findet die Leistungsschau bereits zum vierten Mal auf dem Messegelände in Bad Salzuflen statt, da man in Porta Westfalica längst aus allen Nähten platzte. Auch die Besucherzahlen lassen sich sehen – diesmal kamen 5000, um sich über neueste Produkte, Trends und Techniken zu informieren. Die Schlau-Verantwortlichen warteten erneut mit einem Promi-Faktor auf. Nach den Tapeten-Testimonials Dieter Bohlen und Guido Maria Kretschmer in den vergangenen Jahren ging es diesmal »pompöös« zu: Harald Glööckler kam vorbei und stellte unter der Moderation von Frauke Ludowig seine neue Tapeten-Kollektion vor. Und in puncto Dimension wundert es auch nicht, dass die Messe diesmal an drei Tagen stattfand – allein wegen den neu hinzugekommenen Hometrend-Kunden, die ja schließlich auch ihren Weg in die Messehalle nach Bad Salzuflen finden müssen.
Im Rahmen der Hausmesse sprach Dr. Ralf Bartsch, Geschäftsführer der Brüder Schlau GmbH & Co. KG und Sprecher der Geschäftsführung, über die Entwicklung des Geschäftsjahres 2016. So erreichte die Unternehmensgruppe mit Sitz in Porta Westfalica ein Umsatzvolumen von 768,6 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 14,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bartsch: »Wir sind 2016 im Umsatz deutlich gewachsen, hatten aber eigentlich vor, die 800-Mio.-Euro-Umsatzgrenze zu knacken, was uns nicht gelungen ist. Das hängt aber nicht nur damit zusammen, dass wir durch die Steffel-Integration bewusst auf einige Umsätze verzichtet haben, sondern auch mit den letzten drei Monaten des Jahres 2016, in welchen die Einzelhandelsumsätze etwas zurückgegangen sind. Deswegen haben wir das Ziel nicht ganz erreicht.«
Schlau-Großhandel
Der Schlau-Großhandel erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 272,6 Mio. Euro. Der Anteil des Fachhandelsumsatzes, der aus der Betreuung von Fachmärkten und kleineren Handelsgeschäften erzielt und durch die langjährig konstante Außendiensttruppe betreut wird, betrug im Jahr 2016 27,8 Mio. Euro. In diesem Bereich konnten die Umsatzwerte des Vorjahres leicht gesteigert werden. Dennoch sank sein Anteil am Großhandelsumsatz von 12,7 auf 11,3 Prozent.
Der Umsatz im Profi-Bereich mit Malern und Handwerkern hatte im Geschäftsjahr 2016 mit 217 Mio. Euro einen Umsatzanteil von 88,7 Prozent und ist damit in seiner relativen Bedeutung gestiegen.
Die Integration der Steffel-Gruppe trug erheblich zum Umsatzwachstum bei, erforderte aber auch einige Neuerungen: »Der Hometrend-Online-Shop wurde zwar fortgeführt, aber aus unternehmenspolitischen Überlegungen das B2C-Geschäft über die Marktplätze und Plattformen eingestellt. Auf die Belieferung von Baumärkten wurde unter Renditegesichtspunkten verzichtet und die Logistik durch Übernahme in unsere Struktur vollständig umgestellt. Von insgesamt 17 übernommenen Gesellschaften sind jetzt noch vier aktiv am Markt tätig. Das Lager in Stuttgart (Leinfelden-Echterdingen) wird zurzeit umgebaut. Der Großhandel insgesamt konzentriert gegen Ende dieses Jahres seine Lager im Großraum Berlin nach Neubau in Wustermark«, so Bartsch. Mehr als 60 Schlau- und Hometrend-Handwerkermärkte wurden bisher eröffnet und bieten speziell für regionale Profi-Kunden aus dem Handwerk ein umfangreiches Sortiment. Um für die Kunden in unmittelbarer Nähe erreichbar zu sein, wurde kontinuierlich in die Expansion und Modernisierung der Handwerkermärkte investiert. Auch für die Marktgestaltung entstanden neue Konzepte und Ideen. 2016 wurden beispielsweise neue Handwerkermärkte in Berlin-Lichtenberg und Mittenwalde eröffnet. Mehr als 741 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 2016 für den Schlau-Großhandel tätig. In puncto Umsatzverteilung entfallen nun 46 Prozent auf den Bereich Farbe, 31 Prozent macht der Bodenbelag und 7,5 Prozent die Tapete aus.
Hammer-Fachmärkte
Die Hammer-Fachmärkte, mit Spezialisierung auf den Einzelhandel, erzielten im Geschäftsjahr 2016 515,5 Mio. Euro. Mehr als 180 Fachmärkte in ganz Deutschland gehören zu der Hammer-Familie. Übrigens: In diesem Jahr wird der langjährige Traum von Firmeninhaber Eberhard Beeth mit über 200 Fachmärkten in Erfüllung gehen. Durch Modernisierungen und Umbauten wurden im letzten Geschäftsjahr bestehende Fachmärkte auf ein zeitgemäßes Niveau gebracht. Ebenso wurde der Expansionskurs fortgesetzt. Beispielsweise eröffnete ein neuer Markt in Dorsten. Die im Jahr 2015 übernommenen Frick-Standorte in Düsseldorf, Karlsruhe, Saarbrücken und Wiesbaden wurden sukzessive mit dem Hammer-Sortiment ausgestattet und an die unternehmensweiten Vorgaben eines einheitlichen Erscheinungsbildes angepasst. Zum 31. Dezember 2016 übernahm die Unternehmensgruppe Brüder Schlau die Teppich Essers & Söhne GmbH. Die Übernahme umfasste 73 Filialen, die bisher unter den Namen »Home Market«, »Ihr Teppichfreund« und »Teppich Essers« betrieben wurden.
Thomas Ottaviano

