Sika: Jahresergebnis 2025 – stabiles Wachstum in schwierigem Umfeld
Die Sika AG hat ein anspruchsvolles Geschäftsjahr hinter sich, geprägt von globalen Unsicherheiten in der Bauindustrie. Trotz rückläufiger Umsätze von CHF 11,20 Milliarden (2024: CHF 11,76 Milliarden), was einem Rückgang von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, gelang es dem Unternehmen, in Lokalwährungen um 0,6 Prozent zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen. Thomas Hasler, Vorsitzender der Konzernleitung, ordnet das Jahr klar ein: »Sikas Fokus auf Lösungen mit hohem Mehrwert für die Kunden hat in diesem für die Bauindustrie herausfordernden Jahr in allen Regionen zu Marktanteilsgewinnen geführt.« Er betont, dass geopolitische Faktoren wie die US-Zollpolitik und die Schwäche im chinesischen Wohnimmobiliensektor deutliche Spuren hinterließen. Zudem beeinträchtigte der Government Shutdown in den USA das vierte Quartal. Dennoch sieht Hasler positive Effekte: »Wir haben diesen Zeitraum genutzt, um unsere Wettbewerbsposition zu stärken und uns auf die nächste Wachstumsphase der Branche vorzubereiten.«
Profitabilität trotz Einmalkosten stabilisiert
Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen konnte Sika die Materialmarge steigern und wichtige Verbesserungen in der operativen Effizienz realisieren. Belastend wirkten sich Einmalkosten des Transformationsprogramms »Fast Forward« auf das EBITDA aus, das bereinigt deutlich höher ausgefallen wäre. Der freie operative Geldfluss blieb robust und ermöglichte die Reduzierung der Nettoverschuldung. Hasler sieht im Programm einen entscheidenden Hebel: »Mit Fast Forward entwickeln wir eine schlankere, agilere Organisation und beschleunigen Innovation, Digitalisierung und Effizienz.« Das Programm soll einen erheblichen positiven EBITDA-Effekt erzielen und sich in weniger als zwei Jahren amortisieren.
Regionale Unterschiede prägen das Ergebnis
In Europa, dem Nahen Osten und Afrika konnte Sika trotz heterogener Marktbedingungen ein starkes Wachstum realisieren, insbesondere in den dynamischen Märkten des Nahen Ostens und Afrikas gab es zweistellige Zuwächse. Auch Teile Südeuropas entwickelten sich positiv. Die Region Americas wuchs ebenfalls, litt jedoch ab Jahresmitte unter der konjunkturellen Eintrübung und den Auswirkungen des Government Shutdowns. In Asien/Pazifik belastete die Schwäche des chinesischen Baugeschäfts das Ergebnis. Märkte wie Indien und Südostasien sowie der Bereich »Automotive & Industry« verzeichneten hingegen ein dynamisches Wachstum.
»Fast Forward« als strategische Weichenstellung
Das Zukunftsprogramm »Fast Forward« stellt für Sika einen zentralen Baustein für langfristiges profitables Wachstum dar. Das Unternehmen treibt strukturelle Anpassungen, Produktionsoptimierungen und Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran. Die Einsparziele sind ambitioniert und sollen ab 2028 voll wirksam werden. Gleichzeitig setzt Sika weiterhin auf gezielte Akquisitionen, um Wachstumschancen in attraktiven Märkten zu nutzen. Hasler unterstreicht die strategische Bedeutung dieser Schritte: »Mit unseren Investitionen verfügt Sika über eine klare Roadmap zur Beschleunigung zukünftigen Wachstums.«
Nachhaltigkeit als Leistungsversprechen
Auch im Bereich Nachhaltigkeit konnte Sika Fortschritte erzielen. Das Unternehmen reduzierte seine CO₂-Emissionen ebenso wie Wasser- und Abfallverbrauch pro produzierter Tonne und verbesserte gleichzeitig die Arbeitssicherheit. Mit seinen entwickelten Technologien sieht sich der Konzern als zentraler Partner für nachhaltiges Bauen und verlängerte Lebenszyklen von Gebäuden.
Dividende und personelle Veränderungen
Der Verwaltungsrat schlägt eine Erhöhung der Dividende vor und plant personelle Ergänzungen im Gremium. Auf der Generalversammlung im März sollen Barbara Frei und Lukas Gähwiler zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen werden. Barbara Frei ist ehemaliges Mitglied des Executive Committee von Schneider Electric. Lukas Gähwiler ist Vizepräsident des Verwaltungsrats der UBS Group AG. Paul Schuler, seit 2021 im Sika-Verwaltungsrat, tritt nicht mehr zur Wiederwahl an.
Vorsichtiger Ausblick auf 2026
Die Erwartungen für das laufende Jahr sind moderat, da die globale Baukonjunktur weiterhin gedämpft bleiben dürfte. Gleichzeitig rechnet Sika im Jahresverlauf mit einer steigenden Dynamik. Für 2026 geht Sika von einem Umsatzwachstum von 1 bis 4 Prozent in Lokalwährungen aus. Dies steht im Einklang mit dem Ziel des Unternehmens, den Markt um 3 bis 6 Prozent in Lokalwährungen, inklusive Bolt-on-Akquisitionen, zu übertreffen. Sika erwartet für das Gesamtjahr eine EBITDA-Marge von 19,5 bis 20,0 Prozent.

