ZDB: Bauwirtschaft startet verhalten ins Jahr 2021
»Die Bauwirtschaft ist nicht so dynamisch ins Baujahr 2021 gestartet wie im Vorjahr. Im Januar hat der Umsatz im Wohnungsbau um 26 Prozent zum Vorjahr nachgegeben. Hier zeigt sich, dass es im Dezember wegen der auslaufenden Absenkung der Mehrwertsteuer einen deutlichen Vorzieheffekt gegeben hat. Viele Bauvorhaben wurden noch fertiggestellt und abgerechnet. Das Pendel schlägt jetzt zurück«, kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), die vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Zahlen zur Baukonjunktur im Januar 2021.
»Die Order im Wohnungsbau zeigen allerdings langfristig eine weiter hohe Nachfrage, sodass sich hier die Bautätigkeit in den kommenden Monaten wieder intensivieren wird. Auch im Wirtschaftshochbau sieht man zu Beginn des Jahres mit einem Plus von knapp 3 Prozent wieder etwas Belebung nach der verhaltenen Entwicklung im Vorjahr. Ob das angesichts der Einschnitte wegen der dritten Corona-Welle so bleibt, werden erst die kommenden Monate zeigen«, so Pakleppa.
»Die öffentlichen Auftraggeber haben im Januar mit einem Ordervolumen von ca. 1,8 Milliarden Euro das verhältnismäßig hohe Vorjahresniveau um gut 8 Prozent verfehlt. Hier brauchen wir in den nächsten Wochen und Monaten deutlich mehr Engagement und ein anhaltend hohes Niveau an Investitionen. Nur so lösen wir den Investitionsstau auf und stützen gleichzeitig die Konjunktur. Die Kommunen werden aber dazu auch in diesem Jahr zusätzliche Mittel brauchen. Sonst besteht die Gefahr, dass ihre Mindereinnahmen wegen der Corona-Pandemie zu Lasten der Investitionsbudgets gehen«, sagt Pakleppa abschließend.
Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erreichte nach den Daten des Statistischen Bundesamtes im Januar in den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten insgesamt ca. 4,2 Milliarden Euro und damit ein Minus von rund 14 Prozent. Das Ordervolumen lag insgesamt bei knapp 6,4 Milliarden Euro und damit etwa auf dem hohen Vorjahresniveau (–1,2 Prozent). Das Volumen im Vorjahr war noch nicht durch die Corona-Pandemie gezeichnet.

