Lexikon

S
Sachmangelhaftung

Je nach Werkvertrag oder der verbindlichen Auftragsbestätigung ist die Grundlage der Vereinbarung für Werkleistungen (zum Beispiel Bodenbelagsarbeiten nach VOB, Teil C, ATV DIN 18 365) entweder das Bürgerliche Gesetzbuch...

Je nach Werkvertrag oder der verbindlichen Auftragsbestätigung ist die Grundlage der Vereinbarung für Werkleistungen (zum Beispiel Bodenbelagsarbeiten nach VOB, Teil C, ATV DIN 18 365) entweder das Bürgerliche Gesetzbuch oder es gilt die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB). Nach der Schuldrechtsmodernisierung wird das Erfolgssoll in § 633, Abs. 1 BGB festgelegt, der inhaltlich auch in der VOB 2002, Teil B, DIN 1961, unter § 13 »Mangelansprüche« aufgenommen wurde und auch in der Fassung aus 2009 gleichlautend enthalten ist: »(...) Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber seine Leistung zum Zeitpunkt der Abnahme frei von Sachmängeln zu verschaffen. Die Leistung ist zur Zeit der Abnahme frei von Sachmängeln, wenn sie die vereinbarte Beschaffenheit hat und den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Ist die Beschaffenheit nicht vereinbart, so ist die Leistung zur Zeit der Abnahme frei von Sachmängeln, wenn sie sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst a) für die gewöhnliche Verwendung eignet und b) eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Auftraggeber nach der Art der Leistung erwarten kann (...)«. Daraus folgt, dass der Gesetzgeber folgende Mangelbegriffe abgeschafft hat, die nach altem Recht zur Abnahme und/oder für die Dauer der Gewährleistung bei unterschiedlichen Auffassungen zwischen den Vertragspartnern im Streitfall geprüft werden mussten: die zugesicherte Eigenschaft, den (handwerklichen) Fehler, die gewöhnliche Gebrauchstauglichkeit. . . und den Wert (beides durfte nicht aufgehoben oder gemindert sein). Als Mangelbegriffe gelten seit 2002 daher die Beschaffenheitsvereinbarung und/oder die Verwendungseigenschaften, die je nach vertraglicher Grundlage erfüllt sein sollten. Der Begriff der Gewährleistung für den Zeitraum der Verjährungsfrist ist zwar allgemein noch üblich, allerdings formaljuristisch seither durch den Begriff Mängelansprüche bzw. Sachmangelhaftung abgelöst worden.

S
Sachmangelhaftung

Je nach Werkvertrag oder der verbindlichen Auftragsbestätigung ist die Grundlage der Vereinbarung für Werkleistungen (zum Beispiel Bodenbelagsarbeiten nach VOB, Teil C, ATV DIN 18 365) entweder das Bürgerliche Gesetzbuch...

Je nach Werkvertrag oder der verbindlichen Auftragsbestätigung ist die Grundlage der Vereinbarung für Werkleistungen (zum Beispiel Bodenbelagsarbeiten nach VOB, Teil C, ATV DIN 18 365) entweder das Bürgerliche Gesetzbuch oder es gilt die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB). Nach der Schuldrechtsmodernisierung wird das Erfolgssoll in § 633, Abs. 1 BGB festgelegt, der inhaltlich auch in der VOB 2002, Teil B, DIN 1961, unter § 13 »Mangelansprüche« aufgenommen wurde und auch in der Fassung aus 2009 gleichlautend enthalten ist: »(...) Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber seine Leistung zum Zeitpunkt der Abnahme frei von Sachmängeln zu verschaffen. Die Leistung ist zur Zeit der Abnahme frei von Sachmängeln, wenn sie die vereinbarte Beschaffenheit hat und den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Ist die Beschaffenheit nicht vereinbart, so ist die Leistung zur Zeit der Abnahme frei von Sachmängeln, wenn sie sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst a) für die gewöhnliche Verwendung eignet und b) eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Auftraggeber nach der Art der Leistung erwarten kann (...)«. Daraus folgt, dass der Gesetzgeber folgende Mangelbegriffe abgeschafft hat, die nach altem Recht zur Abnahme und/oder für die Dauer der Gewährleistung bei unterschiedlichen Auffassungen zwischen den Vertragspartnern im Streitfall geprüft werden mussten: die zugesicherte Eigenschaft, den (handwerklichen) Fehler, die gewöhnliche Gebrauchstauglichkeit. . . und den Wert (beides durfte nicht aufgehoben oder gemindert sein). Als Mangelbegriffe gelten seit 2002 daher die Beschaffenheitsvereinbarung und/oder die Verwendungseigenschaften, die je nach vertraglicher Grundlage erfüllt sein sollten. Der Begriff der Gewährleistung für den Zeitraum der Verjährungsfrist ist zwar allgemein noch üblich, allerdings formaljuristisch seither durch den Begriff Mängelansprüche bzw. Sachmangelhaftung abgelöst worden.

S
Sachverständige

Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Auftraggeber/Besteller einer Werkleistung und dem Planverfasser (zum Beispiel Architekt), Bauleiter oder ausführendem Auftragnehmer zum Zeitpunkt der Abnahme oder im Schadensfall...

Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Auftraggeber/Besteller einer Werkleistung und dem Planverfasser (zum Beispiel Architekt), Bauleiter oder ausführendem Auftragnehmer zum Zeitpunkt der Abnahme oder im Schadensfall während der Verjährungsfrist (Sachmangelhaftung) werden häufig Sachverständige zur Aufklärung und Begutachtung hinzugezogen (Gutachten). Dabei ist der Begriff »Sachverständiger« nicht geschützt und kann formal von jeder Person genutzt werden. Ein Sachverständiger sollte aber immer über besondere Sachkunde verfügen, welche das allgemeine Wissen über die Berufsausübung übersteigt. Öffentliche Institutionen (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Architektenkammer, Ingenieurkammer) haben zum Vertrauensschutz der Öffentlichkeit in die Person des Sachverständigen das Verfahren der öffentlichen Bestellung und Vereidigung eingeführt. Personen, welche sich zum sogenannten öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen benennen lassen wollen, müssen sich daher je nach bestellender Kammer und Beruf einem bestimmten Verfahren unterziehen. In der Regel ist damit neben der beruflichen Qualifikation (Handwerksmeister, Diplomingenieur, Techniker u. a.) auch der Nachweis der besonderen Sachkunde durch spezielle Fortbildungen mit theoretischer Prüfung sowie Vorlage von bereits erstellten Gutachten zu führen. Bei den Kammern existieren Verzeichnisse solcher ö.b.u.v. Sachverständiger, welche bevorzugt von den Gerichten im Streitfall herangezogen werden, um geeignete Gutachter benennen zu können. Es gibt aber auch freie Sachverständige, welche sich ohne öffentliche Bestellung als Gutachter betätigen. Diese Tätigkeit ist möglich, weil die Berufsausübung eben nicht an eine öffentliche Bestellung gebunden ist. Organisationen freier Sachverständiger haben aber zur Sicherung der Qualität häufig eigene Anforderungen an den Sachkundenachweis der Bewerber.

S
Salpeter

In Außenputzen vorkommendes Salz der Salpetersäure (Nitrat), das Putz- und Anstrichschäden verursacht.

In Außenputzen vorkommendes Salz der Salpetersäure (Nitrat), das Putz- und Anstrichschäden verursacht.

S
Salze

In mineralischen Baustoffen sind Salze natürlicher Bestandteil wie zum Beispiel in Form von Carbonaten und Sulfaten. Andere Salze gelangen zum Beispiel durch natürliche Umwelteinflüsse wie landwirtschaftliche Produktion...

In mineralischen Baustoffen sind Salze natürlicher Bestandteil wie zum Beispiel in Form von Carbonaten und Sulfaten. Andere Salze gelangen zum Beispiel durch natürliche Umwelteinflüsse wie landwirtschaftliche Produktion in die Atmosphäre und belasten die Baustoffe (Salpeter/Nitrate aus Gärprozessen und Düngemitteln). Weitere schädliche Salze wie Chloride werden noch immer als Streusalz im Winter auf Autobahnen und Bundesstraßen verwendet und gelangen über Spritzwasserbelastung in mineralische Baustoffe (Sockelflächen, Parkhäuser, Brücken) und verursachen hier Bauschäden, z.B. Ausblühungen, Kalkausblühungen, Mauersalpeter. Jedoch haben Salze auch in der Anstrich- und Beschichtungstechnik ihre Bedeutung, wobei es sich hier meistens um organische Verbindungen handelt. So werden zum Beispiel fungizide und algizide Eigenschaften von Fassadenfarben durch wasserlösliche, salzartige Verbindungen erreicht, die den Beschichtungsstoffen zugegeben werden. Auch bei manchen Pigmenten und Additiven (Netzmittel) handelt es sich um Salze, häufig können Bindemittel durch Überführen in salzartige Strukturen wasserlöslich gemacht werden.

