TKB-Branchengespräch: Kontroverser Fachaustausch in Frankfurt
Auf Einladung der Technischen Kommission Bauklebstoffe (TKB) trafen sich Anfang September zwölf namhafte Vertreter aus der Fußbodenbranche zum Branchengespräch in Frankfurt. Diskutiert wurden verbandsübergreifende Themen sowie unter anderem die Spachtelmassennorm E-DIN 53298-1 und der nachträgliche Einbau von Fußbodenheizungen.
Wie bei den vorangegangenen Branchengesprächen auch wurde bewusst auf eine festgelegte Tagesordnung verzichtet, um den offenen Meinungsaustausch zu fördern. Die Situation zur Spachtelmassennorm E-DIN 53298-1 wurde intensiv diskutiert. Hier gibt es offensichtlich zwei voneinander abweichende Positionen:
■ Die bodenlegenden Gewerke (Boden-/Parkettleger, Raumausstatter, Maler) befürworten die Norm. Vor allem, weil die Norm helfe, ungerechtfertigte Ansprüche durch die Sozialkasse des Baugewerbes (Soka-Bau) abzuwehren.
■ Das estrichlegende Gewerk lehnt die Norm aufgrund vermeintlich fehlender technischer Anforderungen ab, wobei konstatiert wurde, dass sich diese Norm an Bodenleger richtet.
Das Problem an dieser Norm ist: Sollte sie das Spachteln als Estrichleger- und nicht als Bodenlegerarbeit definieren, könnte die Soka-Bau dies zum Anlass nehmen, Bodenleger als baugewerbliche Betriebe einzuordnen und diese damit Sokapflichtig zu machen.
Eine Klärung konnte bisher nicht herbeigeführt werden.
Beim Thema nachträglicher Einbau von eingefrästen Fußbodenheizungen im Bereich energetischer Sanierung wurde festgestellt, dass diese Art von Fußbodenheizung bereits bei jeder zweiten Sanierung eingesetzt wird. Mittlerweile gäbe es Unternehmen, die sich darauf »spezialisiert« haben und sich nicht an die Vorgaben von technischen Regeln und Normen halten und den Estrich sowie Oberbelag schädigen. Häufig treten bei solch einem Vorgehen erst nach etwa drei Jahren Mängel auf.
Auch wenn die Teilnehmer in diesem Gesprächskreis nicht immer einer Meinung sind, weiß man jedoch den kontroversen Austausch sehr zu schätzen. Letztendlich wird man die anstehenden Aufgaben auch nur gemeinsam lösen können.

