vdp: Parkettabsatz weiter leicht im Minus
Mitte November fand im nordrhein-westfälischen Südlohn die vdp-Herbsttagung mit anschließendem Pressegespräch statt.
Nachdem sich der Parkettabsatz im Inland im ersten Halbjahr um 0,1 Prozent leicht erholen konnte, sorgte im dritten Quartal ein erneuter Einbruch von 5,4 Prozent für einen Dämpfer.
»Nach wie vor macht unserer Branche eine schwierige Markt- und Konkurrenzlage zu schaffen. Angesichts des sich abschwächenden gesamtwirtschaftlichen Wachstums und der rückläufigen Baugenehmigungen geht die Nachfrage nach Parkettprodukten aktuell leicht zurück«, erklärte der vdp-Vorsitzende Michael Schmid anlässlich der Vorstandssitzung des vdp im nordrhein-westfälischen Südlohn.
Der Parkettabsatz in Deutschland reduzierte sich von Januar bis September 2019 um insgesamt 1,7 Prozent auf 7,4 Mio. m². Trotz des erwähnten mengenmäßigen Absatzrückgangs ging der Umsatz der vdp-Mitglieder in den ersten drei Quartalen 2019 weniger deutlich um 1,2 Prozent auf 197 Mio. Euro zurück.
Berücksichtigt werden muss hierbei auch die Insolvenz der beiden Verbandsmitglieder HocoHolz und Hirschfelder Parkett.
Während die inländische Produktion der Mitgliedsunternehmen tendenziell weiter sinkt, bleibt der Absatz von durch Mitgliedsfirmen importiertem Parkett im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gleich.
»Dies ist auch ein Ausdruck für die zunehmende globale Arbeitsteilung – die deutschen Parketthersteller fertigen seit Jahren nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland«, so Schmid und erklärt weiter: »Auch die aktuelle Entwicklung der Parkett-Importe mit einem mengenmäßigen Rückgang von 1 Prozent im ersten Halbjahr 2019 bestätigt die Ergebnisse der verbandsinternen Erhebung.«
Zeichen der Zeit erkannt
Wie Schmid mitteilte, macht die Branche im Moment eine Seitwärtsbewegung. Sorgen machen hierbei einzelne Produktsegmente.
»Die Seitwärtsbewegung wird einzig und allein durch die mehrschichtige Landhausdiele getragen. Starke zweistellige Verluste gibt es in den typischen Handwerksprodukten wie Stabparkett, Mosaikparkett und Hochkantlamelle. Es scheint fast so, als wäre das klassische Parkettlegerhandwerk ein aussterbender Berufszweig. Ob hier die neue Meisterpflicht Abhilfe schafft ist fraglich, und wahrscheinlich ist es schon zu spät zur Wiedereinführung. Grundsätzlich haben wir dennoch das Gefühl, dass zumindest der Ruck nach unten abgemildert oder vielleicht sogar gebremst ist. Viele unserer Mitglieder haben die Zeichen der Zeit erkannt und investieren im Moment klar in die positive Kommunikation über unser Naturprodukt, was letztendlich der -gesamten Branche hilft«, erläuterte Schmid.
Ressortaufteilung
Aufgrund der letzten Mitgliederversammlung des vdp wurden einzelne Ressorts des Verbandes stärker auf die Vorstands- und Verbandsmitglieder verteilt. Schmid dankte den anwesenden Vorständen für ihre Unterstützung und der Mehrarbeit, die sie in den letzten Monaten für den Verband getätigt haben.
Volker Kettler, Leiter Produktmanagement und Produktentwicklung bei MeisterWerke Schulte, zuständig für die technische Arbeit beim vdp, bildet das Bindeglied zu anderen Boden-belagsverbänden.
Dr. Peter Hamberger, Geschäftsführer Hamberger Industriewerke, nahm sich dem Gebiet der Statistik an und kann aufgrund seiner Mitarbeit im europäischen Verband gute Zahlenvergleiche und Plausibilitätsprüfungen vornehmen.
Bernhard ter Hürne, Geschäftsführer ter Hürne, hat sich dem Thema Marketing gewidmet, um die Zielrichtung der Parkettkommunikation zu definieren und auszuformulieren.
vdp-Vorsitzender Michael Schmid ist zuständig für die verbandsinterne Pressearbeit.
Unterstützung für den Klimaschutz
Angesichts der aktuellen Diskussion um das Thema Klimaschutz und der daraus abgeleiteten Forderung nach einer Senkung des CO₂-Ausstoßes betrachtet der vdp-Vorsitzende die von der Bundesregierung beschlossene CO₂-Steuer mit gemischten Gefühlen. »Grundsätzlich ist gegen die Idee einer CO₂-Steuer zur Umsteuerung in Richtung Umweltschutz und Ressourcenschonung nichts einzuwenden. Ergänzend finden wir es aber wünschenswert und notwendig, dass gezielt nachhaltig agierende Branchen und CO₂-vermeidende Produkte unterstützt werden«, so Schmid.
Wichtig sei in diesem Zusammenhang, die nachhaltige Waldwirtschaft in Verbindung mit der Holzverwendung zu fördern, beispielsweise mittels einer Reduzierung der Mehrwertsteuer im Bereich der Produktion, des Kaufs und des Einbaus von Holzprodukten. Denn nur in der Kombination aus Aufforstung und Holznutzung könne dem Klimawandel wirksam begegnet werden.
In diesem Zusammenhang sieht Schmid den anhaltenden Trend hin zu Kunststoffböden kritisch: »Die hohe Nachfrage nach Kunststoffböden im deutschen Markt macht der Branche nach wie vor zu schaffen und ist angesichts des geplanten und auch bereits durchgesetzten Verbots diverser Plastikprodukte mehr als verwunderlich«, so der vdp-Vorsitzende. Dies gelte umso mehr, als der besonders nachhaltige Bodenbelag aus dem Besten des Waldes gerade in Sachen Klimaschutz eine bedeutende Rolle spiele. »Holz ist ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Pro Quadratmeter Parkett werden etwa 12,5 kg CO₂ in Form von Kohlenstoff dauerhaft gebunden«, hat Schmid ausgerechnet. Hochgerechnet auf die jährlich in Deutschland von den vdp-Mitgliedern abgesetzte Parkettmenge von derzeit rund 10 Mio. m² ergibt sich so eine CO₂-Speicherung von sage und schreibe 125000 Tonnen. »Dies entspricht dem jährlichen CO₂-Ausstoß von rund einer Milliarde (961,5 Mio.) gefahrenen Pkw-Kilometern. Ein gewichtiger Grund also, dem Parkettboden wieder den Stellenwert einzuräumen, der ihm gebührt«, so Schmid abschließend.
Sabine Langanke