S
Sandstrahlen

Mechanisches Verfahren zur Vorbehandlung korrodierter Bauteile. Wegen dem Umweltschutz und personenbezogenen Arbeitsschutz wird heute meistens das Nasssandstrahlen oder alternative Verfahren mit umweltfreundlichen...

Mechanisches Verfahren zur Vorbehandlung korrodierter Bauteile. Wegen dem Umweltschutz und personenbezogenen Arbeitsschutz wird heute meistens das Nasssandstrahlen oder alternative Verfahren mit umweltfreundlichen Strahlmitteln angewendet. Auch in der Denkmalpflege bzw. der Natursteinkonservierung ist es oftmals erforderlich, die Oberfläche mineralischer Baustoffe oder von Natursteinen von Verwitterungsprodukten sowie Verunreinigungen zu befreien. Je nach Baustoff kommen dabei verschiedene Verfahren zur Anwendung (Nasssandstrahlen, Hochdruck-Heißdampfstrahlen mit oder ohne Strahlmittel, Jost-Verfahren).

S
Saugfähigkeit

Als Saugfähigkeit wird das Vermögen (vor allem mineralischer) Baustoffe bezeichnet, das flüssige Wasser aufzunehmen. Dabei unterscheiden sich die Baustoffe in ihrer Eigenschaft, das Wasser in unterschiedlicher Menge und...

Als Saugfähigkeit wird das Vermögen (vor allem mineralischer) Baustoffe bezeichnet, das flüssige Wasser aufzunehmen. Dabei unterscheiden sich die Baustoffe in ihrer Eigenschaft, das Wasser in unterschiedlicher Menge und Schnelligkeit aufzusaugen. Unbehandelte Putze sind meistens stark saugfähig, sowie vor allem auch die Hirnholzbereiche von Holzbauteilen. Auch manche Holzarten zeigen ein starkes Wasseraufnahmevermögen auf. Dagegen sind Metalle, Glas sowie Kunststoffe als nicht saugende Baustoffe zu bezeichnen. Auf nicht saugenden Baustoffen müssen spezielle Haftvermittler als Vorstrichsysteme verwendet werden, damit später folgende Beschichtungsstoffe ein gutes Haftvermögen aufweisen können. Aber auch (stark) saugende Untergründe benötigen eine Grundierung, damit das Wasser als Lösemittel wässriger Beschichtungsstoffe nicht in den Untergrund absackt und bei der Filmbildung frühzeitig entzogen wird, so dass es zum Aufbrennen der Beschichtung kommt. Hinweis: Die Saugfähigkeit von Untergründen wird durch die Benetzungsprobe (Benetzbarkeit) überprüft.

S
Schallabsorber

Wirksame Schallabsorber können sein: Wand- und Deckenplatten, Schreibtische, Schränke, Paravents, Vorhänge und Bodenbeläge

Wirksame Schallabsorber können sein: Wand- und Deckenplatten, Schreibtische, Schränke, Paravents, Vorhänge und Bodenbeläge

S
Schallabsorptionsgrad

Die meisten Materialien weisen einen Schallabsorptionsgrad auf, der zwischen 0 und 1 schwankt. Schallabsorptionsgrad α = 1 bedeutet vollständige Absorption (z.B. dickes textiles Polster). Schallabsorptionsgrad α = 0...

Die meisten Materialien weisen einen Schallabsorptionsgrad auf, der zwischen 0 und 1 schwankt. Schallabsorptionsgrad α = 1 bedeutet vollständige Absorption (z.B. dickes textiles Polster). Schallabsorptionsgrad α = 0 bedeutet vollständige Reflexion (z.B. Betonwand). Die teilweise Schallabsorption durch Schallabsorber hat also immer einen α-Wert zwischen 0 und 1.
Aber nicht allein der Schallabsorptionsgrad des Materials ist ausschlaggebend für dessen schallabsorbierende Wirkung im Raum, sondern die Fläche, die von dem Material im Raum vorhanden ist. Hier liegt der Vorteil von absorbierenden Bodenbelägen, die zwar in der Regel nicht über hohe Absorptionsgrade verfügen, dafür aber größere Flächen belegen.

S
Schalldämmung und Schalldämpfung

Die Bedeutung der Begriffe Schalldämmung und Schalldämpfung ist grundverschieden und wird in der Praxis oft verwechselt. Für Bodenbeläge ist die Trittschallverbesserung die Kenngröße zur Beschreibung der schalldämmenden...

Die Bedeutung der Begriffe Schalldämmung und Schalldämpfung ist grundverschieden und wird in der Praxis oft verwechselt. Für Bodenbeläge ist die Trittschallverbesserung die Kenngröße zur Beschreibung der schalldämmenden Eigenschaften. Die Schalldämpfung wird durch den Schallabsorptionsgrad beschrieben.

S
Schaumrücken

Textile und elastische Bodenbeläge können Schaumrücken aufzeigen. Bei Linoleum nach DIN EN 686 handelt es sich um einen Verbundbelag, wobei auf die Nutzschicht eine Schaumstoffschicht durch Laminieren aufgetragen wird....

Textile und elastische Bodenbeläge können Schaumrücken aufzeigen. Bei Linoleum nach DIN EN 686 handelt es sich um einen Verbundbelag, wobei auf die Nutzschicht eine Schaumstoffschicht durch Laminieren aufgetragen wird. Bei textilen Bodenbelägen werden als Rückenausstattungen auch Schaumrücken (SR) aus Glattschaum (GS), Prägeschaum (PS) oder Waffelschaum (WS) verwendet. Der Grund für solche Rückenausstattungen ist die Verbesserung des Begehkomforts textiler Bodenbeläge, wobei auch Wärmedämmung und Trittschall optimiert werden können. Problematisch war bei Schaumrücken die Verwendung von Latexschäumen, weil wegen alterungsbedingtem Verschleiß eine Pulverisierung zum Verlust der kohäsiven und adhäsiven Eigenschaften und damit des Haftvermögens führten. Blasen- und beulenartige Ablösungen der Nutzschicht vom Schaumrücken textiler Bodenbeläge waren die Folge. Die Entwicklung von Polyurethanschäumen verbesserte die Eigenschaften der Schaumrücken, führten aber beim Entfernen verklebter textiler Bodenbeläge beim Austausch der Oberböden zu teuren und aufwendigen Verfahren. Der am Untergrund fest anhaftende PUR-Schaum ließ sich nur schwierig ablösen. Daher werden moderne Bodenbelagskonstruktionen heute mit textilem Zweitrücken ausgestattet (Delaminierung).

S
Scheuerbeständigkeit

Nach EN 13 300 »Kunststoffdispersionsfarben für innen«, Teil 1, bezeichnet man eine Dispersionsfarbe als scheuerbeständig, wenn auf der geprüften Dispersionsfarbe nach mindestens 5000 Scheuerzyklen nach einem normativ...

Nach EN 13 300 »Kunststoffdispersionsfarben für innen«, Teil 1, bezeichnet man eine Dispersionsfarbe als scheuerbeständig, wenn auf der geprüften Dispersionsfarbe nach mindestens 5000 Scheuerzyklen nach einem normativ festgelegten Prüfverfahren im Mittelfeld des Scheuerbildes keine der 5 Spuren oder höchstens eine der Spuren 2, 3 oder 4 zusammenhängend durchgescheuert ist.

S
Schicht

Nach DIN EN 971-1 eine zusammenhängende Beschichtung, die in einem Auftrag aus einem Beschichtungsstoff hergestellt worden ist.

Nach DIN EN 971-1 eine zusammenhängende Beschichtung, die in einem Auftrag aus einem Beschichtungsstoff hergestellt worden ist.

S
Schichtdicke

Die Schichtdicke des Beschichtungsstoffs kann man während der Applikation und/oder nach der Trocknung messen, um die Qualität der geforderten Ausführung überprüfen zu können. Für die Nassschichtdickenmessung wird ein...

