VDPM: Keine Entwarnung bei WDVS und Trockenmörtel
Wie der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) sowie die B+L Marktdaten GmbH anhand ihrer Marktstatistiken mitteilen, hat sich der Abwärtstrend bei der Gebäudedämmung mit Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) und auch im Bereich Trockenmörtel fortgesetzt.
Mit einem Rückgang von 7,1 Prozent im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr sank der WDVS-Absatz in ähnlicher Größenordnung wie bereits 2024, das mit einem Minus von 8,2 Prozent abgeschlossen hatte. Beim Blick auf die einzelnen Quartale 2025 fällt trotz des generellen Rückgangs unterm Strich eine Abschwächung des Negativ-Trends ins Auge: Nach dem ersten Quartal (–13,9 Prozent) und dem zweiten Quartal (–7,9 Prozent) verringerte sich das Minus von 4,7 Prozent im dritten Quartal auf zuletzt 2,7 Prozent im vierten Quartal. Das sei allerdings kein Grund zur Entwarnung, so der Verband, denn WDVS verzeichne bereits im dritten Jahr in Folge deutliche Absatzverluste. Zwischen 2022 (35,9 Mio. m2) und 2025 (25,9 Mio. m2) hat der Markt rund 10 Mio. m2 verloren.
Ein wesentlicher Treiber für die rückläufige Entwicklung war laut B+L der schwache Neubau, der – ausgelöst durch steigende Zinsen und hohe Baukosten – die gesamte Bauzulieferindustrie seit Ende 2022 belastet. Auch aus der Renovierung kamen im Berichtszeitraum keine positiven Impulse. Ein Grund dafür war die anhaltende allgemeine Verunsicherung, die sowohl bei privaten wie auch gewerblichen Investoren für Zurückhaltung gesorgt hat.
Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch für Trockenmörtel feststellen. Der sich aus sieben Produktgruppen zusammensetzende Gesamtmarkt schrumpfte 2025 auf 5,8 Mio. Tonnen, was gegenüber 2024 (6,2 Mio. Tonnen) einem Minus von 7,0 Prozent entspricht. Verglichen mit den beiden Vorjahresbilanzen, die jeweils über 14 Prozent Rückgang aufwiesen, konnte der Negativ-Wert in 2025 immerhin halbiert werden. Schwächstes Quartal 2025 war das erste Quartal mit –12,3 Prozent, danach reduzierte sich das Minus von 7,8 Prozent im zweiten Quartal und 4,6 Prozent im dritten Quartal auf 2,9 Prozent im vierten Quartal. Die Gründe für diese Entwicklung entsprechen im Wesentlichen denen bei WDVS.
Auch die von B+L gelieferten WDVS-Marktdaten für das erste Quartal 2026 bieten keinen Grund zur Entwarnung. Die ersten drei Monate 2026 waren mit 4,6 Mio. m² WDVS-Absatz das schwächste erste Quartal seit 2020. Das Minus gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres lag bei 5,1 Prozent. Die bisherige Absatzprognose für das gesamte Jahr korrigierte B+L von +2,5 Prozent auf +1,6 Prozent nach unten auf insgesamt 26,4 Mio. m² (2025: 25,9 Mio. m²).
Für die negative Bilanz im ersten Quartal 2026 und den schwachen Plus-Trend im weiteren Jahresverlauf sehen die Marktforscher folgende Gründe:
- zahlreiche witterungsbedingte Ausfalltage für den Fassadenbau im Januar und Februar
- langsam wachsende Baukonjunktur
- Unsicherheit, ob und wann die Bauwirtschaft von Investitionen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität profitieren kann
- Iran-Krieg mit all seinen Folgeerscheinungen (vor allem Material- und Energiepreise)
Die Trockenmörtel-Marktdaten für das erste Quartal 2026 ergaben einen Rückgang gegenüber dem Vergleichsquartal 2025 auf 1,2 Mio. Tonnen, was einem Minus von 1,7 Prozent entspricht. Für den weiteren Jahresverlauf 2026 prognostiziert B+L einen Zuwachs auf 5,9 Mio. Tonnen nach 5,8 Mio. Tonnen im Jahr 2025. Das bedeutet ein Plus von 2,0 Prozent, wobei die ursprüngliche Prognose bei +3,6 Prozent gelegen hatte.



