Sonnen-Herzog stellte auf der Hausmesse die Eigenmarke »Sonnit« vor
Mit 17 Standorten und insgesamt 165 Mitarbeitern ist Sonnen-Herzog eines der führenden Großhandelsunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit ihrem Vater Norbert Sonnen führt Margarete Sonnen das Familienunternehmen in fünfter Generation. Der Umsatz könnte im 128. Geschäftsjahr die 50-Mio.-Euro-Marke erreichen.
Im Bereich Farbe pflegt Sonnen-Herzog seit Jahrzehnten eine enge Kooperation mit Caparol und führt das gesamte Sortiment des deutschen Marktführers. Ein zweiter Bereich sind die Marken »Herbol« und »Sikkens« von AkzoNobel. Als dritter Bereich sind die Lieferanten CD-Color mit ihren CWS-Wertlacken sowie die Meffert-Farbwerke mit den Dispersionsfarben der »ProfiTec«-Linie zu nennen. Neu hinzu kommt jetzt die Eigenmarke »Sonnit«.
Das Angebot an Bodenbelägen enthält Teppichböden, PVC- und LVT-Designbeläge, Laminat und Parkett.
Bei Tapeten setzt Sonnen-Herzog auf eine große Auswahl an Designs aller namhaften Lieferanten und exklusive Hauskollektionen der Marke »CasaNova«.
Außerdem gehören Wärmedämmverbundsysteme zur Produktpalette.
Beim Werkzeug konzentriert man sich auf das große Sortiment der Firmen Storch und Festool.
Neben der großen Produktvielfalt (insgesamt 25 000 Artikel) bietet Sonnen-Herzog auch umfangreiche Service-Leistungen an. Dazu zählen kompetente Beratung in kreativen, fachlichen und technischen Fragen ebenso wie ein Leihgeräte-Service und regelmäßige Schulungen zu aktuellen Themen.
Hausmesse 2016
Alle zwei Jahre lädt Sonnen-Herzog seine Profikunden zur Hausmesse in die Firmenzentrale nach Düsseldorf ein. Mehr als 40 Aussteller nutzten am 16. April 2016 die Gelegenheit, über 1000 Profikunden (fast ausschließlich Malerbetriebe) ihre Leistungsfähigkeit zu demonstrieren.
Neu: die Eigenmarke »Sonnit«
Zur Hausmesse stellte Sonnen-Herzog erstmals das neue »Sonnit«-Sortiment vor. Es umfasst zum Start 19 Produkte, die Profikunden häufig nachfragen. Alle Artikel sind besonders ergiebig, schadstoffreduziert und lassen sich leicht anwenden. Das Sortiment soll sukzessive erweitert werden. Zum Start umfasst es Grundier-, Innen- und Fassadenfarben sowie Tiefgrund, Dichtmasse und Rollspachtel. Im Tönservice werden auch mit »Sonnit« die Wunschfarben des Kunden gemischt.
Neu: Online-Service für Profikunden
Ebenfalls zur diesjährigen Hausmesse stellte Sonnen-Herzog einen neuen Service für gelistete Profikunden vor. Im Web-Portal können sie online Produkt-Informationen einsehen, Stammdaten anpassen und Aufträge überprüfen. Im Shop lässt sich Ware bequem und auch außerhalb der Geschäftszeiten bestellen.
Im Kunden-Portal können Nutzer technische Details zu Artikeln, Preise und Verfügbarkeiten abrufen. Daten wie Baustellenadressen, Lieferscheine und Rechnungen sind über einen persönlichen Zugang abrufbar. Wer Ware bestellt, kann bei jedem Kauf wählen, an welchem der insgesamt 17 Standorte des Unternehmens sie abholbereit sein soll. Auch der Zeitpunkt der Lieferung kann online festgelegt werden.
Gespräch auf der Hausmesse mit der Geschäftsleitung
OBJEKT sprach auf der Hausmesse mit Norbert Sonnen, persönlich haftender Gesellschafter, und Margarete Sonnen, Geschäftsführerin. Nachstehend bringen wir einen Auszug aus diesem Gespräch.
Redaktion: Wie hoch ist Ihr Umsatz?
Norbert Sonnen: Knapp unter 50 Mio. Euro. Da hat sich in den letzten Jahren spürbar was getan. Wir haben uns vernünftig weiterentwickelt.