Die Schichtdicke des Beschichtungsstoffs kann man während der Applikation und/oder nach der Trocknung messen, um die Qualität der geforderten Ausführung überprüfen zu können. Für die Nassschichtdickenmessung wird ein Messkamm verwendet.

S
Schlagfestigkeit

Das Vermögen von (mineralischen) Estrichen gegenüber einer Schlagbeanspruchung oder dem Einwirken von Lasten infolge Nutzung und Frequentierung wird als Schlagfestigkeit bezeichnet. Bei Oberböden aus Holz handelt es sich...

Das Vermögen von (mineralischen) Estrichen gegenüber einer Schlagbeanspruchung oder dem Einwirken von Lasten infolge Nutzung und Frequentierung wird als Schlagfestigkeit bezeichnet. Bei Oberböden aus Holz handelt es sich dagegen bei Widerstand zum Beispiel gegen Einwirken von Punktlasten um die Eigenschaft der Härte der jeweiligen Holzart.

S
Schlagregenschutz

Durch die Beregnung von Gebäuden kann Wasser kapillar von verschiedenen Baustoffen aufgenommen werden und so in die Gebäudehülle bzw. in die Fassade einwandern. Ferner wird Regenwasser durch dynamische Windlasten...

Durch die Beregnung von Gebäuden kann Wasser kapillar von verschiedenen Baustoffen aufgenommen werden und so in die Gebäudehülle bzw. in die Fassade einwandern. Ferner wird Regenwasser durch dynamische Windlasten (Staudruck bei Windanströmung) durch Spalten, Risse, unzureichend abgedichtete Fugen und fehlerhafte Stellen an der Gebäudehülle in die Fassade eingetrieben. Feuchte Baustoffe haben aber ein vermindertes Vermögen, durch Heizen entstehende Wärme zu speichern und wieder abzugeben. Daher sind im Sinne des Wärme- und Feuchteschutzes von Gebäuden (beachte WschVO, EnEV) Maßnahmen zur Begrenzung der kapillaren Wasseraufnahme auch unter dem Aspekt eines klimabedingten Feuchteschutzes (vgl. DIN 4108-3) als unabdingbar notwendig anzusehen. Beispielsweise soll die Wasseraufnahme von Außenputzen durch die Verwendung wasserabweisender oder wasserhemmender Putze an der Fassade begrenzt werden, wobei gleichzeitig die Abgabe von Wasser in der Verdunstungsphase (Wasserdampfdiffusion) nicht beeinträchtigt werden darf. Auch die Auswahl von Beschichtungsstoffen muss unter diesem Aspekt erfolgen.

S
Schleier

Trübung einer Beschichtung (zum Beispiel Weißschleier auf farbigen Lackierungen), die nicht durch äußere Einflüsse hervorgerufen wurde und erst nach der Filmbildung störend sichtbar in Erscheinung tritt. Dagegen wird ein...

Trübung einer Beschichtung (zum Beispiel Weißschleier auf farbigen Lackierungen), die nicht durch äußere Einflüsse hervorgerufen wurde und erst nach der Filmbildung störend sichtbar in Erscheinung tritt. Dagegen wird ein ähnlicher Effekt in Form von Anlaufen bzw. Weißanlaufen von Lackierungen durch äußere Einflüsse (zum Beispiel Tauwasserbelastung der lackierten Oberfläche in der Nacht und Störung der Filmbildung) verursacht.

S
Schleiflacktechnik

Handwerklich aufwendige Gestaltungstechnik mit Lacken auf Möbeln und Einrichtungsgegenständen aus mehreren Grundbeschichtungen, mehreren Spachtelungen, Kontroll- und Zwischenbeschichtung, mehrfachem Nassschleifen, einer...

Handwerklich aufwendige Gestaltungstechnik mit Lacken auf Möbeln und Einrichtungsgegenständen aus mehreren Grundbeschichtungen, mehreren Spachtelungen, Kontroll- und Zwischenbeschichtung, mehrfachem Nassschleifen, einer Schlusslackierung, anschließendem Nassschleifen und gegebenenfalls Polieren der Oberfläche verbleibender Hochglanzflächen. Heute werden hierfür hochwertige zweikomponentige Lackfarben verwendet.

S
Schlussbeschichtung

Letzte Schicht eines Beschichtungssystems als Deckbeschichtung (vgl. DIN EN 971-1), wird auch als top-coat benannt.

Letzte Schicht eines Beschichtungssystems als Deckbeschichtung (vgl. DIN EN 971-1), wird auch als top-coat benannt.

S
Schmelzklebeverfahren

Beim Verspannen werden für das Konfektionieren einzelner Bahnen textiler Bodenbeläge Schmelzklebstoffe verwendet. Bei dem hierfür erforderlichen Schmelzklebeverfahren wird der Schmelzkleber erhitzt, schmilzt und erstarrt...

Beim Verspannen werden für das Konfektionieren einzelner Bahnen textiler Bodenbeläge Schmelzklebstoffe verwendet. Bei dem hierfür erforderlichen Schmelzklebeverfahren wird der Schmelzkleber erhitzt, schmilzt und erstarrt durch Abkühlung nach dem Einlegen der bahnenförmigen Bodenbeläge wieder zu einer festen Kleberfuge. Schmelzkleber werden auch für das Verfugen von Linoleum-Bodenbelägen verwendet. Dadurch werden die Nahtkanten dieser plattenförmigen oder bahnenförmigen Oberböden abgedichtet. Für das Verfugen werden Schmelzklebstoffe mit einer Heizpistole verarbeitet. Der Schmelzkleber wird dabei in unterschiedlichem Durchmesser aufgerollt geliefert und auch als Schmelzdraht bezeichnet.

S
Schrenzlage

Bahnenförmige Abdeckung auf Dämmstoffen bei schwimmenden Estrichen, bevorzugt bei Fließestrichen aus Calciumsulfat. Die Schrenzlage verhindert, dass die Feuchtigkeit aus dem Fließestrich in die Dämmung gelangen und diese...

Bahnenförmige Abdeckung auf Dämmstoffen bei schwimmenden Estrichen, bevorzugt bei Fließestrichen aus Calciumsulfat. Die Schrenzlage verhindert, dass die Feuchtigkeit aus dem Fließestrich in die Dämmung gelangen und diese durchfeuchten kann. Gleichzeitig kann eine Wirkung als Dampfbremse erzielt werden.

S
Schüsselung, klebstoffbedingt

Bei dielenförmigem Parkett oder anderen Oberböden aus Holz können klebstoffbedingte Schüsselungen entstehen. Dispersionskleber enthalten wässrige Anteile. Quellempfindliche Hölzer müssen bei der Verklebung mit...

Bei dielenförmigem Parkett oder anderen Oberböden aus Holz können klebstoffbedingte Schüsselungen entstehen. Dispersionskleber enthalten wässrige Anteile. Quellempfindliche Hölzer müssen bei der Verklebung mit Dispersionsklebstoffen mit ausreichender Arretierung (genügend Kleber, rechtzeitiges Einlegen u. a.) genügend fest mit dem Untergrund verbunden werden. Ansonsten kann ein Anquellen des Holzes durch Wasseraufnahme aus dem Dispersionskleber zu Formveränderungen führen und das Parkettholz kann sich wölben. Bei unzureichendem Haftverbund von Holzdielen im Randbereich resultiert eine konkave Formveränderung, sodass sich die Ränder nach oben aufstellen. Ist dagegen das Parkett in der Fläche ungenügend verklebt, wird sich der Bodenbelag nach oben wölben, es resultiert eine konvexe Schüsselung. Als Sanierung kann ein Abschleifen des Parkettbodens erfolgen, um wieder eine hinreichende Ebenheit zu erlangen. Von alleine werden sich die einzelnen Parketthölzer nach der Formveränderung nicht wieder in den Ausgangszustand zurückbilden.

S
Schwinden

Mineralische Baustoffe aus zementären oder gipshaltigen Bindemitteln, Sanden und Zuschlägen unterliegen im Rahmen der Erhärtung einer Volumenveränderung durch Kontraktion und geben dabei Wasser ab. Dadurch kommt es zu...

Mineralische Baustoffe aus zementären oder gipshaltigen Bindemitteln, Sanden und Zuschlägen unterliegen im Rahmen der Erhärtung einer Volumenveränderung durch Kontraktion und geben dabei Wasser ab. Dadurch kommt es zu einer negativen Längenänderung, genannt Schwinden. Dabei gibt es für jeden Baustoff ein rezepturbedingtes Schwindmaß infolge der Volumenveränderung.

