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09.11.2022 | Allgemein

ECC Köln: Digitalisierung im Handwerk befindet sich noch in der Anfangsphase

Neue Studie von ECC Köln und dotSource zeigt: Digitalisierung spielt im Handwerk aktuell noch eine untergeordnete Rolle. Größte Herausforderungen sind hohe Kosten, fehlender wahrnehmbarer Mehrwert sowie IT- und Personalaspekte. Social Media wird aber bereits verstärkt im beruflichen Alltag von Handwerkern genutzt.

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen ist in verschiedenen Berufsgruppen unterschiedlich ausgeprägt. Knapp die Hälfte (49 Prozent) der Handwerker gibt an, dass die Digitalisierung des eigenen Betriebs zwar angestoßen wurde, viele Prozesse aber noch analog erfolgen. Lediglich bei neun Prozent ist die Digitalisierung des eigenen Betriebs größtenteils vollzogen. Das bestätigen die Ergebnisse der neuen Studie »Wie tickt das deutsche Handwerk in Zeiten der Digitalisierung? Teil 1: Status quo und Herausforderungen der Digitalisierung« des ECC Köln in Zusammenarbeit mit der Digitalagentur dotSource, für die Mitarbeiter aus handwerklichen Berufen befragt wurden. Insgesamt erfolgen viele Prozessschritte im Arbeitsalltag häufig noch analog – vor allem im Bereich Werkzeug- und Geräteverwaltung besteht großes Digitalisierungspotenzial. Beim Blick auf die Unternehmensgrößen zeigt sich die Tendenz: Je größer der Betrieb, desto eher wird Digitalisierung aktiv vorangetrieben. Dass das Digitalisierungsvorhaben aktuell oftmals in den Hintergrund rückt, liegt für 57 Prozent der Handwerker im hohen Arbeitspensum begründet. Denn obwohl auch der berufliche Alltag im Handwerk unter anderem durch lange Lieferzeiten und höhere Materialkosten als Folgen des aktuellen Weltgeschehens beeinträchtigt ist, gibt es zahlreiche Aufträge. Knapp 90 Prozent der Befragten (89 Prozent) bewerten ihre aktuelle Auftragslage als gut oder sehr gut. Auftragsabschlüsse erfolgen insbesondere durch Bestandskunden (77 Prozent) oder durch deren Empfehlung (73 Prozent).

Herausforderungen der Digitalisierung
Insgesamt werden über alle Unternehmensgrößen hinweg zu hohe Kosten (38 Prozent) als größte Herausforderung auf dem Weg zur Digitalisierung gesehen. Kleine Handwerksbetriebe (<5 Mitarbeitende) sehen außerdem in der Digitalisierung oft keinen Mehrwert für ihren Betrieb (45 Prozent) und ihre Kunden (38 Prozent). In größeren Betrieben (≥50 Mitarbeitende) werden Schwierigkeiten eher auf IT- und Personalebene verortet: Für rund vier von zehn Befragten zählen die Gewährleistung der IT-Sicherheit (41 %), eine fehlende technische Infrastruktur (40 Prozent) und mangelnde personelle Ressourcen (39 Prozent) zu den größten Herausforderungen.
»Trotz dieser Herausforderungen und teilweise auch der Skepsis gegenüber neuen Technologien, planen die Betriebe zahlreiche Digitalisierungsmaßnahmen in den nächsten zwei Jahren. Der Fokus liegt auf der Optimierung der Buchhaltung sowie Prozessen mit Lieferanten. Weitere geplante Maßnahmen sind – insbesondere bei größeren Unternehmen – in den Bereichen der internen Arbeitsorganisation und dem Datenschutz angedacht,« so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln und Gründer des ECC Köln.

Social Media hat hohe Relevanz im Handwerk
Nahezu jeder befragte Handwerker nutzt mindestens ein digitales Gerät im beruflichen Alltag: Smartphone und Desktop PC kommen hierbei am häufigsten zum Einsatz. Das Internet wird von der Hälfte der Befragten (52 Prozent) mehrmals täglich genutzt. Auch das Smartphone kommt bei drei Viertel der Personen (76 Prozent), die generell ein Smartphone beruflich verwenden, mehrmals täglich zum Einsatz. Sieben von zehn Handwerkern (71 Prozent) geben weiterhin an, soziale Medien zu diversen Informations- und Kommunikationszwecken zu nutzen. »Während Facebook und WhatsApp eher der Kommunikation, beispielsweise mit Kollegen oder Kunden dienen, ist YouTube ein beliebter Kanal, um sich zu informieren. Vor allem in größeren Unternehmen sind Accounts, die handwerksspezifischen Content bieten, besonders gefragt: Mehr als vier von zehn Handwerkern folgen Händlern oder Herstellern von Handwerksbedarf und Personen, die Produkte oder Problemlösungen vorstellen,« kommentiert Christian Otto Grötsch, Gründer und Geschäftsführer von dotSource, die Studie.

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