Redaktion: Haben Sie auch Problembereiche?
Norbert Sonnen: Ja. Da ist zum Beispiel die Wärmedämmung. Das ist allgemein so. Zunächst haben wir die Umsätze noch halten können, aber im vorigen Jahr sind wir bei der Wärmedämmung richtig eingeknickt.
Margarete Sonnen: Darum haben wir auf der Hausmesse auch den Vortrag von Heiko Trimpel »Dämmen lohnt sich« angeboten. Von der Kundenresonanz her hatten wir uns allerdings mehr versprochen.
Redaktion: Das Thema Dämmung ist auch ein bisschen ins Zwielicht geraten.
Norbert Sonnen: Darum wird auch viel rumexperimentiert, um vom Polystyrol wegzukommen. Dass wir die Dämmung weiter brauchen, um die CO₂-Ziele zu erreichen, dürfte keine Frage sein.
Redaktion: Gab es auch unerwartet erfreuliche Entwicklungen?
Norbert Sonnen: Ja. Der Bodenbelagsbereich, der uns seit vielen Jahren große Sorgen bereitet hatte, weil wir sehr teppichbodenlastig waren, hat sich durch den Zuwachs bei LVT-Belägen wieder erfreulich entwickelt. Wir hatten im letzten Jahr wieder deutlich steigende Umsätze bei Bodenbelägen insgesamt, und das setzt sich in diesem Jahr fort.
Margarete Sonnen: Hinzu kommt, dass wir mit Felix Andreae einen neuen Produktmanager haben, der die Dinge anders anpackt und positive Impulse setzt.
Norbert Sonnen: Und mit »Casa Nova« von der Rigromont haben wir auch eine gute Marke. Das hilft uns auch.
Redaktion: Bei Farben, Ihrem Hauptbetätigungsbereich, haben Sie auf dieser Hausmesse die Eigenmarke »Sonnit« vorgestellt. Ich glaube, dass Sie jetzt die notwendige Größe haben, um so etwas anzugehen. Wenn ein Großhändler mit zwei Standorten das macht, ist das eine Lachnummer.
Norbert Sonnen: Inzwischen ist der Druck auf die Markenartikel, die es bei jedem Großhändler gibt, so stark geworden, dass wir uns gesagt haben, wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal, wir brauchen Produkte, die man so nur bei uns kaufen kann. Wir haben diese Produkte selbst ausgesucht und selbst nach unseren Vorstellungen modifiziert. Und dann haben wir auch geeignete Lieferanten gefunden.
Redaktion: Ich habe früher von Eigenmarken des Großhandels nicht viel gehalten.
Norbert Sonnen: Ich auch nicht. Wir waren damit auch immer sehr vorsichtig. Und das ist auch heute noch eine nicht ganz unkritische Geschichte, weil die Industrie das ja mit Argusaugen betrachtet. Wir werden auch nicht morgen am Tag 25 oder 30 Prozent unseres Farbenumsatzes mit der Eigenmarke machen, aber wir werden in bestimmte Nischen hineingehen, wo die Spannen für uns jetzt so bescheiden sind, dass wir dazu keine Lust mehr haben.
Redaktion: Heute denke ich, dass die Eigenmarke für den Großhändler ein Teil des Firmenprofils und des Firmenimages sein kann.
Norbert Sonnen: Wir haben in den letzten zwei Jahren auch viel für unser Corporate-Design getan. Die Farben unserer Eimer bei der Eigenmarke sind auch Rot und Weiß, wie alles bei uns Rot und Weiß ist (Anmerkung der Redaktion: Wie bei Fortuna Düsseldorf).
Redaktion: Die Markenartikler sagen: Eine Marke ist ein Versprechen. Davon halte ich sehr viel. Das heißt, dass man ein gutes Produkt von gleichbleibender Qualität liefert, an dem nicht herummanipuliert wird.
Norbert Sonnen: Das werden wir schaffen. Wir sind sehr selbstbewusst und wissen, was wir können. Wir wissen auch, mit wem man sowas machen kann. Darum sind wir sehr optimistisch, dass das Preis/Leistungs-Verhältnis ungewöhnlich gut ist.
Redaktion: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch.
Wynfrith Stein