S
sd-Wert

Als sd-Wert wird der Widerstand eines Stoffes gegenüber Wasserdampfdiffusion bezeichnet. Wissenschaftlich ausgedrückt als wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke s, gemessen in Metern [m]. Dabei ist der Wert...

Als sd-Wert wird der Widerstand eines Stoffes gegenüber Wasserdampfdiffusion bezeichnet. Wissenschaftlich ausgedrückt als wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke s, gemessen in Metern [m]. Dabei ist der Wert von der Dicke des Stoffes [m] und der stoffspezifischen Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl μ [dimensionslos] abhängig, welche als Zahlenwert ohne Einheit aus Tabellenwerken bauphysikalischer Regelwerke zu entnehmen ist. Es gilt: sd = μ x s.

S
Setzrisse

Durch Setzungen bzw. Bewegungen des Baugrundes, Erdbeben, Bergschäden, Erschütterungen, ausgelöst durch Straßenverkehr und/oder Bahntrassen (auch unterirdisch), verursachte Einwirkungen auf Bauwerke führen je nach...

Durch Setzungen bzw. Bewegungen des Baugrundes, Erdbeben, Bergschäden, Erschütterungen, ausgelöst durch Straßenverkehr und/oder Bahntrassen (auch unterirdisch), verursachte Einwirkungen auf Bauwerke führen je nach Konstruktion und Statik des Gebäudes in der Folge zu Bauschäden durch baudynamische Risse.

S
Shading

Eine unschöne, aber selten auftretende Erscheinung bei Veloursteppichböden ist die Florverwerfung, die nach dem englischen Fachausdruck für Schattieren „Shading“ genannt wird. Shading ist vom Fasermaterial und der...

Eine unschöne, aber selten auftretende Erscheinung bei Veloursteppichböden ist die Florverwerfung, die nach dem englischen Fachausdruck für Schattieren „Shading“ genannt wird. Shading ist vom Fasermaterial und der Herstellungsart unabhängig. Die Florverwerfung bewirkt eine unterschiedliche Lichtreflexion, die als (scheinbare) Farbveränderung wahrgenommen wird.
Die Gründe für das Entstehen von Shading sind trotz intensiver wissenschaftlicher Erforschung nie ganz geklärt worden. Bei Reklamationen wird häufig eine Kulanzregelung gefunden, ein Regressanspruch besteht nicht.

S
Shop-Primer

Beschichtungen von zum Beispiel Metallbauteilen, Werkstücken u. a., die nur die Aufgabe haben, solche Bauteile während Transport, Lagerung und Bearbeitung im Fertigungsbetrieb temporär vor Korrosion zu schützen, weshalb...

Beschichtungen von zum Beispiel Metallbauteilen, Werkstücken u. a., die nur die Aufgabe haben, solche Bauteile während Transport, Lagerung und Bearbeitung im Fertigungsbetrieb temporär vor Korrosion zu schützen, weshalb man auch von Fertigungsbeschichtungen spricht.
(Hinweis: Vor der weiteren Beschichtung ist genau zu prüfen, ob die Fertigungsbeschichtung ein ausreichendes Haftvermögen zum Untergrund aufzeigt (Gitterschnittprüfung, Tape-Test), und durch Anlegen einer Musterfläche zu testen, ob die Verträglichkeit der Beschichtungsstoffe zur Fertigungsbeschichtung vorliegt und es nicht zum Anlösen oder Anquellen kommt, sowie ob die gesamten Schichtenfolgen ein gutes Haftvermögen untereinander und zum Untergrund aufzeigen.)

S
Sichtbeton

Spezielle Oberflächengestaltung von Stahlbeton, wobei die Einschalung (Hartfaserplatten, Holztafeln, heute auch Metallformen) eine (sehr) glatte Oberfläche der Betonelemente bewirkt. Im Gegensatz dazu bewirkt zum...

Spezielle Oberflächengestaltung von Stahlbeton, wobei die Einschalung (Hartfaserplatten, Holztafeln, heute auch Metallformen) eine (sehr) glatte Oberfläche der Betonelemente bewirkt. Im Gegensatz dazu bewirkt zum Beispiel eine brettrauhe Schalung und/oder die Profilierung der Schaltafeln einen Strukturbeton.

S
Sieblinie

Die Mischung der Zuschläge für einen Mörtel (Baustellenestrich, Trockenmörtel) ist für die Eigenschaften des daraus hergestellten Estrich oder Beton von Bedeutung. Ermittelt wird die Sieblinie durch Sieben der Zuschläge,...

Die Mischung der Zuschläge für einen Mörtel (Baustellenestrich, Trockenmörtel) ist für die Eigenschaften des daraus hergestellten Estrich oder Beton von Bedeutung. Ermittelt wird die Sieblinie durch Sieben der Zuschläge, wobei ein bestimmtes Verhältnis von grobkörnigen und feinkörnigen Bestandteilen entscheidend ist. In der Estrichtechnik werden die Sieblinien A (hoher Anteil an grobkörnigen Zuschlägen), AB (gemittelter Anteil der Zuschläge an feinkörnigen und grobkörnigen Bestandteilen) und C (hoher Anteil feinkörniger Zuschläge) unterschieden. Dabei hat sich die Sieblinie AB für Estriche bewährt. Auch für pulverförmige Spachtelmassen ist die Sieblinie ein entscheidendes Merkmal.

S
Sikkativ

Trockenstoff aus Salzen in meist wässriger Lösung (zum Beispiel Kobaltsalze). Je nach Bindemittel und Rezeptur sowie Verwendungszweck erfolgt eine Sikkativierung des Beschichtungsstoffs, um eine Optimierung der...

Trockenstoff aus Salzen in meist wässriger Lösung (zum Beispiel Kobaltsalze). Je nach Bindemittel und Rezeptur sowie Verwendungszweck erfolgt eine Sikkativierung des Beschichtungsstoffs, um eine Optimierung der Verarbeitungs- und Anwendungstechnologie zu bewirken. Früher vor allem bei Öllacken, heute als Trocknungsbeschleuniger für ölige Bindemittel eingesetzt.

S
SIL-Farben

Speziell modifizierte Dispersionsfarben, die aufgrund der Rezeptur, Bindemittelformulierung und calcitischer Zuschläge verbesserte bauphysikalische Eigenschaften aufzeigen und gegenüber den (eher glänzenden)...

Speziell modifizierte Dispersionsfarben, die aufgrund der Rezeptur, Bindemittelformulierung und calcitischer Zuschläge verbesserte bauphysikalische Eigenschaften aufzeigen und gegenüber den (eher glänzenden) Dispersionsfarben eine spannungsarme, matte Fassadenbeschichtung mit Silikatcharakter ergeben. Als Bindemittel fungieren für Grundierung und Schlussbeschichtung jeweils Acryl/Polymer-Dispersionen.

S
Silikate

Salze von wasserhaltigen Kieselsäuren, auch als Verbindung von Siliziumdioxid mit basischen Oxiden bekannt. In der Natur vorkommend als Mineralien wie Feldspat, Kaolin oder Glimmer. In der Beschichtungstechnik werden...

Salze von wasserhaltigen Kieselsäuren, auch als Verbindung von Siliziumdioxid mit basischen Oxiden bekannt. In der Natur vorkommend als Mineralien wie Feldspat, Kaolin oder Glimmer. In der Beschichtungstechnik werden Silikate synthetisch hergestellt.

S
Silikatfarben

Silikatfarben gehören zu den Beschichtungsstoffen aus anorganischen Bindemitteln. Dabei fungiert kieselsaures Wasserglas (Kaliwasserglas, Kalisilikat) als Bindemittel für Silikatfarben, die je nach Rezeptur als...

