TKB: Handwerksnahe Fachtagung in Köln
Recht handwerksnah ging es auf der diesjährigen, mittlerweile 35. Fachtagung der Technischen Kommission Bauklebstoffe (TKB) zu, zu welcher der Industrieverband Klebstoffe (IVK) erneut ins Maternushaus in Köln eingeladen hatte.
Keine Vorträge über Feuchtemessung
Es war sicherlich eine Premiere, dass diesmal keine Vorträge über Feuchtemessung auf der Tages-Agenda standen. Nichtsdestotrotz war die Messmethode der korrespondierenden relativen Luftfeuchte, kurz KRL, ein Thema – und zwar in der Begrüßung des TKB-Vorsitzenden Dr. Norbert Arnold. Arnold ging kurz auf das Wegbleiben von BEB-Vertretern auf der Tagung ein. In jüngster Vergangenheit gab es nämlich zwischen der TKB und Arbeitskreisen des Bundesverbandes Estrich und Belag (BEB) semi-fachliche Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Etablierung der KRL-Methode. Diese wird in BEB-Arbeitskreisen infrage gestellt. Was den darüber halbwegs in der Öffentlichkeit ausgetragenen Disput anbelangt, so signalisierte Arnold Gesprächsbereitschaft. Der Vorsitzende berichtete auch über Neuigkeiten in puncto Norm-Arbeit und weitere Herausforderungen. Was die bauchemische Industrie in naher Zukunft unter anderem beschäftigen wird, ist die Offenlegungspflicht aller Klebstoffrezepturen für die Giftinformationszentren in Europa. Über einen Rezeptur-Identifikator müssen die Hersteller die exakten Zusammensetzungen hinterlegen, was bei einem unerlaubten Zugriff Einblicke in sämtliche Bestandteile und Rezepturen nach sich zöge.
Podiumsdiskussion belebte Tagung
Über die Wirkungsweise von Estrichzusatzmitteln referierte Dr. Joachim Riedmiller (BASF). Ihm folgte Manfred Friedrich (Sika), der sich mit den Untergründen bei einer Sanierung befasste. Hier trifft der Bodenleger häufig auf alte Klebstoffreste oder Spachtelmassenschichten. Während die Norm den kompletten Rückbau alter Schichten fordert, wird in den meisten Fällen auf dem vorhandenen Bestand aufgebaut. Darum drehte sich auch die nunmehr zweite TKB-Podiumsdiskussion, bei der das Auditorium erneut interaktiv Fragen stellen konnte. Es diskutierten Manfred Schäfer (Wakol), Michael Illing (Forbo Eurocol), Heinz-Dieter Altmann (Sachverständiger) sowie Bernhard Lübbers (Objekteur). Schlussendlich liegt das Risiko beim Bodenleger, der bei solchen Untergründen, bei welchen – übertrieben gesprochen – bereits die elfte Schicht Spachtelmasse vorliegt, Bedenken anmelden sollte.
Um »TABS« ging es im Anschluss. Das Kürzel steht für »thermisch aktive Bauteilsysteme«. Prof. Dr. Michael Günther (Uponor) erläuterte in seinem Vortrag die wärmetechnischen und baukonstruktiven Grundlagen sowie die Ausführungsvarianten und Rahmenbedingungen für die Wahl des Bodenbelags. Um Handgeräte und Schweißmaschinen ging es bei Silvan Horand (Leister). Er stellte die Arbeitsschritte und Qualitätsfaktoren des Verschließens von Fugen in elastischen Bodenbelägen mittels Schweißautomaten vor.
Was die Klebstoffindustrie bislang alles geleistet hat und in welche Richtung die Entwicklung der Produkte in Sachen Leistung künftig noch geht, beschrieb Dr. Frank Gahlmann (Stauf).
Bernd Lesker (Mapei) schloss die Tagung mit einem Vortrag über »BIM«. Das »Building Information Modeling« ist eine Arbeitsmethodik, mit der auf der Grundlage digitaler Modelle eines Bauwerks die für seinen Lebenszyklus relevanten Informationen erfasst, verwaltet und transparent zwischen den Beteiligten ausgetauscht werden. Nach Vorgaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sollen ab 2020 neue Bauvorhaben nur noch mit BIM umgesetzt werden. Es ist aber fraglich, ob dies bis zu diesem Zeitpunkt wirklich in der Praxis verankert ist. Jedoch sollte sich auch der Handwerker langsam, aber sicher mit dieser Materie befassen.

