01.06.2022 | Themen Seite 28 in Ausgabe 6-7/2022

Tarkett: Klimafahrplan 2030

Allein 40 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen (Produktion, Transport und Verbrennung) und bis zu 70 Prozent des Abfalls gehen auf das Konto der Bauindustrie. Ergo kann der Industriezweig einen maßgeblichen Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Reduzierung der Klimaauswirkungen leisten. Tarkett macht mit und hat nun seinen neuen Klimafahrplan für die nächsten Jahre vorgestellt.

Die angestrebten Ziele des Bodenbelagsherstellers stehen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Das Unternehmen will dafür die Treibhausgasemissionen seiner gesamten Wertschöpfungskette bis 2030 um weitere 30 Prozent senken. Derzeit bewertet und genehmigt die unabhängige Organisation Science Based Targets – kurz SBTi – die Pläne zur Reduzierung der Treibhausgase. Die Organisation setzt sich aus vier Partnern zusammen: dem Carbon Disclosure Project (CDP), dem United Nations Global Compact (UNGC), dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Nature (WWF).

Anspruchsvolle Klimaziele
Die Reduzierung der Treibhausgase umfasst bei Tarkett drei Geltungsbereiche: unternehmenseigene Emissionen (Bereich 1), Abgase, die im Zusammenhang mit der eingekauften Energie stehen (Bereich 2) und indirekte Emissionen der Wertschöpfungskette, die zum Beispiel von Lieferanten oder Endkunden verursacht werden (Bereich 3). Arnaud Marquis, Chief Sustainability and Innovation Officer bei Tarkett, erklärt: »Derzeit arbeiten wir eng mit der SBTi zusammen, damit unsere Vorhaben bewertet und genehmigt werden können und wir schnellstmöglich dazu beitragen, die Welt bis zum Jahr 2050 zu einem CO₂-neutralen Ort zu machen. Unsere angestrebten Ziele sind sehr anspruchsvoll, denn nur 10 Prozent unserer Emissionen stammen aus eigener Produktion. Der Rest entsteht bei der Rohstoffgewinnung sowie bei der Weiterverarbeitung und Entsorgung der Produkte am Ende ihrer Nutzungsdauer. Indem wir die Klimaziele für die gesamte Wertschöpfungskette festgelegt haben, entsteht eine Win-win-Situation für alle, denn es werden sowohl unsere eigenen als auch die Emissionen unserer Kunden reduziert.«
Tarkett hat seine Treibhausgasemissionen in den Bereichen 1 und 2 in den letzten zehn Jahren um 38 Prozent gesenkt. Mit dem Klimafahrplan 2030 soll dieser Trend weiter fortgeführt und sogar noch beschleunigt werden. Erst kürzlich erhielt der Bodenbelagshersteller eine B-Bewertung von CDP. Es handelt sich dabei um die zweithöchste Auszeichnung, die ein Unternehmen auf der weltweit führenden Plattform für Klimaleistung erreichen kann. Treibhausgase werden bereits durch energieeffizientere Herstellungsprozesse, die Nutzung erneuerbarer Energien und umweltgerecht gestaltete Produkte reduziert. Im Rahmen des Ökodesign-Ansatzes wählen und verwenden die Unternehmensmitarbeiter Materialien, die sich durch einen geringen CO₂-Fußabdruck auszeichnen. Dieses Konzept basiert auf den »Cradle to Cradle«-Prinzipien, es reduziert den Bedarf an neuen Rohstoffen und verbessert damit gleichzeitig die Ökobilanz. Zudem hat Tarkett das Rücknahme- und Recyclingprogramm »ReStart« entwickelt: Es unterstützt Kunden dabei, ausgediente Bodenbeläge wiederverwerten zu lassen, sodass diese nicht mehr auf der Deponie landen und verbrannt werden müssen. Dadurch reduzieren sich die Treibhausgasemissionen abermals.

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