Silikatfarben gehören zu den Beschichtungsstoffen aus anorganischen Bindemitteln. Dabei fungiert kieselsaures Wasserglas (Kaliwasserglas, Kalisilikat) als Bindemittel für Silikatfarben, die je nach Rezeptur als Zweikomponentensystem oder als Einkomponentenfarbe (auch bezeichnet als Organosilikatfarbe oder Dispersionssilikatfarbe) hergestellt und verwendet werden. Vor allem in der Denkmalpflege sind die reinen zweikomponentigen Silikatfarben oftmals gefordert. Dabei werden Pigmente als Farbpulver und das Bindemittel getrennt geliefert und müssen vor der Verarbeitung vermischt (eingesumpft) werden. Dagegen sind silikatische Einkomponentenfarben verarbeitungsfertige Produkte. Die Zweikomponentensysteme zeigen durch die Verkieselung auf geeigneten mineralischen Außen/Innen-Putzen ein sehr gutes Haftvermögen bei geringem Widerstand gegenüber Wasserdampfdiffusion auf, sind aber spröde und nicht schlagregendicht. Es empfiehlt sich daher eine wasserabweisende Ausstattung der Zweikomponentensysteme mit Hydrophobierungen bzw. Imprägnierungen.

S
Silikondichtstoff

Spritzbarer, elastischer Fugendichtstoff aus Silikonkautschuk. Wird häufig verwendet zum Abdichten von Fassadenelementen, Anschlüssen an Bauteilen oder Glasscheiben bei Fensterflügeln. In der Fußbodentechnik werden...

Spritzbarer, elastischer Fugendichtstoff aus Silikonkautschuk. Wird häufig verwendet zum Abdichten von Fassadenelementen, Anschlüssen an Bauteilen oder Glasscheiben bei Fensterflügeln. In der Fußbodentechnik werden Silikondichtstoffe für das Abdichten von Wand- und Randfugen bei keramischen Fliesen und Platten im Sanitärbereich bzw. Bädern und Duschen verwendet. Für andere Einsatzgebiete wird die Randfuge zwischen Sockelplatten und Oberböden aus Betonwerkstein oder Naturstein und/oder Beschichtungen bei Bedarf mit Fugendichtstoffen anderer Bindemittel abgedichtet (Wohnräume, gewerbliche Nutzung, Industrieböden), zum Beispiel mit Acrylat oder Polyurethan.

S
Silikonharzfarben

Als Bindemittel für Silikonharzfarben wird eine Silikonharzemulsion mit Kunststoffdispersionen, Pigmenten, Füllstoffen und Hilfsstoffen verwendet. Der Silikonharzanteil verleiht dem Beschichtungsstoff eine Verwandtschaft...

Als Bindemittel für Silikonharzfarben wird eine Silikonharzemulsion mit Kunststoffdispersionen, Pigmenten, Füllstoffen und Hilfsstoffen verwendet. Der Silikonharzanteil verleiht dem Beschichtungsstoff eine Verwandtschaft zu den mineralischen Beschichtungsstoffen und die wasserabweisende Wirkung bei geringem Widerstand gegen Wasserdampfdiffusion. Silikonharzfarben sind gut geeignet für kalkreiche Außenputze und die Überarbeitung von alten kalkhaltigen Beschichtungen. Silikonharzfarben sollten nicht für die Überarbeitung von plastoelastischen Fassadenfarben und nicht für die Überarbeitung von bindemittelreichen Dispersionsfarben eingesetzt werden.

S
Siloxane

Grundsätzlich sind Siloxane der Oberbegriff für alle siliziumorganischen Verbindungen. Wie bei den Reaktionsharzen entstehen durch Vernetzung einzelner Monomere kleine Molekülketten, die wiederum durch weitere...

Grundsätzlich sind Siloxane der Oberbegriff für alle siliziumorganischen Verbindungen. Wie bei den Reaktionsharzen entstehen durch Vernetzung einzelner Monomere kleine Molekülketten, die wiederum durch weitere Vernetzungsreaktionen zu Polymeren (riesige Polymerketten) wachsen. Das Silan ist dabei die kleinste siliziumorganische Verbindung. Werden mehrere Silane miteinander verbunden, entsteht das oligomere Siloxan. Bei weiterer Vernetzung des Siloxanmoleküls mit kleinsten Silanmolekülen oder oligomeren Siloxanen entsteht das hochmolekulare Polysiloxan als Silikonharz. Wegen ihrer kleinen Molekülgröße haben Silane ein großes Eindringvermögen in das Kapillargefüge mineralischer Baustoffe. Daher werden Silane oder Siloxane oder Silan/ Siloxan-Gemische als Imprägnierungen bzw. Hydrophobierungen zur wasserabweisenden Ausstattung mineralischer Baustoffe oder Natursteinen zum Regenschutz verwendet. Auch mineralische Beschichtungsstoffe haben ein hohes Wasseraufnahmevermögen, weshalb oftmals anschließend Imprägnierungen bzw. Hydrophobierungen zur wasserabweisenden Ausstattung der Fassaden eingesetzt werden.

S
Sinterschicht

Bei konventionellen Estrichen aus Anhydrit oder Calciumsulfatestrich kann sich eine Anreicherung von Bindemittel beim Abscheiben des frisch eingebrachten Estrichs ergeben, die aus Calciumhydroxid besteht. Durch Reaktion...

Bei konventionellen Estrichen aus Anhydrit oder Calciumsulfatestrich kann sich eine Anreicherung von Bindemittel beim Abscheiben des frisch eingebrachten Estrichs ergeben, die aus Calciumhydroxid besteht. Durch Reaktion mit dem in der Atmosphäre allgegenwärtigen Kohlendioxid kann sich eine arteigene Schicht aus einem kalkhaltigen Überzug aus Calciumcarbonat bilden. Diese Sinterschicht besitzt nur eine geringe Verbindung mit dem eigentlichen Estrich und kann als Trennschicht wirken. Daher können bei unbedenklicher Vorgehensweise und Spachtelung sowie nachfolgender Verlegung von Oberböden bei Nutzung und Frequentierung dann Ablösungen entstehen, die eine Trennschicht bzw. Bruchzone zwischen der an der Rückseite des Bodenbelags mit Sinterschicht anhaftender Spachtelmasse und Kleber sowie dem gipshaltigen Estrich aufzeigen. Zur Feststellung empfiehlt sich die Hammerschlagmethode oder Durchführung von Haftzugprüfungen zur Ermittlung der Abreißfestigkeit. Neue mineralische Estriche sollten daher mechanisch vorbehandelt werden.

S
Sockelleiste

Im Übergangsbereich zwischen der Wand oder an Pfeilern oder Stützen angrenzend zum Fußboden montierte Profile decken die Randfuge ab. Dadurch wird der (schwimmende) Estrich vor Feuchtigkeitseinwirkungen durch Reinigung...

Im Übergangsbereich zwischen der Wand oder an Pfeilern oder Stützen angrenzend zum Fußboden montierte Profile decken die Randfuge ab. Dadurch wird der (schwimmende) Estrich vor Feuchtigkeitseinwirkungen durch Reinigung und Pflege von Oberböden geschützt. Man unterscheidet Sockelleisten aus Hart-PVC (überwiegend für elastische Bodenbeläge) und Weich-PVC, Hartkern-Sockelleisten mit Kunststoff-Ummantelung (PVC, PE) und Dichtungslippe oder Sockelleisten aus Holz bei Holzfußböden (Dielen, Parkett oder Laminat). Ferner sind für textile Bodenbeläge solche Sockelleisten als Klemmleisten aus Kunststoff bekannt, in welche der Oberboden streifenförmig eingefügt wird.

S
Sorel

Der französische Chemiker Sorel entwickelte 1867 den sogenannten Sorel-Zement, dessen Basis eine Verbindung aus Magnesit ist. Damit wurde die Grundlage für die Entwicklung vom heutigen Magnesiaestrich geschaffen.

Der französische Chemiker Sorel entwickelte 1867 den sogenannten Sorel-Zement, dessen Basis eine Verbindung aus Magnesit ist. Damit wurde die Grundlage für die Entwicklung vom heutigen Magnesiaestrich geschaffen.

S
Sorption

Physikalischer Vorgang, bei welchem ein Stoff durch einen anderen mit diesem in Berührung stehenden Stoff aufgenommen wird. Man unterscheidet die Adsorption von der Desorption (Umkehrung der Sorption).

Physikalischer Vorgang, bei welchem ein Stoff durch einen anderen mit diesem in Berührung stehenden Stoff aufgenommen wird. Man unterscheidet die Adsorption von der Desorption (Umkehrung der Sorption).

S
Sorptionsisotherme

Der Wassergehalt in [M-%], den verschiedene Baustoffe in Abhängigkeit der Lufttemperatur und relativen Luftfeuchte aufnehmen können, kann einer Grafik entnommen werden, entwickelt und benannt 1923 nach Richard Mollier....

