ZDB: Bauwirtschaft – Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2021
Die Bauwirtschaft ist mit einem Rekordauftragsbestand von etwa 56 Milliarden Euro in das Baujahr 2021 gestartet. Dann habe aber der Wintereinbruch und der Pendelrückschlag nach dem Auslaufen des reduzierten Mehrwertsteuersatzes sowie die fortbestehenden Einschränkungen der Corona-Pandemie den Start in das Baujahr 2021 zunächst deutlich eingebremst.
Zum Ende des ersten Quartals lag der Umsatz nominal noch um fast 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Ende Juni verzeichnete die Branche immer noch ein Minus von ca. 3 Prozent. Das zeigt, dass die Bauwirtschaft im zweiten Quartal ein Stück weit aufholen konnte.
Die Nachfrage im Wohnungsbau und zuletzt auch wieder im Wirtschaftsbau hat die Baukonjunktur gestützt. Der Umsatz im Wohnungsbau liegt mit minus 1,2 Prozent knapp unter dem Vorjahresniveau, im Wirtschaftsbau sind es noch minus 2,2 Prozent. Die Auftragseingänge dagegen liegen in beiden Sparten deutlich über dem Vorjahr: im Wohnungsbau ca. 15 Prozent und im Wirtschaftsbau rund 8 Prozent. Demgegenüber ist die Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand verhalten. Der Umsatz liegt hier um 6 Prozent und die Auftragseingänge um 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
»Wegen der Probleme in der Materialbeschaffung und deutlichen Preiserhöhungen beim Einkauf bleiben die Aussichten in den nächsten Monaten gedämpft. Wir müssen in dieser Zeit weiter mit deutlich höheren Einkaufspreisen rechnen. Die Bauunternehmen werden daher auch nicht umhinkommen, die Baupreise entsprechend weiter anzupassen. Per Juni haben die Preise für Bauleistungen gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent zugelegt. Das hat natürlich auch die nomi- nale Umsatzentwicklung gestützt. Real liegen wir bei der Umsatzentwicklung bei einem Minus von 7 Prozent«, erklärt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes.
Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erreichte in den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten im ersten Halbjahr 41,3 Milliarden Euro. Das waren 3,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Auftragseingänge erreichten 45,4 Milliarden Euro und damit einen Zuwachs von 4,8 Prozent.

