22.11.2019 | Verbände / Institute / Organisationen Seite 11-12 in Ausgabe 12/2019

VDPM: »FließestrichForum« mit 160 Teilnehmern

Am 22. Oktober 2019 fand in Bamberg das sechste »FließestrichForum« des Verbandes für Dämmsysteme,  Putz  und  Mörtel (VDPM), des Bundesverbandes Estrich und Belag (BEB) und des Instituts für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung  (IBF)  statt.
Mit über 160 Teilnehmern konnte die Vorjahresveranstaltung übertroffen werden. Auch 2019 überzeugte die Mischung aus technischen Fachinformationen, Managementthemen und dem Gedankenaustausch unter Kollegen.

Aktuelle Branchenentwicklung
Dr. Markus Pfeuffer vom VDPM gab einen Überblick  über die aktuelle Marktsituation, basierend auf den Zahlen von 2018.
Die Wachstumsrate von Calciumsulfat-Fließestrich liegt dabei im Durchschnitt über der des konventionellen Zementestrichs. In den vergangenen zehn Jahren vergrößerte sich der Estrichmarkt von rund 2,4 Mio. m³ auf aktuell 3,4 Mio. m³ – das entspricht einem Zuwachs von rund einem Drittel.
Nur geringe Abweichungen gab es in diesem Zeitraum bei den Marktanteilen. Mit 0,99 Mio. m³ und einem prozentualen Anteil am Gesamtmarkt von 29 Prozent konnte Calciumsulfat-Fließestrich von Platz 2 aus etwas näher an den konventionellen Zementestrich heranrücken, der seinen Spitzenplatz mit 1,34 Mio. m³ (Marktanteil 39,4 Prozent) weiterhin innehat.
Auch das Thema »Rückkehr zur Meisterpflicht« wurde angesprochen. »Es ist ein wichtiges Signal, kann allein aber das Problem des Nachwuchs- und Fachkräftemangels der Branche nicht lösen«, so Dr. Pfeuffer. Vielmehr komme es darauf an, den Beruf des Estrichlegers attraktiver zu machen. Das gehe nur, wenn man sich für moderne Baustoffe öffne und sich mehr und mehr vom konventionellen Baustellenestrich verabschiede.

Vorträge
Den Technikteil des »FließestrichForums« eröffnete Achim Fethke (Sachverständigenbüro für Estrich- und Fußbodenkonstruktionen, Duderstadt). Er stellte die Vorteile von Fließestrich gegenüber Zementestrich für die Planung und Ausschreibung in den Mittelpunkt. Untermauert wurden diese anhand verschiedener Kriterien wie beispielsweise Verformungs- und Trocknungsverhalten und mit Beispielen aus seiner Praxis als Sachverständiger.
Ingomar Smrcka (ARGE Estrich, Wien) ließ 20 Jahre Planungs- und Ausführungsrichtlinie Fließestriche in Österreich Revue passieren, schilderte Anfänge, Entwicklung und Status dieses im Nachbarland maßgebenden Regelwerks und wies auf einige Unterschiede zur Praxis in Deutschland hin, etwa bei den Feuchtebeanspruchungsklassen. Denn auch in Österreich gilt der Grenzwert von 0,5 CM-Prozent für die Belegreife von beheizten und unbeheizten Calciumsulfat-Fließestrichen.
Den Part der zementären Variante des Fließestrichs präsentierten Sandra Dörfel (Betotech Baustofflabor GmbH, Erfurt) und Melanie Unangst (HeidelbergCement AG, Leimen) anhand der Entwicklungsgeschichte von »CemFlow«, dem Zementfließestrich von HeidelbergCement. Nach der Implementierung eines Schwindreduzierers 2017 erfolgte 2018 der Neustart am Markt mit einem erweiterten Leistungsspektrum sowie Varianten als Schnell- und Designestrich.
Die zentrale Bedeutung funktionierender Baustellenlogistik stand im Mittelpunkt des Vortrags von Günter Fischer (Saint-Gobain Weber GmbH, Merdingen). Optimale Lieferformen und Maschinen für jede Schichtdicke, die wichtigsten organisatorischen und technischen Voraussetzungen der Baustellenlogistik sowie die konkreten Abläufe beim Fließestricheinbau in sehr großen und anspruchsvollen Objekten verdeutlichten dem Auditorium, auf was es ankommt.
Den Abschluss des »FließestrichForums 2019« bildeten zwei Themen aus den Bereichen Nachwuchsgewinnung und Digitalisierung.
Ellen Barg (GTF Freese Fußbodentechnik, Berlin) präsentierte die erfolgreiche Ausbildungsinitiative »Das ist Bodenhandwerk«. Die Kampagne spricht außer den Jugendlichen vor allem auch die ausbildenden Fachbetriebe an und bietet ein umfangreiches Unterstützungspaket für Werbung, Messen und Onlineaktionen.
In einfache Botschaften und konkrete Tipps verwandelte Michael Christmann (Stuck-Belz, Bonn) das große Thema Digitalisierung im Handwerk. Der Stuckateurmeister hat mit viel Engagement das digitale Zeitalter für sein Unternehmen und seine Mitarbeiter nutzbar gemacht.

Prozentuale Marktanteile der verschiedenen Estriche am Gesamt­markt. mehr

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