Der Wassergehalt in [M-%], den verschiedene Baustoffe in Abhängigkeit der Lufttemperatur und relativen Luftfeuchte aufnehmen können, kann einer Grafik entnommen werden, entwickelt und benannt 1923 nach Richard Mollier. Durch das Mollier-h-x-Diagramm können durch Erwärmung, Befeuchtung und Entfeuchtung resultierende Zustandsänderungen feuchter Luft dargestellt und die zur Kühlung und Mischung verschiedenen Luftmengen ermittelt werden. Die Verhältnisse gelten unter der Voraussetzung eines bestimmten Luftdrucks (1 bar), weshalb man von isobaren Zustandsänderungen spricht. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Enthalpie und Dichte werden dabei mittels Diagramm bestimmt. Darauf basierend existieren für die Thermodynamik komplexere Schaubilder, wobei für die oben genannten Zustände durch Annahme verschiedener Drücke die Veränderungen abgelesen werden können.

S
Spachtelmasse

Zum Ausgleich von Unebenheiten im Untergrund werden hoch gefüllte und hochviskose, pigmentierte Beschichtungsstoffe verwendet, die als Spachtelmassen fungieren. Zur rationellen auch industriellen Anwendung kann die...

Zum Ausgleich von Unebenheiten im Untergrund werden hoch gefüllte und hochviskose, pigmentierte Beschichtungsstoffe verwendet, die als Spachtelmassen fungieren. Zur rationellen auch industriellen Anwendung kann die Viskosität gesteuert werden, so dass Spachtelmassen streichbar, ziehbar und spritzbar eingestellt werden können. Das verwendete Bindemittel und der Verwendungszweck sind weitere Unterscheidungskriterien für Spachtelmassen (vgl. DIN 55 945).

S
Spachteln

Entsprechend den normativen Vorgaben der VOB, Teil C, ATV DIN 18 365 »Bodenbelagarbeiten«, ist der Untergrund nach Abschnitt 3 »Ausführung« wie im Punkt 3.3 »Vorbehandeln des Untergrunds« beschrieben vorzubereiten. Dabei...

Entsprechend den normativen Vorgaben der VOB, Teil C, ATV DIN 18 365 »Bodenbelagarbeiten«, ist der Untergrund nach Abschnitt 3 »Ausführung« wie im Punkt 3.3 »Vorbehandeln des Untergrunds« beschrieben vorzubereiten. Dabei gilt »(…) Der Untergrund für Beläge, die ohne Unterlagen verlegt werden, ist mit Spachtelmasse zu glätten; bei größeren Unebenheiten ist Ausgleichsmasse zu verwenden (…)«. Die Eigenschaften der Spachtel- oder Ausgleichsmasse wird so definiert, dass eine dauerhafte Verbindung mit dem Untergrund entsteht, sich keine Risse bilden und eine genügende Druckfestigkeit vorliegt.

S
Spachtelverfahren

Beim Spachteln mit Spachtelmasse: In der Regel werden Spachtelmassen durch die Verwendung von geeigneten Zahnspachteln oder Zahnkellen mit der vom Hersteller vorgegebenen Auftragsmenge in Abhängigkeit von Untergrund und...

Beim Spachteln mit Spachtelmasse: In der Regel werden Spachtelmassen durch die Verwendung von geeigneten Zahnspachteln oder Zahnkellen mit der vom Hersteller vorgegebenen Auftragsmenge in Abhängigkeit von Untergrund und Oberboden aufgetragen. Dabei sind Ansätze und/oder Kellenschläge nicht immer zu vermeiden. Zeigt der verlegte Oberboden später solche Merkmale, können diese Erscheinungsbilder als hinzunehmende Unregelmäßigkeiten bewertet werden und stellen keinen Fehler der Werkleistung dar. Ist eine höherwertigere Ausführung gewünscht oder zeigt der Raum bodentiefe Fenster auf, so empfiehlt sich das Rakeln der Spachtelmasse, insbesondere bei größeren Flächen. Dadurch lassen sich die vorgenannten Erscheinungsbilder vermeiden. Allerdings ist diese Auftragstechnik nicht ohne weiteres vom Auftraggeber zu verlangen, sondern gesondert auszuschreiben und zu vergüten. Beim Versiegeln: Bei der Oberflächenbehandlung von Holzfußböden unterscheidet man das Streichverfahren, Spachtelverfahren und das Rollverfahren.

S
SPC

SPC (Solid Polymer Core) | Bei MMF-Bodenbelägen macht man in dieser Klasse noch einem Unterschied zwischen „Flexibel“ und „Rigid“. Jetzt wird versucht, mittels eines Biegetests eine Abgrenzung zu bekommen. Unklar ist...

SPC (Solid Polymer Core) | Bei MMF-Bodenbelägen macht man in dieser Klasse noch einem Unterschied zwischen „Flexibel“ und „Rigid“. Jetzt wird versucht, mittels eines Biegetests eine Abgrenzung zu bekommen. Unklar ist auch, ob eine Glasfaserverstärkung zugelassen ist.

S
Sperrgrund

Bei der Verwendung von deckenden, dekorativen Holzfarben kann es bei hellen und weißen Farbtönen zu gelben bzw. gelbbraunen Farbtonveränderungen in der Beschichtung kommen. Ausgelöst werden diese Phänomene durch den...

Bei der Verwendung von deckenden, dekorativen Holzfarben kann es bei hellen und weißen Farbtönen zu gelben bzw. gelbbraunen Farbtonveränderungen in der Beschichtung kommen. Ausgelöst werden diese Phänomene durch den Transport von Wasser durch Außenbauteile aus Holz bzw. die Aufnahme von Wasser derartiger (beschichteter) Bauteile und Wasser als Lösemittel in wässrigen Beschichtungsstoffen. Das Wasser vermag lösliche Holzinhaltsstoffe zu transportieren, wodurch die gelösten Stoffe schließlich in die Randzone zwischen Beschichtung und Untergrund gelangen und in Wechselwirkung treten, wodurch unter anderem Verfärbungen resultieren können. Werden wasserverdünnbare Beschichtungsstoffe für den dekorativen Oberflächenschutz von Außenbauteilen aus Holz eingesetzt, so ist zur Vermeidung von späteren Verfärbungen ein spezieller Absperr-Beschichtungsstoff vor der Schlussbeschichtung zu verwenden. Alternativ ist zur Vermeidung derartiger störender Effekte ein lösemittelhaltiges Beschichtungssystem zu verwenden.

S
Sperrholz

Durch verfahrenstechnische Umformungsprozesse ist es möglich, minderwertiges Rohholz weiterzuverarbeiten und in Verbindung mit hochwertigen Bindemitteln schließlich Holzwerkstoffe herzustellen: Sperrholz, Spanplatten,...

Durch verfahrenstechnische Umformungsprozesse ist es möglich, minderwertiges Rohholz weiterzuverarbeiten und in Verbindung mit hochwertigen Bindemitteln schließlich Holzwerkstoffe herzustellen: Sperrholz, Spanplatten, Holzfaserplatten, Holzwolle-Leichtbauplatten.

S
Spinnen

Eines der ältesten handwerklichen Tätigkeiten ist das Spinnen. Schon zu frühchristlichen Zeiten wurden Tierhaare und Wolle oder Fasern aus Jute, Flachs und Hanf mit der Hand aufgelockert und zwischen Daumen und...

Eines der ältesten handwerklichen Tätigkeiten ist das Spinnen. Schon zu frühchristlichen Zeiten wurden Tierhaare und Wolle oder Fasern aus Jute, Flachs und Hanf mit der Hand aufgelockert und zwischen Daumen und Zeigefinger zu Faserbändchen gezogen und mit einer Spindel durch Drehen zu Fäden gesponnen und aufgewickelt. Dabei wurden Spinnfasern zum Beispiel aus kurzfaserigen Wollfasern verwendet. Solche Fasern aus Filamenten werden auch Stapelfaser genannt.

S
Spinnfasern

Aus Faserrohstoffen wie der Wollfaser werden textile Flächengebilde hergestellt. Die aus kurzen Faserenden gewonnenen Spinnfasern dienen wie die Stapelfasern zur Herstellung von Spinnfasergarnen, demgegenüber werden aus...

Aus Faserrohstoffen wie der Wollfaser werden textile Flächengebilde hergestellt. Die aus kurzen Faserenden gewonnenen Spinnfasern dienen wie die Stapelfasern zur Herstellung von Spinnfasergarnen, demgegenüber werden aus vielen Filamenten die Filamentgarne produziert. Zu Garnen oder Zwirnen verarbeitet dienen diese Faserrohstoffe zur Herstellung von textilen Bodenbelägen.

