Wenn Krafttraining den Boden überfordert
Schäden der Estrichkonstruktion in Fitnessstudio.
Im Flächenbereich »Krafttraining« eines Fitnessstudios wies die Fußbodenkonstruktion gravierende Zerstörungen auf, sodass der Bereich nicht mehr genutzt werden konnte.
Der Gummigranulat-Boden war nicht nur verformt, sondern löste sich auch ab. Der unterhalb des Bodens arretierte Linoleum-Boden war weitgehend zerstört durch die Bruchzonenverlagerungen der Estrichkonstruktion. Jeweils auf kurzen Nennmaßbereichen war die Lastverteilungsschicht regelrecht zermörsert und somit lag diese »unterdimensioniert« bezogen auf die üblichen physikalischen Grundgrößen vor. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wies die Lastverteilungsschicht eine ungenügende Biegezugfestigkeit/Druckfestigkeit auf. Durch die Belastungen im »Krafttrainingsbereich« wurde die Estrichkonstruktion völlig zerstört.
Der unterzeichnende Sachverständige hat empfohlen, bezogen auf die Fußbodenkonstruktion-Sanierungsmaßnahmen im betroffenen Flächenbereich die mit Mängeln behaftete Estrichkonstruktion zu entfernen. Anstatt der vorhandenen Styropordämmung sollte in diesem Fall ein PUR-Dämmmaterial in einer geringeren Schichtdicke eingesetzt bzw. verwendet werden, damit eine höhere Estrichdicke mit einer besonders hohen Biegezugfestigkeit/Bruchlast neu hergestellt, also eingebaut wird = Zementestrich CT F 6/F 7 mit einer Estrichschichtdicke von mindestens 65/70 mm (die zerstörte Lastverteilungsschicht wies nur eine Schichtdicke zwischen 55 und 60 mm auf). Weiterhin sind die Anarbeitungen an die alte Estrichkonstruktion funktionstauglich kraftschlüssig herzustellen unter Verwendung eines Gewebesystems. Auf diese so hergestellte neue Lastverteilungsschicht (gegebenenfalls Schnellestrichkonstruktion) ist anschließend der neue Gummigranulat-Bodenbelag zu verlegen.
Siegfried Heuer

