01.05.2016 | Fachthemen Seite 101 in Ausgabe 5/2016

Wenn Krafttraining den Boden überfordert

Schäden der Estrichkonstruktion in Fitnessstudio.

Im Flächenbereich »Krafttraining« eines Fitnessstudios wies die Fuß­bodenkonstruktion gravierende Zerstörungen auf, sodass der Bereich nicht mehr genutzt werden konnte.

Schadensbilder innerhalb des Fitness­studios im Flächenbereich mit der Be­­zeichnung »Krafttraining«. Einbrüche/Zerstörungen der Lastverteilungsschicht einhergehend mit Bruchzonenverlagerungen sind sehr deutlich sichtbar.Der Gummigranulat-Boden war nicht nur verformt, sondern löste sich auch ab. Der unterhalb des Bodens arre­tier­te Linoleum-Boden war weit­gehend zerstört durch die Bruchzonenverlagerungen der Estrichkonstruk­tion. Jeweils auf kurzen Nennmaßbereichen war die Lastverteilungsschicht regelrecht zermörsert und somit lag diese »unterdimensioniert« bezogen auf die üblichen physikalischen Grundgrößen vor. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wies die Lastverteilungsschicht eine ungenügende ­Biegezugfestigkeit/Druckfestigkeit auf. Durch die Belastungen im »Krafttrainingsbereich« wurde die Estrichkon­struktion völlig zerstört.

Der unterzeichnende Sachverständige hat empfohlen, bezogen auf die Fußbodenkonstruktion-Sanierungsmaßnahmen im betroffenen Flächen­bereich die mit Mängeln behaftete Estrichkonstruktion zu entfernen. Anstatt der vorhandenen Styropordämmung sollte in diesem Fall ein PUR-Dämmmaterial in einer geringeren Schichtdicke eingesetzt bzw. verwendet werden, damit eine höhere Estrichdicke mit einer besonders hohen Biegezugfestigkeit/Bruchlast neu hergestellt, also eingebaut wird = Zement­estrich CT F 6/F 7 mit einer Estrichschichtdicke von mindestens 65/70 mm (die zerstörte Lastverteilungsschicht wies nur eine Schichtdicke zwischen 55 und 60 mm auf). Weiterhin sind die Anarbeitungen an die alte ­Estrichkonstruktion funktionstauglich kraftschlüssig herzustellen unter Verwendung eines Gewebesystems. Auf diese so hergestellte neue Lastverteilungsschicht (gegebenenfalls Schnell­estrichkonstruktion) ist anschließend der neue Gummigranulat-Bodenbelag zu verlegen.

Siegfried Heuer

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