S
Splintholz

Splintholzbäume (Birke, Ahorn, Weißbuche) führen bis ins hohe Alter in allen Zellenbereichen des Baumes den lebensnotwendigen Saft. Daher ist das Holz über den gesamten Querschnitt meistens gleichbleibend hell in der...

Splintholzbäume (Birke, Ahorn, Weißbuche) führen bis ins hohe Alter in allen Zellenbereichen des Baumes den lebensnotwendigen Saft. Daher ist das Holz über den gesamten Querschnitt meistens gleichbleibend hell in der Farbe. Dagegen verholzen Kernholzbäume mit zunehmendem Alter. Die nicht mehr saftführenden Zellen im Kernholz färben sich dunkel (Eiche, Kiefer, Lärche, Kirsche, Nussbaum). Wenn sich das Kernholz nicht verfärbt, resultiert eine unregelmäßige Farbkernbildung wie bei Rotbuche und Esche. Reifholzbäume sind dagegen Bäume mit hellem Kernholz, wobei sich die Kernholzzellen nicht verfärben, trotz Verholzung (Fichte, Birnbaum).

S
Sportboden

In Turnhallen, Fitness-Studios oder Mehrzweckhallen werden Sportböden eingesetzt. Durch ihren speziellen Aufbau werden beim Sport oder Tanz die Gelenke der Akteure vor vorzeitigem Verschleiß geschützt und beim Stolpern...

In Turnhallen, Fitness-Studios oder Mehrzweckhallen werden Sportböden eingesetzt. Durch ihren speziellen Aufbau werden beim Sport oder Tanz die Gelenke der Akteure vor vorzeitigem Verschleiß geschützt und beim Stolpern oder Stürzen der Aufprall gemindert. Normative Anforderungen für Sportböden finden sich in der DIN V 18 032-2 »Sporthallen – Hallen für Turnen, Spiele und Mehrzwecknutzung – Teil 2: Sportböden; Anforderungen, Prüfungen«. Demnach müssen Sportböden eine Schutzfunktion, eine Sportfunktion und eine technische Funktion erfüllen, je nach Sportraum (zum Beispiel Turnhalle, Trainingsraum, Fitnesshalle, Tanzsport, nutzungsoffener Raum). Man unterscheidet folgende Sportböden:
■ flächenelastische Sportböden: auch Schwingboden genannt, zeigt sich kreuzende Brettlagen und bietet einen flächenelastischen, biegesteifen Boden mit Verformungsmulde an der Oberfläche bei punktförmiger Belastung. Als Oberböden werden Parkett oder auf einer Lastverteilungsplatte (Spanplatte) elastische Bodenbeläge verwendet;
■ punktelastische Sportböden: durch Kombination von Schäumen und elastischen Bodenbelägen hergestellt oder als Verbundbelag geliefert. Es entsteht ein punktelastischer und biegeweicher Fußbodenaufbau mit Verformungsmulde an der Oberfläche, die im Gegensatz zum flächenelastischen Sportboden deutlich kleiner ist und nur die Belastungsfläche nachbildet. Hier werden elastische Bodenbeläge oder Beschichtungen auf Bindemittelbasis von Polyurethan eingesetzt;
■ kombiniertelastischer Sportboden: der Schwingboden (flächenelastischer Sportboden) in Kombination mit einem punktelastischen Sportboden ergibt den kombiniertelastischen Fußbodenaufbau. Hier werden elastische Bodenbeläge oder Beschichtungen auf Bindemittelbasis von Polyurethan eingesetzt;
■ mischelastische Sportböden: ein nachgiebiger, biegeweicher Boden mit einer flächenversteifenden Komponente und einer Verformungsmulde zwischen flächenelastischem und punktelastischem Sportboden. Hier werden elastische Bodenbeläge oder Beschichtungen auf Bindemittelbasis von Polyurethan eingesetzt.
Für den jeweiligen Sportboden ist durch den Hersteller die Konformität nach den normativen Vorgaben der DIN V 18 032-2:2001-04 »Zertifizierungsprogramm Sportböden in Hallen« (Stand: 1998-11) von einem akkreditierten Prüfinstitut nachzuweisen!

S
Sprühkleber

Neue Entwicklungen von Klebstoffen und Auftragsverfahren für die Verwendung in der Fußbodentechnik führen zu den Sprühklebern. Als Bindemittel dienen Dispersionen (wie etwa Acrylat), die zum Beispiel für den...

Neue Entwicklungen von Klebstoffen und Auftragsverfahren für die Verwendung in der Fußbodentechnik führen zu den Sprühklebern. Als Bindemittel dienen Dispersionen (wie etwa Acrylat), die zum Beispiel für den professionellen Einsatz in einer handlichen Sprühflasche angeboten und ausgelobt werden für heterogene PVC-Fußböden. Im Vordergrund steht die verbesserte Anwendungstechnologie bei rücken- und knieschonender Verlegung. Die Hersteller solcher Kleber gehen dabei von einfachem Aufsprühen und Verlegen des Oberbodens aus, wobei neben der Zeitersparnis auch um 80 Prozent weniger Klebstoffverbrauch möglich sein soll. Verwendet werden sollen die Sprühkleber für textile Bodenbeläge oder elastische Beläge wie PVC, CV und Linoleum.

S
Stahlbeton

Moderner Baustoff, der aus der Verbindung von Zement und Zuschlägen aus Sanden und Kies verschiedener Körnung mit Wasser hervorgeht und der zur Verbesserung der Zug- und Druckfestigkeit mit einer Bewehrung aus...

Moderner Baustoff, der aus der Verbindung von Zement und Zuschlägen aus Sanden und Kies verschiedener Körnung mit Wasser hervorgeht und der zur Verbesserung der Zug- und Druckfestigkeit mit einer Bewehrung aus Rundstählen im Verbund hergestellt wird. Durch die Beigabe von kunstharzmodifizierten Zuschlägen (zum Beispiel Luftporenbildner u. a.) wird die Verarbeitung und die Trocknung gezielt gesteuert. Erst die materialtypischen Eigenschaften von Stahlbeton ermöglichten die Bauweise von großen Gebäuden (Stahlbetonskelettbauweise) in dem vom Architekten gewünschten Formenspiel. Heute beherrschen viele Stadtansichten große Wohn- und Geschäftshäuser aus den Baustoffen Stahl, Stahlbeton, Glas, Metall und Holz in verschiedenen Kombinationen. Jedoch sind in der Vergangenheit die Betonqualitäten und der hergestellte Stahlbeton nicht immer ohne Probleme geblieben, so dass Bauschäden resultierten.

S
Standöl

Nach DIN 55 945 ein trocknendes Öl, das ausschließlich durch Erhitzen eingedickt wurde. Wenn ein Produkt die Bezeichnung Leinöl-Standöl, Holzöl-Standöl und Rizinenöl-Standöl trägt, dann darf es nur aus dem benannten...

Nach DIN 55 945 ein trocknendes Öl, das ausschließlich durch Erhitzen eingedickt wurde. Wenn ein Produkt die Bezeichnung Leinöl-Standöl, Holzöl-Standöl und Rizinenöl-Standöl trägt, dann darf es nur aus dem benannten Standöl bestehen. Aus mehreren Ölarten hergestellte Produkte werden als Mischstandöle bezeichnet (Leinöl-Holzöl-Standöl). Verkocht und/oder vermischt mit Harzen wurden so Öllacke hergestellt. Setzt man dem Standöl zur Beschleunigung der Trocknung ein Sikkativ zu, so erhält man Standöl-Firnis (zum Beispiel Leinölfirnis, oder allgemein Harzfirnis). In der Vergangenheit wurden häufig zum Beispiel Gartenlauben, Gartenzäune u. a. mit farblosem Leinölfirnis gestrichen (»firnissen«).

S
Steinholzestrich

Dem Grunde nach mit Magnesiaestrich vergleichbar, da aus dem gleichen Bindemittel, aber mit anderer Gewichtung der Zuschläge und höherem Anteil von Holzspänen. Magnesiaestrich mit einer Rohdichte bis 1,6 kg/dm3 wird...

