11.10.2024 | Boden / Zubehör Seite 68-69 in Ausgabe 6/2024

ter Hürne: Investitionen in die Zukunft von Böden aus Holz

Das Familienunternehmen ter Hürne aus Südlohn, Hersteller von Parkett- und Fußbodenlösungen, investiert allein noch in diesem Jahr über 6,5 Mio. Euro in modernste Technologien und Produktionsanlagen, um die Attraktivität des eigenen Angebots für Holz- und Parkettböden weiter auszubauen und die eigene Wertschöpfungskette zu vertiefen.

Im Fokus steht vor allem die Oberflächengüte für lackierte wie auch für geölte Böden. So wird aktuell die wohl modernste Oberflächenstraße Europas für geölte Böden in Südlohn installiert, die mit einem Investitionsvolumen von über 3 Mio. Euro einen neuen Meilenstein in der technischen Kompetenz des Unternehmens definiert. Gesunde, natürliche Qualität erlebbar zu machen und eine hohe Alltagstauglichkeit zu gewährleisten sind als Zielprofil der Investition definiert. »Mit Osmo, unserem Partner für führende Ölsysteme, haben wir zuerst die Oberflächenziele definiert und auf Musterebene getestet, um dann auf Basis dieser Zielsetzungen die dafür nötigen ter-Hürne-spezifischen Rezepturen industrieanwendbar zu entwickeln. Erst dann wurde die dafür fast 150 Meter lange Applikationsstraße geplant, die jährlich eine relevante siebenstellige Mengenleistung zur Verfügung stellt«, erläutert Hendrik Voß, verantwortlich für die technische Leitung bei ter Hürne.

Weitere Aufrüstung
Daneben wurde die Anfang 2022 komplett neu strukturierte Lackstraße nochmals mit weiteren Leistungsmerkmalen aufgerüstet, um in diesem Feld die hohe Güte der Hywood- und Parkettoberflächen noch authentischer werden zu lassen. »Wir haben sowohl den technischen Gebrauchswert für unsere lackierten Oberflächen weiterentwickelt wie auch die Ästhetik nochmals verbessert«, ergänzt Ludger Klein-Menting, projektverantwortlicher Produktmanager bei ter Hürne.

Vielfältige Spezialeffekte
Als zweite zentrale Investition, die sich aktuell in der Umsetzung befindet, wird die für die dreidimensionale Gestaltung der Oberflächen bei allen Holzböden notwendige Technologie umfassend erweitert. Auch hier entstehen für ter-Hürne-Böden komplett neue Leistungsmerkmale, die die Natürlichkeit der eigenen Produkte auf ein ganz neues Niveau heben. 
Insgesamt vier neue Heesemann-Einheiten wurden dafür als zentrale Bausteine neu installiert und verkettet, um die Wirkung der Disziplinen Hobeln, Bürsten, Schleifen und Strukturieren authentischer und haptisch angenehmer zu machen sowie um vielfältige Spezialeffekte zu ermöglichen. »Erst mit diesem Schritt entsteht zusammen mit dem neuen Leistungsniveau in der Oberflächenvergütung das Gesamtergebnis, welches wir für uns als Maßstab unserer neuen Holz- und Parkettböden definiert haben«, betont Klein-Menting.

Für die Zukunft aufgestellt
Dritter Investitionsschwerpunkt ist das neue Großplatten-Sägezentrum, welches im September in Betrieb gegangen ist und die Wertschöpfung in Südlohn weiter ausbaut. Mit ca. 1,2 Mio. Euro wurde so eine verbesserte Leistungsfähigkeit für die Produktionsketten Hywood, Parkett und auch für andere auf Großplatten basierende Bodengattungen der Südlohner geschaffen. 
»Wir werden auf der ›BAU 2025‹ in München in allen Fußbodenkategorien aus Holz einen für ter Hürne und den Markt neuen Maßstab setzen, den wir mit unseren Handelspartnern dann im ersten Quartal 2025 lancieren. Aktuell ist der Markt für Parkett zwar unter Druck, aber wir sind fest davon überzeugt, dass vor uns das Zeitalter der Böden aus Holz liegt. Klimapositiv, nachhaltig, natürlich, gesund und langlebig schön ist eine unschlagbare Kombination für einen Fußboden. Und wenn durch die preisliche Verteuerung zwar erst einmal weniger Marktvolumen für Parkett erreichbar ist, muss durch Aufwertung und noch erlebbarere Natürlichkeit die Attraktivität von Böden aus echtem Holz ebenso weiterentwickelt werden, dass wieder Wachstum entsteht. Dafür glauben wir an Parkett und Holzböden ›Made in Germany, Made in Südlohn‹«, erläutert Geschäftsführer Bernhard ter Hürne die dahinterstehende Gesamtstrategie. 
Neben den genannten Investitionsschritten ging schon zum Jahreswechsel 2023/2024 mit einem weiteren Invest von 3,5 Mio. Euro das neue, vollautomatische Verpackungszentrum im ter-Hürne-Werk ans Netz. Besserer Produktschutz, ökologischere Verpackungssysteme und höhere Effizienz waren dafür die Treiber. Und zusätzlich erweitert ter Hürne aktuell die in Südlohn verfügbare Logistikfläche um fast 5000 m². »Die Fertigstellung der neuen Lagerhallen in Südlohn erhöhen unsere Effizienz und Servicegeschwindigkeit für unsere Kunden. Gleichzeitig sinken Transporte von weiter entfernten Fremdlägern zum Wohle der Umwelt und damit auch unserer Klimabilanz«, freut sich Voß auf die neuen Logistikflächen. Die neuen Lagerhallen gehen noch Ende 2024 vollständig in die Nutzung. 
Und mit einem zwinkernden Auge meinen Bernhard ter Hürne und Hendrik Voß: »Nächstes Jahr werden wir als Unternehmen 66 Jahre, da fängt das Leben ja erst an!«

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