vdp: Parkettbranche stellt sich schwierigem Marktumfeld
Die deutsche Parkettbranche ist entschlossen, trotz schwerer Belastungen durch den Ukraine-Krieg die Potenziale des Naturprodukts Parkett auch künftig voll zum Tragen zu bringen. Das wurde bei der Mitgliederversammlung des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie (vdp) am 27. April in Bad Honnef deutlich. »Bei allen aktuellen Herausforderungen gilt es, den Wert von Parkett als Naturprodukt für Multiplikatoren und Verbraucher anschaulich zu vermitteln«, betont der vdp-Vorsitzende Michael Schmid.
Während sich viele Unternehmen der Parkettindustrie einerseits mit Lieferengpässen bei Vorprodukten auseinandersetzen müssen, ist andererseits die Auftragslage in der Branche weiterhin sehr gut. Denn Verbraucher ebenso wie Gewerbe investierten während der Corona-Krise nicht nur viel in die eigenen vier Wände, sondern auch in hochwertige Fußböden. Entgegen eines durch Personalknappheit geprägten Marktumfelds – Stichwort Corona – konnte die Branche ihren Absatz 2021 gegenüber dem Vorjahr leicht steigern. Neukunden müssen aufgrund der aktuellen Lage nun allerdings häufig mit längeren Lieferfristen rechnen als gewohnt.
Die traditionell mit Abstand beliebtesten Hölzer für Parkettböden stammen weiterhin von Eichen. Doch kommen neben Eiche eine ganze Reihe weiterer Hölzer wie Esche, Buche oder Roteiche infrage. Hier erschließt sich ein breites Portfolio an Oberflächen und Maserungen, das jenseits der klassischen Produktpalette künftig noch interessanter werden dürfte. Die Flexibilität und Diversität deutscher Hersteller kann sich deshalb in der kriegsbedingten Krise als Vorteil erweisen. Auf die Stärken von Parkett machen Hersteller auch mit der realwood.eu-Kampagne in europäischen Leitmärkten aufmerksam – woran sich künftig anknüpfen lässt.
Außenhandelseffekte
Vor dem Hintergrund solcher Marketingaktivitäten der Branche und der starken Nachfrage im Inland ist die Parkettbranche von den Außenhandelsfolgen des Krieges in der Ukraine deutlich betroffen. Immerhin kamen aus Russland und der Ukraine im vergangenen Jahr 47 Prozent der EU-Importe an verarbeitetem Holz. Beim Schnittholz stammten 44 Prozent der EU-Einfuhren aus diesen beiden Ländern. Hinzu kommt ein erschwerter Handel mit anderen für die Parkettbranche wichtigen Produkten, zum Beispiel Sonnenblumenöl für Oberflächenöle.
Angesichts der sehr volatilen Lage an den Rohstoffmärkten und im Außenhandel warnt der vdp vor Schieflagen im internationalen Wettbewerb. »Die künftige Außenhandelsentwicklung und ihr handelspolitischer Rahmen sind genau im Auge zu behalten. Es wäre fatal, wenn sanktioniertes Krisenholz billig über Drittländer in unseren Markt kommt«, erklärt Schmid und schließt: »Die Parketthersteller sind in vielen Bereichen auf den internationalen Handel angewiesen, doch soll dieser dazu beitragen, dass die Vorteile des Naturprodukts Parkett voll zum Tragen kommen können, ohne dabei unfaire Wettbewerbsverzerrungen im Markt herbeizuführen.«