Dem Grunde nach mit Magnesiaestrich vergleichbar, da aus dem gleichen Bindemittel, aber mit anderer Gewichtung der Zuschläge und höherem Anteil von Holzspänen. Magnesiaestrich mit einer Rohdichte bis 1,6 kg/dm3 wird Steinholzestrich genannt. Der Steinholzestrich bzw. Stampfboden wurde schon um die Jahrhundertwende im lndustriebau eingesetzt. Grund hierfür war die hohe Festigkeit und die Fähigkeit, organische und anorganische Füllstoffe zu binden. Daher wurden diese Estriche dann auch im Fußbodenbau verwendet. Bereits 1930 wurde der Steinholzestrich in der damaligen DIN 272 genormt. Wegen der Zusammenführung aller Estricharten in die DIN 18 560 »Estriche im Bauwesen« wurde die DIN 272 abgelöst, bleibt aber noch zur Werkstoffprüfung erhalten.

S
Steinteppich

Farbig kolorierte Quarzsande oder Natursand bestimmter Körnung werden bei bestimmten Designböden verwendet, die mit Reaktionsharzen vermischt auf den vorbehandelten Untergrund aufgespachtelt werden. Dabei entstehen...

Farbig kolorierte Quarzsande oder Natursand bestimmter Körnung werden bei bestimmten Designböden verwendet, die mit Reaktionsharzen vermischt auf den vorbehandelten Untergrund aufgespachtelt werden. Dabei entstehen offenporige Quarzkiesböden. Bei Anwendung im Outdoorbereich ist daher eine Abdichtung unterhalb dieser Beschichtungen erforderlich. Andernfalls muss eine Versiegelung erfolgen, die UV-Licht beständig ist.

S
Straßenmarkierung

Zur Markierung von Fahrbahnbegrenzungen, Parkplätzen und Fahrtrichtungen werden auf Straßen sowie in Parkhäusern entsprechende Linien, Symbole und Richtungspfeile u. a. nach den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung...

Zur Markierung von Fahrbahnbegrenzungen, Parkplätzen und Fahrtrichtungen werden auf Straßen sowie in Parkhäusern entsprechende Linien, Symbole und Richtungspfeile u. a. nach den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung aufgebracht. Dabei treten hohe Beanspruchungen auf: Temperaturunterschiede von +60 Grad Celsius bis –20 Grad Celsius, Frost/Tauwechsel-Beanspruchung, Streusalze, UV-Strahlung sowie stehendes Wasser (Pfützen). Daher sind hier in der Vergangenheit häufig Heißplastiken auf den Asphalt aufgebracht worden (Schichtdicke ca. 3 mm). Alternativ werden auch Kunstharzkombinationen (PVC-Mischpolymerisate, Alkydharz/Chlorkautschuk-Kombinationen) oder Reaktionsharze wie zum Beispiel Polymethylmethacrylatharze (PMMA) verwendet, die aber je nach Bindemittel und Rezeptur sowie Schichtdicke eine unterschiedliche Nutzungsdauer bei zum Teil geringerer Abrieb- und Wetterfestigkeit aufzeigen. Zur Erzielung der notwendigen Rutschfestigkeit wird Quarzsand zugesetzt. Zur Verbesserung der Reflexion werden spezielle Einstreumittel (Reflexperlen) verwendet.

S
Stripper

Zum Entfernen alter Bodenbeläge und Kleber werden Hochleistungs-Stripper eingesetzt. Damit können Bodenbeläge aus PVC, Textilien, Korkment sowie Gumminoppen- und Sportbeläge wirtschaftlich vom Untergrund abgeschält...

Zum Entfernen alter Bodenbeläge und Kleber werden Hochleistungs-Stripper eingesetzt. Damit können Bodenbeläge aus PVC, Textilien, Korkment sowie Gumminoppen- und Sportbeläge wirtschaftlich vom Untergrund abgeschält werden.

S
Stripping

Sanierungsmöglichkeit für schadhaft gewordene Oberputze auf Wärmedämm-Verbundsystemen. Hierbei wird der Oberputz mit dem armierten Unterputz (Armierungsputz) zunächst in Streifenform eingeschnitten und dann von der...

Sanierungsmöglichkeit für schadhaft gewordene Oberputze auf Wärmedämm-Verbundsystemen. Hierbei wird der Oberputz mit dem armierten Unterputz (Armierungsputz) zunächst in Streifenform eingeschnitten und dann von der Oberfläche des Dämmstoffs abgeschält. Anschließend ist zu prüfen, ob die Dämmstoffplatten fest auf dem Untergrund sitzen und nicht federn. Schadhafte oder lose sitzende Dämmstoffplatten sind zu entfernen, gegebenenfalls ist nachzuverdübeln. Dann ist die Oberfläche der Dämmstoffplatten zu schleifen, eventuell vorhandene Versätze zu egalisieren und gegebenenfalls vorhandene Fugen zwischen Dämmstoffplatten auszuschäumen (keinesfalls mit Mörtel verschließen). Nun kann ein neuer Unterputz aufgebracht werden, wobei das alkalibeständige Gewebe mittig mit der Tendenz nach oben einzubringen ist. Nach entsprechender Wartezeit (pro Millimeter Schichtdicke des Unterputzes 1 Tag) kann ein neuer Oberputz als Schlussbeschichtung aufgebracht werden.

S
Stückfärbung

Teppichböden, die im Tuftingverfahren hergestellt werden, entstehen in Produktionsanlagen mit hoher Kapazität (10 000 bis 20 000 m2), damit Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Aus diesem Grunde werden solche...

Teppichböden, die im Tuftingverfahren hergestellt werden, entstehen in Produktionsanlagen mit hoher Kapazität (10 000 bis 20 000 m2), damit Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Aus diesem Grunde werden solche Tufting-Teppichböden zunächst rohweiß produziert und anschließend je nach Design eingefärbt, was als Stückfärbung bezeichnet wird. Eine Alternative ist das Bedrucken solcher Teppichböden. Bei der Stückfärbung wird der rohweiß getuftete Teppichboden in einem speziellen Färbebad behandelt, woraus einfarbige Bodenbeläge entstehen. Für mehrfarbige Teppichböden werden für das Tuftingverfahren Garne mit unterschiedlichem Färbevermögen (Affinitäten) verwendet. Dieses Verfahren wird dann Differential-dyeing genannt.

S
Stuhlrollen

Bei Einsatz von Bürodrehstühlen bzw. Stuhlrollen nach DIN EN 12 529 »Räder und Rollen – Möbelrollen – Rollen für Drehstühle – Anforderungen« für Möbel (zum Beispiel Fernsehtische, Aktenschränke) ist darauf zu achten,...

Bei Einsatz von Bürodrehstühlen bzw. Stuhlrollen nach DIN EN 12 529 »Räder und Rollen – Möbelrollen – Rollen für Drehstühle – Anforderungen« für Möbel (zum Beispiel Fernsehtische, Aktenschränke) ist darauf zu achten, dass Doppellenk-Rollen zum Beispiel für elastische Bodenbeläge, Parkett, Laminat, Beschichtungen, keramische Fliesen und Platten sowie Naturstein mit einer weichen Ummantelung (Typ W) und bei Nadelvlies oder textilen Bodenbelägen mit einer harten Ummantelung (Typ H) ausgestattet sind. Andernfalls kommt es zu mechanischen Beschädigungen der Bodenbeläge im Auflagerungsbereich der Bürodrehstühle bei Nutzung und Frequentierung. Ebenso müssen die Oberböden, Klebstoffe und Spachtelmassen herstellerseitig für die Eignung bei Nutzung von Einrichtungsgegenständen mit Stuhlrollen als geeignet ausgelobt sein.

S
Stuhlrolleneignung

Ist eine spezielle Gebrauchseigenschaft von Fußböden. Sie wird getestet, indem belastete, weiche Stuhlrollen auf einer Prüffläche rotieren. Nach mehreren tausend Umdrehungen wird der Boden auf Beschädigungen untersucht.

Ist eine spezielle Gebrauchseigenschaft von Fußböden. Sie wird getestet, indem belastete, weiche Stuhlrollen auf einer Prüffläche rotieren. Nach mehreren tausend Umdrehungen wird der Boden auf Beschädigungen untersucht.

S
Substrat

Die Oberfläche (Untergrund), auf die ein Beschichtungsstoff aufgebracht werden soll, wird gemäß DIN EN 971-1 als Substrat bezeichnet.

Die Oberfläche (Untergrund), auf die ein Beschichtungsstoff aufgebracht werden soll, wird gemäß DIN EN 971-1 als Substrat bezeichnet.